Afrika-Cup 2027 in der Schweiz: Wer wetten darf, was erlaubt ist und was die Quote kostet
Ladevorgang...
Stand: Oktober 29, 2026 – geprüft gegen die Bewilligungen und das Wettprogramm der beiden Schweizer Veranstalter sowie gegen die Sperrliste der Gespa.
Wer in der Schweiz auf den Afrika-Cup setzen will, stösst auf eine Zahl, die es sonst nirgends gibt: zwei. Nicht zwei Dutzend Buchmacher mit Willkommensgeschenk, sondern zwei Veranstalter für das ganze Land. Dass beide denselben Auftrag haben, heisst aber nicht, dass beide dieselbe Antwort geben. Wer die Endrunde im Sommer mit einem Konto verfolgen will, trifft zuerst eine Wohnsitzfrage und danach eine Frage nach Preis und Programm. Und unterwegs begegnet er einer dritten Grösse, die niemand bewirbt: der Marge, die in jeder Quote schon eingerechnet ist, bevor der Torjubel anfängt.
Eine Woche voller Gruppenspiele mit vier Anstosszeiten pro Tag ist für den Schweizer Markt eine harte Sache. Das Angebot hierzulande ist örtlich begrenzt und fachlich kürzer als das, was ein ausländisches Portal auf den Bildschirm legt. Genau deshalb gehört vor die erste Wette eine kurze Trockenübung: Was ist überhaupt zugelassen, wer verwaltet die eigenen Limiten, was zählt am Ende als reguläre Spielzeit. Die folgenden Abschnitte gehen dieser Reihenfolge nach — erst die Bewilligung, dann der Schutz, dann das Rechnen, dann das Turnier, dann die Anbieter.
Bewilligung, Wettprogramm, Wohnsitz: was Schweizer Wetten dürfen
Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel im Sinne des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51, in Kraft seit dem 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e). Beaufsichtigt wird das nicht von der ESBK, die nur die Casinos prüft, sondern von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern; das Geldspielkonkordat ist seit dem 1. Januar 2021 in Kraft. Eine Bewilligung braucht immer zwei Teile — eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung je Spiel (Art. 21 bis 25 BGS) — und sie gilt, wie es das Gesetz in Art. 4 BGS festhält, nur in der Schweiz.

Und dann die Zahl zwei. Die Kantone haben die Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf genau zwei begrenzt. Der eine ist Swisslos mit dem Produkt Sporttip, getragen von der SWISSLOS Interkantonalen Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, die ihre Lotterien und Sportwetten auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020) stützt. Der andere ist die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport, die für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura veranstaltet und 2’350 Verkaufsstellen sowie 221 Mitarbeitende zählt.
Dass es bei zwei bleibt, ist keine Marktlücke, sondern der Bauplan. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine weiteren gibt. Wer im Netz auf ein drittes Angebot mit Schweizer Wappen stösst, hat kein drittes Angebot gefunden.
Ein Konto online setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus (Art. 47 Abs. 3 VGS) und in der Praxis zusätzlich Wohnsitz im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Der Genfer kommt also bei Sporttip nicht durch, der Zürcher nicht bei Jouez Sport. Wohin das Angebot jeweils reicht, zeigt die folgende Einordnung.
einordnu | brand | Swiss permit status (Bewilligung or none) | organiser or reported licence
| Veranstalter | Bewilligungsstatus | Veranstalterin bzw. angegebene Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Bewilligung nur für die Schweiz |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande; Bewilligung nur für die Schweiz |
| Bruce Bet | keine Schweizer Bewilligung | angegebene Bewilligung nicht etabliert |
| 1xBet | keine Schweizer Bewilligung | angegebene Bewilligung nicht etabliert |
| Funbet | keine Schweizer Bewilligung | angegebene Bewilligung nicht etabliert |
| Boomerang Bet | keine Schweizer Bewilligung | angegebene Bewilligung nicht etabliert |
| BetLabel | keine Schweizer Bewilligung | angegebene Bewilligung nicht etabliert |
| Gamdom | keine Schweizer Bewilligung | angegebene Bewilligung nicht etabliert |
| Pribet | keine Schweizer Bewilligung | angegebene Bewilligung nicht etabliert |
| WirWetten | keine Schweizer Bewilligung | angegebene Bewilligung nicht etabliert |
Eine Bewilligung nach Art. 4 BGS hat keine Kraft ausserhalb der Schweiz, und umgekehrt hat eine ausländische Bewilligung hier keine. Das ist die Zeile, an der sich zwei Lesergruppen scheiden. Wer den vollständigen Schweizer Schutz will, landet zwangsläufig bei einem der beiden Häuser und nimmt dafür ein schmaleres Programm und eine Wohnsitzbindung in Kauf. Wer ein ausländisches Portal nutzt, tauscht diesen Schutz gegen ein breiteres Angebot und gegen Bedingungen, die niemand in der Schweiz nachprüft.
Was auf der Gespa-Liste steht und was nicht
Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste. Die Gespa führt die bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten in einer eigenen Liste (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden erscheinen dort nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettkämpfe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Auf Trainingsläufe darf nicht gewettet werden. Die Liste führt keine Eckball- und Kartenmärkte und keine Esport-Sektion; über Esport lässt sich damit genau eines sagen — es kommt in der Liste nicht vor. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt (Art. 25 Abs. 2 BGS). Gewettet wird also nur auf Sportereignisse; Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind kein Thema.

Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, jeweils dort, wo der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hat. Eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte kennt das BGS nicht. Cash-Out dagegen ist gesetzlich nicht geregelt — es bleibt das Merkmal des jeweiligen Veranstalters, mit allen Bedingungen, die in dessen Regeln stehen. Was virtuelle Sportarten angeht, ist die Rechtslage nicht etabliert, und darüber ist hier nichts zu sagen.
Für den Afrika-Cup heisst das: die Endrunde selbst müsste auf der Liste stehen, damit überhaupt Quoten erscheinen. Qualifikationsspiele erscheinen nur, soweit die Liste sie führt; ob eine bestimmte Partie im Programm auftaucht, entscheidet nicht die Lust am Turnier, sondern der Eintrag.
Schutz, Sperre und die zwei Wege nach draussen
Der gesetzliche Rahmen für den Spielerschutz ist eng und nüchtern. Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, Minderjährige sind online nicht zugelassen (Art. 72 BGS). Ein Konto pro Person, mit geprüfter Identität (Art. 47 bis 52 VGS). Limiten setzt nicht der Staat, sondern die Spielenden selbst: Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für Einsätze oder Verluste pro Tag, Woche oder Monat verlangen (Art. 87 VGS). Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung gesetzlich erst nach 24 Stunden; Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Einen gesetzlich festen Einzahlungsdeckel gibt es in der Schweiz nicht.
Bei der Spielsperre (Art. 80 bis 82 BGS) geht es um überschuldete oder suchtgefährdete Personen und um die Selbstsperre, eingetragen in einem gemeinsamen Register gesperrter Personen. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten aufheben (Art. 84 VGS), eine Fachstelle ist daran beteiligt (Art. 81 BGS). Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).
Zwei Wege führen in die Sperre. Der eine ist die freiwillige Selbstsperre, der andere die behördliche Eintragung, und nur der zweite lässt sich nicht zurücknehmen, weil er nicht vom Spielenden ausgeht. Wer vor dem Turnier merkt, dass der Dezember zu teuer war, kann also innerhalb eines Tages aussteigen und innerhalb von drei Monaten nicht zurück.
Dazu ein Befund, den kein Marketingtext zitiert: Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Die Kontrolle am Schalter ist also nicht streng, und wer seinen Sohn mit dem Wettschein losschickt, verlässt sich auf eine Statistik, die gegen ihn steht.
Der zweite Weg nach draussen führt in die Sperrliste. Ausländische Domains, die gegen das BGS verstossen, setzt die Gespa auf eine Liste, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren (Art. 86 bis 93 BGS); die erste Liste stammt vom 3. September 2019, am Ende von 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Adressen werden innert Stunden ersetzt — Domain-Hopping. Die Gespa nennt dafür Interwetten und Bet-at-Home als Beispiele und führt bet365 auf der Liste. Genau deshalb sieht ein gesperrtes Portal für einen Schweizer nach wenigen Minuten wieder offen aus, während die Bewilligungslage sich keinen Millimeter bewegt hat.
Steuern: der eine Freibetrag, den kaum jemand erreicht
Gewinne aus einem in der Schweiz bewilligten Grossspiel sind bis zum Steuerfreibetrag je Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Die ESTV nennt die Sportwette ausdrücklich als Grossspiel. Der massgebende Freibetrag des Bundes liegt ab dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, für 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, deshalb gilt hier «je nach Kanton» und nicht eine einzige Zahl.
Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Die Realität eines normalen Wettkontos liegt weit darunter: kein Steuerbetrag auf dem Gewinn, und keine Verrechnungssteuer. Eine Wettsteuer auf Einsätze gibt es in der Schweiz nicht — wer einer begegnet, zahlt sie im Ausland. Anders sieht es bei ausländischen Anbietern aus: Deren Gewinne unterliegen hier nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Praxis etwa in Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als volles Einkommen. Für den eigenen Fall hilft nur eine Steuerberatung oder die kantonale Steuerverwaltung.
Was blüht, wenn ein Anbieter wirbt
Werbung für das Geldspiel darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für ein Geldspiel, das in der Schweiz nicht erlaubt ist, ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet (Art. 131 BGS). Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS): 2025 gab sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Eine Sperrstunde für Werbung existiert nicht.
Der Sport kommt aus dem Ausland, das Geld aus Afrika-Cup-Gewinnen also auch. Genau deshalb schaut die Aufsicht auf das Programm und nicht auf die Torvorlagen.
Spielerschutz und Budget: die Limite ist die einzige harte Grenze
Ein afrikanischer Kontinent im Februar ist für die meisten Zuschauer in der Schweiz kein Heimatgefühl, sondern ein Turnier im Kalender. Der Favorit kann im Viertelfinal ausscheiden, das Halbfinale kann in die Verlängerung gehen, und keine dieser Wendungen lässt sich vorhersagen. Was sich vorhersagen lässt, ist der Einsatz — und genau dort setzt der Schweizer Schutz an.
Wie die Limiten funktionieren
Bei Sporttip müssen Spielende schon vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage festlegen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Eine Einzahlungslimite ist dabei nicht dasselbe wie eine Verlustlimite: Die eine begrenzt das Geld, das auf das Konto fliesst, die andere das Geld, das tatsächlich verloren geht. Wer beides setzt, sperrt die eigene Nachladebewegung und nicht nur das Endergebnis.
Die Reihenfolge ist praktisch bedeutsam. Die erste Limite steht, bevor der erste Wettschein möglich ist, und sie steht für den Monat, in dem der Afrika-Cup gespielt wird, genauso wie für die spielfreie Zeit. Eine Erhöhung braucht drei Wartetage. Wer die Limite im Januar aus Bequemlichkeit hochsetzt, hat sie im Februar immer noch hoch.
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Diese Reichweite ist der Punkt, an dem eine Selbstsperre mehr ist als eine Pause: Sie trifft das Konto, das man gerade schliessen will, und das Konto, das man noch gar nicht hat.
Sperren haben zwei Gesichter. Wer unter 18 Jahren seine Sportwetten bei einem Schweizer Veranstalter spielt, hätte gerne eines davon, bekommt aber keines: Die Gespa stiess bei ihren Testkäufen 2025 an den Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen nicht auf die erhoffte Kontrolle. Einem Browser dagegen reicht ein DNS-Block. Anonymität ist im bewilligten Schweizer Angebot ohnehin nicht vorgesehen: Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto ausgezahlt, das auf den Namen des Kontoinhabers lautet (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Angebot nicht, und Kredit an Spielende ist untersagt (Art. 75 Abs. 1 BGS).
Die zweite Grenze ist der Verstand
Kein Freibetrag und keine Limite hilft gegen ein schlechtes Bauchgefühl. Ein Turnier, das mitten in der Nacht anfängt, verleitet zu einer zweiten und dritten Wette auf Spiele, deren Teilnehmer man kaum kennt. Wer ohne Vorwissen auf eine Partie setzt, zahlt den vollen Aufschlag des Veranstalters für eine Voraussage, die kein Vorwissen enthält. Dasselbe Geld als Einzelwette auf ein Spiel, dessen Form man tatsächlich verfolgt hat, ist die günstigere Variante desselben Vergnügens.
Der Endrunden-Modus macht es nicht leichter. Sechs Vierergruppen mit 24 Nationen, danach die besten Gruppendritten, dann K.-o.-Spiele mit Verlängerung und Elfmeterschiessen bei Gleichstand. In der Gruppenphase lassen sich drei Spiele pro Team nacheinander belegen, ab dem Viertelfinal nur noch eines — die Zahl der Wetten pro Tag hängt also am Kalender und nicht am Konto. Wer die Limite pro Tag gesetzt hat, passt sie besser an den Spielplan an als an die Laune.
Quoten am Afrika-Cup: was die Zahl verrät und was sie verschweigt
Im Sommer 2027 steigen in Kenia, Tansania und Uganda die nächsten Spiele. Quoten sind das Einzige, was ein Markt zu diesem Turnier liefert — und die Angabe, die am meisten gelesen und am seltensten verstanden wird. Eine Quote ist ein Preis. Die Sporttip-FAQ nennt sie die Auszahlungsquote, der Fachbegriff dafür. Sie enthält die Einschätzung des Veranstalters und den Aufschlag, den er für seine Rolle nimmt.
Wettquoten zum Afrika-Cup entstehen erst, wenn ein Programm steht, und sie bewegen sich bis zum Anstoss. Die Zahl zum Zeitpunkt der Platzierung entscheidet über die Auszahlung, auch wenn die Quote eine Stunde später anders steht. Wer den Wettschein ausfüllt und ihn liegen lässt, bis die Aufstellung bekannt ist, hat vielleicht die bessere Einschätzung, aber nicht mehr den besseren Preis.
Was die Marge mit drei Beispielquoten macht
Rechnen wir das an einem erfundenen 1X2-Markt durch — nicht als ausgegebene Quote, sondern als Beispiel, weil eine Quote erst mit dem Turnier entsteht. Nehmen wir 2.10 für den Heim-, 3.40 für den Ausgleichs- und 3.60 für den Auswärtssieg. Ausgezahlt wird die Quote multipliziert mit dem Einsatz: CHF 100 auf 2.10 bringen CHF 210 zurück, also CHF 110 Nettogewinn.
Umgekehrt gerechnet: Der Anteil, den das Buch zurückzahlt, ist 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller drei Quoten. Aus 1/2.10, 1/3.40 und 1/3.60 ergibt sich eine Summe von 1,0483, und 1 geteilt dadurch macht rund 95,4 %. Die Marge ist der Rest bis 100 % — also ungefähr 4,6 % der Einsätze auf diesem Markt. Wer 100 Wetten zu je CHF 100 auf diesen Markt legt, hat auf Dauer mit einem Gesamteinsatz von CHF 10’000 gerechnet und einem Kostenanteil von rund CHF 460 zu rechnen, wenn sich Sieg und Niederlage über die Zeit ausgleichen. Bei dünneren oder exotischeren Märkten — einem Torschützenmarkt, einer Rarität in der Gruppenphase — liegen die Aufschläge systematisch höher, und ohne belastbare Vergleichszahlen bleibt hier nichts Konkretes zu sagen: der Aufschlag bewegt sich mit der Marktbreite. Auffällig ist bei diesem Beispiel ohnehin, wie wenig die drei Quoten zusammen übrig lassen.
3,60 sind dann eine gute Quote, wenn die Mannschaft wirklich seltener gewinnt als in 28 von 100 Fällen — das ist die eigentliche Frage, nicht die Höhe der Zahl. Eine hohe Quote auf einen Aussenseiter ist kein Geschenk, sondern eine Nachricht. Der Favorit in der Gruppenphase trägt 2.10, ein Achtelfinalduell zwischen zwei gleich starken Teams kann für beide Seiten über 3.00 liegen. Was der Veranstalter als fairen Preis ansieht, ist am Ende immer ein Preis nach seiner Marge.
Spielplan, Modus, Ausgabe: wann in welcher Runde gewettet wird
Der Afrika-Cup wird von der CAF organisiert und wurde erstmals 1957 ausgetragen. Ägypten ist mit sieben Titeln Rekordsieger, Rekordtorschütze ist Samuel Eto’o mit 18 Toren. Seit 2019 nehmen 24 Mannschaften teil; nach der Austragung 2027 soll das Turnier ab 2028 nur noch alle vier Jahre stattfinden. Zur Qualifikation für 2027 meldeten sich 54 Mannschaften an.
Diesmal stehen die Spiele im Nordwesten des Kontinents. Der Afrika-Cup 2027 soll vom 19. Juni bis zum 17. Juli 2027 in Kenia, Tansania und Uganda stattfinden und verteilt sein über drei kleine und grüne Länder im Osten, wo die Infrastruktur aufbaut. Für die Wettplanung heisst das: die Gruppenphase liegt im Juni, das Finale am 17. Juli. Ein Monat, in dem die Schweizer Liga pausiert — das Turnier bekommt hierzulande also Zeitfenster, die sonst dem Ligabetrieb gehören.
Wie der Modus das Risiko verschiebt
Der Modus kennt zwei Phasen mit ganz unterschiedlichem Charakter. Gespielt wird in sechs Vierergruppen; Gruppenerste und -zweite kommen weiter, dazu die besten vier Gruppendritten. Danach folgt ein K.-o.-System mit Verlängerung und Elfmeterschiessen bei Gleichstand.
Aus sechs Vierergruppen reisen in der Regel nur die Schweiz-Fans ab, die schon in der Gruppenphase Spiele sehen. Drei Partien pro Team innerhalb weniger Tage, dann eine Woche Pause — dieses Muster verschiebt jede Vorhersage. Teams, die in der ersten Partie mit einem Sieg beginnen, können in der dritten schonen; Teams unter Druck spielen in der letzten Partie offener. Wer in der Gruppenphase auf den Gruppensieger setzt, wettet auf eine Motivation, die nicht über 90 Minuten sichtbar ist, sondern über drei Spiele hinweg.
Ab dem Viertelfinal wird das K.-o.-System zum eigentlichen Faktor. Eine Mannschaft, die in der Verlängerung gewinnt, hat 120 Minuten gespielt und drei Tage später antreten dürfen — die Regeneration wird zum Teil der Vorhersage, den keine Quote ausweist, weil sie in der Bewertung des Teams steckt. Und wenn ein Spiel in die Verlängerung geht, entscheidet bei einer Wette auf den Spielausgang die reguläre Spielzeit. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer, im Fussball also etwa 90 Minuten, plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Ein 1:0 nach 120 Minuten ist also kein 1:0 für die Wette auf den Ausgang — es sind 0:0.
Wer das verwechselt, ärgert sich in jedem Turnier über denselben Vorgang, und die Wette auf die Verlängerung selbst kostet in der Regel mehr als die Wette auf den regulären Ausgang. Eine Wette auf den Ausgang nach regulärer Spielzeit ist für den Ärger anfällig, ein Sieger-Tipp ohne Spielausgang für die Teilnehmer am Finaltag dagegen weniger.
Ein Finale, das ausgezeichnet wurde und strittig geblieben ist
Das letzte Turnier fand vom 21. Dezember 2025 bis 18. Januar 2026 in Marokko mit 24 Nationen statt, nachdem es wegen Terminkonflikten mit der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2025 vom Sommer auf den Jahreswechsel verschoben worden war. Im Finale am 18. Januar 2026 gewann Senegal gegen Gastgeber Marokko 1:0 nach Verlängerung. Torschützenkönig wurde Brahim Díaz aus Marokko mit fünf Toren; das Spiel um Platz 3 gewann Nigeria gegen Ägypten.
Und dann kam das Nachspiel. Zwei Monate nach dem Finale wertete die CAF die Partie mit 3:0 für Marokko, weil Senegals Spieler nach einem umstrittenen Elfmeterpfiff in der Nachspielzeit vorübergehend den Platz verlassen hatten. Der senegalesische Verband kündigte Berufung beim CAS an. Damit hat dieses Turnier eine Besonderheit, die beim nächsten Mal wieder passieren kann. Ein Platzverweis am Rand, ein Videoschiedsrichter-Entscheid in der letzten Minute — die Bewertung einer Wette entscheidet sich nicht nur auf dem Platz, sondern auch an der Frage, welches Ergebnis am Ende offiziell gilt.
Für den Vergleich der beiden Schweizer Veranstalter ist dieser Schlusspunkt ein gutes Argument für den nächsten Termin: Wer Sporttip und Jouez Sport nach dem Angebot zum Turnier vergleicht, wird in deren eigenen Regeln nachschauen, wie mit einem nachträglich abgeänderten Ergebnis umgegangen wird. Beide Häuser haben diese Frage in ihren Bedingungen.
Wer mitspielt und wer pausiert
Der Afrika-Cup bringt Nationen zusammen, die in der Weltrangliste weit auseinander liegen. Ägypten mit sieben Titeln, Marokko, Senegal und der aufstrebende Block im Osten stehen gegen Qualifikanten, die zum ersten Mal dabei sind. Genau daraus entsteht das Quotenbild. Gegen einen der Favoriten in der Gruppenphase liegt die Quote für den Favoriten in der Regel tief, in einem Achtelfinale zwischen Favorit und Aussenseiter kann sie über 3.00 steigen.
Die 24 Teilnehmer und die 54 gemeldeten Qualifikanten erzählen dabei vom Zeitpunkt der Entscheidung. Ein Team wie die Elfenbeinküste, das in der Gruppenphase nicht alles gewinnt, kann in der K.-o.-Runde plötzlich eine niedrigere Quote haben als ein Gruppensieger mit leichter Auslosung. Der Platz in der Tabelle und das Können fallen hier zusammen — nicht in der Reihenfolge, die die Karte nahelegt.
Nach was die zehn im Vergleich sortiert sind
Was ein Vergleich leisten kann, hängt davon ab, was er überhaupt prüfen kann. Bei Afrika-Cup-Wetten in der Schweiz sind das wenige Dinge, aber die richtigen: die Bewilligungslage, die Frage, wer für welches Gebiet veranstaltet, und die Bedingungen, die in den Regeln der beiden Häuser stehen. Die ausländischen Marken sind in dieser Liste, weil Schweizer Wettende sie antreffen — nicht weil hier eine gleichwertige Alternative stünde. Werbung für ein in der Schweiz nicht erlaubtes Geldspiel ist nach Art. 74 Abs. 3 und Art. 131 BGS strafbar; beschreiben und einordnen ist erlaubt, bewerben nicht.
Die Reihenfolge folgt dieser Logik. Vorne stehen die zwei Veranstalter, die überhaupt eine Schweizer Bewilligung haben, zuerst der deutschsprachige, dann der Westschweizer. Danach kommen die acht Portale ohne Schweizer Bewilligung, und diese acht stehen nicht in einer Rangfolge gegeneinander: Ihre Bewilligungsangaben sind identisch, weil sie identisch sind — keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und ihre Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden.
Ein Vergleich, der diese beiden Gruppen in einer Tabelle mischt, führt in die Irre. Die Gruppen unterscheiden sich nicht in der Qualität, sondern in der Rechtsordnung, unter der das Geld steht. Ob ein Spanier in Genf bei einem Anbieter mit ausländischer Bewilligung anständige Quoten bekommt, lässt sich prüfen. Ob er im Schweizer Sinne Recht bekommt, wenn etwas schiefgeht, nicht.
Die beiden Häuser mit Bewilligung
Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport arbeiten unter demselben Gesetz, aber nicht im selben Gebiet. Das Gebiet entscheidet über die Teilnahme, nicht die Nationalität, nicht die Sprachkenntnis und nicht die Zahlungsmethode.
Preis, Boni und die Bedingungen dahinter
Was Bonus und Bedingungen betrifft, sagen die beiden Häuser nicht gleich viel. Loterie Romande und der Umfang ihres Bonuskatalogs, ihrer Mindestquoten und Fristen sind bezogen auf das Afrika-Cup-Angebot nicht belegt. Bei Sporttip sind die Bonusinstrumente dagegen bis auf die Zahl dokumentiert: Quotenboost, Profitboost und Kombiboost, jeweils online, mit festen Bedingungen und Limits.
Gratisspielguthaben braucht in der Schweiz die vorgängige Zustimmung der Gespa. Ausländische Häuser werben mit Gratiswetten und Bonusaktionen, die niemand in der Schweiz genehmigt. Ein Bonus, der keine Aufsicht kennt, ist kein Vorteil.
Rechnen mit dem Kontingent: was Limiten und Bedingungen in Franken bedeuten
Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 und für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer mit CHF 1’000 auf ein Gruppenspiel geht, hat also kein Achtelfinale mehr zu belegen.
Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, Minderjährige sind ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Für die Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.
Was das Kontingent bei Sporttip praktisch bedeutet, zeigt ein Blick auf die Instrumente. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der Kombiboost gilt nur online, in Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind.
Diese Stufen sind das interessanteste Stück Zahlenmaterial im ganzen Angebot und gleichzeitig das heikelste. Vier Voraussagen zu je 1.50 sind auf dem Papier einfach zu finden; einen Nettogewinn, auf den 40 % aufgeschlagen werden, gibt es erst bei zehn. Und die Prozentangaben beziehen sich auf den Gewinn, nicht auf den Einsatz — wer ohne Nettogewinn endet, bekommt auf null Prozent nichts. Der Booster ist damit kein Rabatt auf die Wette, sondern ein Rabatt auf den Fall, dass sie aufgeht.
Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Für Afrika-Cup-Spieltage ist das eine relevante Randbedingung: ein Doppel auf zwei Spiele desselben Tages ist unproblematisch, eine Kombination aus Ausgang und Torschützenkönig derselben Partie gehört in den Builder.
Was ein System aus mehreren Afrika-Cup-Spielen wirklich kostet
Eine Systemwette aus vier Spielen mit je CHF 100 Einsatz liegt über der Limite von CHF 1’000, wenn sie als Einzel- oder Kombinationswette gebucht wird, und braucht eine Teilung. Der Höchsteinsatz für eine Systemwette liegt bei CHF 10’000 und ist damit zehnmal so hoch — der Veranstalter rechnet eine Kombination aus mehreren Voraussagen also weniger streng als eine Einzelwette. In einem Turnier mit sechs Gruppenspieltagen und dichten Anstosszeiten braucht es diese Grösse selten, und wer sie braucht, hat ein anderes Problem als die Limite.
Für kleinere Budgets bleibt die Untergrenze. Ein Mindesteinsatz von CHF 1 macht eine Serie von Einzelwetten auf mehrere Spiele möglich, ohne dass eine davon gross ausfallen muss; die Verlustlimite hingegen gilt für die Summe und nicht pro Wettschein. Wer sechs Spiele mit je CHF 1 spielt, hat CHF 6 verbraucht und nicht sechs Mal CHF 1.
Sporttip-Livewetten gelten unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen wie einem Elfmeter, einer Roten Karte oder einem Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Im K.-o.-System des Afrika-Cups, in dem eine Verlängerung an jeder Ecke hängen kann, ist das kein Detail: der kurze Moment zwischen Pfiff und Systemaktualisierung entscheidet dann darüber, ob ein Einsatz noch zählt.
Cash-Out: der Ausstieg, den es nicht für jede Wette gibt
Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten.
Für ein Turnier mit so vielen Spielen an so vielen Abenden ist das eine eigenartige Konstruktion: Man kann die Halbzeitführung kassieren, aber nicht die Hälfte der Wette auflösen. Und der Betrag, der beim vorzeitigen Ausstieg herauskommt, liegt unter dem, was die Wette bei regulärem Ausgang gebracht hätte — wer aussteigt, verkauft eine noch offene Chance zu einem Preis, den der Veranstalter festlegt.
Die zehn Anbieter im Vergleich
Zehn Namen, zwei Rechtsordnungen. Die Reihenfolge unten ist die der Einordnung und nicht die einer Rangliste.
Swisslos Sporttip: die Bewilligung für den ganzen deutschsprachigen Landesteil
Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Veranstalterin ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel. Die Bewilligungen stützen sich auf das BGS mit Aufsicht der Gespa und gelten nur in der Schweiz (Art. 4 BGS).
Ein Reingewinn von CHF 562 Mio. aus dem Jahr 2025 wandert in öffentliche Zwecke: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe; aus den Sportwetten kamen CHF 109 Mio. nach CHF 122 Mio. im Jahr 2024. Das ist keine Marginalie, sondern die Begründung des Modells: das Geld bleibt im Land, und deshalb darf hier nur dieses Haus.
Der Schutzapparat ist dicht und konkret: Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage schon vor der ersten Teilnahme, Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000, Senkung sofort, Erhöhung nach 72 Stunden, dazu eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage. Der Zugang lässt sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage sperren, unbefristet sogar in einem Register, das auch die Casinos erfasst.
Der Preis dafür ist die Marktbreite. Die Gespa-Liste gibt die Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten vor, Eckball- und Kartenmärkte fehlen darauf, und ein Esport-Bereich ebenso. Und beim Wetten auf den Afrika-Cup entscheidet die Quote am Ende weniger über den Erfolg als der Umstand, dass hier niemand direkt neben dem Spielfeld sitzt: Die Bewertung von Verlängerung und Platzverweis richtet sich nicht nach der Stimmung auf dem Platz, sondern nach Regeln.
Loterie Romande Jouez Sport: derselbe Rahmen, sechs Kantone
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Die Bewilligungslage entspricht der von Sporttip: Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel unter dem BGS und Aufsicht der Gespa, gültig nur in der Schweiz.
Zwei Häuser mit derselben gesetzlichen Lage und zwei getrennten Landesteilen, ohne dass ein Wechsel möglich wäre. Wer aus dem Wallis nach Zürich zieht, verliert sein Konto und muss neu registrieren; wer in Genf arbeitet und in Lausanne wohnt, kann nicht einfach das Haus mit den besseren Quoten wählen. Der Wettbewerb zwischen beiden Anbietern, den ein Verbraucher erwartet, findet nicht statt. Beide haben die Zahl der Verkaufsstellen und nicht das Preisniveau zum Argument.
Wer im Kanton Freiburg wohnt und auf den Afrika-Cup setzen will, geht also zu Jouez Sport, und wer im Kanton Zürich wohnt, zu Sporttip. Alles andere ist liegen gelassen.
Bruce Bet
Keine Schweizer Bewilligung. Eine Bewilligung nach Art. 4 BGS hat hier keine Kraft, eine angegebene ausländische Bewilligung ebenso wenig; Verbindungen zum Schweizer Sperrregister und einen Schweizer Rechtsweg gibt es nicht, und die Domains des Anbieters können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden. Wer seinen Gewinn nicht bekommt, hat keine Schweizer Stelle, an die er sich wenden könnte. Auch die Steuerfrage dreht sich damit um: Gewinne aus dem Ausland sind hier nicht der Verrechnungssteuer unterworfen, dafür behandelt etwa die kantonale Praxis in Thurgau sie als volles Einkommen.
Was Bruce Bet zum Afrika-Cup anbietet — Märkte, Quoten, Limiten —, ist über die Bewilligungsfrage hinaus nicht belegt. Wer das Portal dennoch prüft, schaut auf dessen eigene Bedingungen und nicht auf ein Schweizer Bewilligungsschreiben. Der Massstab für den Vergleich mit den beiden Häusern oben ist damit die einzige Konstante, die dieser Eintrag liefert.
1xBet
Keine Schweizer Bewilligung. Das Muster ist das der ersten ausländischen Marke: keine Kraft der ausländischen Bewilligung nach Art. 4 BGS, keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Möglichkeit der Aufnahme in die Sperrliste. Dazu kommt das Domain-Hopping — blockierte Adressen werden innert Stunden ersetzt, und die Gespa nennt Interwetten und Bet-at-Home als Beispiele für dieses Vorgehen. Ein Portal, das per DNS gesperrt wird, ist für Schweizer Nutzende kurzfristig unerreichbar und mittelfristig wieder da.
Was davon auf 1xBet zutrifft, entscheidet der Einzelfall und nicht die Bewilligungslage. Fest steht nur, dass ein afrika-cup-spezifisches Wettangebot bei diesem Anbieter hier nicht belegt ist und der Vergleich mit den beiden Häusern oben über das hinausgeht, was über 1xBet hier gesagt werden kann.
Funbet
Keine Schweizer Bewilligung. Damit gilt auch hier: keine Kraft der angegebenen Bewilligung in der Schweiz, kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste möglich.
Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung zu veranstalten ist eine Straftat: bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Bestraft wird der Veranstalter, nicht der Spielende. Der Erlass des Bundesamts für Justiz entlastet den einzelnen Kunden — nicht sein Geld: In einem Verfahren gegen den Anbieter können Einsätze und Gewinne beschlagnahmt werden. Ein Szenario, das für den, der verliert, angenehmer ist, als es klingt, und für den, der gewinnt, unangenehmer.
Über das Afrika-Cup-Angebot von Funbet sagt das nichts; über die Bewilligungslage sagt es genug.
Boomerang Bet
Keine Schweizer Bewilligung und damit dieselbe Rechtslage wie bei den vorangehenden Marken. Die Bewilligungsangabe hat in der Schweiz keine Kraft.
Für afrika-cup-spezifische Märkte, Quoten oder Limiten bei diesem Anbieter gibt es hier keine Grundlage, und auch keine für Schweizer Zahlungswege. Eine gesetzliche Sperre für Zahlungen an ausländische Wettportale existiert nicht — die Sperrliste arbeitet über DNS bei den Telekom-Anbietern, nicht über die Bank. Wer hier Geld hinbewegt, tut es mit dem eigenen Konto und ohne Rückholrecht.
BetLabel
Keine Schweizer Bewilligung. Kein Schweizer Rechtsweg, keine Verbindung zum Sperrregister, Sperrliste möglich.
Bei den Zahlungswegen gilt dasselbe wie bei jedem ausländischen Portal: Die Auszahlung eines bewilligten Schweizer Anbieters läuft ausschliesslich auf ein Konto im Namen des Kontoinhabers (Art. 50 Abs. 2 VGS), anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es dort nicht, und Kredit an Spielende ist untersagt (Art. 75 Abs. 1 BGS). Beim Ausland fehlt die Zahlungsregel und mit ihr der Schweizer Kontrollpunkt. Was BetLabel an Afrika-Cup-Märkten bietet, ist hier nicht belegt, und die Zahl der Spieltage im Juni und Juli macht die Frage nicht kleiner.
Gamdom
Keine Schweizer Bewilligung. Eine Bewilligung nach Art. 4 BGS gilt nur in der Schweiz, eine im Ausland erworbene hier nicht. Kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste möglich.
Wer das Afrika-Cup-Turnier über ein solches Portal verfolgt, hat zwei Themen getrennt zu halten: die Bewilligungsfrage und die eigene Einsatzhöhe. Die zweite ist auch hier die einzige, die sich ohne Schweizer Aufsicht regeln lässt. Die Verlustlimite, die ein Schweizer Anbieter vorschreibt, setzt hier niemand.
Pribet
Keine Schweizer Bewilligung. Die Bewilligungslage entspricht der der vorangehenden Marken.
Ein Hinweis für Wetten auf ein Turnier mit unbekannten Teilnehmern: Der Veranstalterkenntnisvorteil ist auf einem Markt, den er selbst eröffnet, immer eingepreist. Genau das ist der Grund, warum ein afrika-cup-spezifisches Angebot bei diesem Anbieter und die Frage nach der Fairness des Preises nicht auseinandergehalten werden können. Für den Schweizer Markt bleibt es beim Bewilligungsproblem.
WirWetten
Keine Schweizer Bewilligung. Kein Schweizer Rechtsweg, keine Verbindung zum Sperrregister, Sperrliste möglich.
Für die Verrechnungssteuer bedeutet das: Gewinne aus dem Ausland unterliegen ihr hier nicht, sind aber je nach Kanton als Einkommen zu versteuern, wie die Praxis etwa im Thurgau zeigt.
Was der Afrika-Cup 2025 für die nächste Ausgabe bedeutet
Sechs Vierergruppen, 24 Nationen, ein Turnier im Winter, verschoben wegen der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2025. Die nächste Ausgabe verlegt in den Nordwesten des Kontinents. Wer sich mit dem Modus einmal beschäftigt hat, erkennt die Muster ohne Mühe. Wer sich mit Quoten beschäftigt, sieht das Angebot anders.
Organisator, Modus und die letzte Ausgabe
Die CAF organisiert den Afrika-Cup und tat das erstmals 1957. Das Format kannte früher weniger Starter; seit 2019 sind es 24, und ab 2028 soll das Turnier nur noch alle vier Jahre stattfinden statt alle zwei. Vier Jahre sind eine lange Zeit für eine Quote, die sich auf ein Turnier bezieht — Langzeitwetten auf den Sieger 2027 haben also eine kurze Gültigkeitsdauer und einen langen Vorlauf. Wer so eine Wette abschliesst, bindet seinen Einsatz über den Sommer hinaus, ohne den Kader zu kennen.
Die drei Puzzleteile, die für 2027 feststehen: die drei Gastgeber im Osten, das Datum vom 19. Juni bis 17. Juli 2027, und 54 gemeldete Mannschaften in der Qualifikation. In der Schweiz stehen die Chancen, eine dieser Partien bei Sporttip in einem Wettprogramm zu sehen, nicht schlecht — vorausgesetzt, sie steht auf der Liste der Gespa. Wer im Juli auf ein bestimmtes Spiel setzen will, prüft also zuerst, ob es im Programm steht, und nicht, ob es im Kalender steht.
Wie eine Wette auf den Turniersieger funktioniert
Eine Wette auf den Sieger der Endrunde ist eine Langzeitwette. Sie wird nicht vor dem Anpfiff entschieden, und bei Sporttip fallen Langzeitwetten ausdrücklich unter die Wetten, für die Cash-Out möglich ist — vor Spielbeginn und live, solange der Veranstalter ihn anbietet. Ein zwischenzeitlicher Ausstieg auf den Favoriten ist damit möglich, aber nur vollständig und nur zum Preis, den Sporttip nennt.
Die Rechnung bleibt dieselbe wie oben: Der Auszahlungsbetrag folgt aus Einsatz mal Quote, und die Marge steckt in der Quote, egal wie lange die Wette offen bleibt. Ein Langzeitmarkt hat dabei oft eine andere Marge als ein 1X2 auf ein einzelnes Spiel. Belastbare Vergleichszahlen dazu sind hier nicht zu belegen.
Was der Vergleich am Ende sagt
Beim Afrika-Cup bindet sich die Schweizer Frage nicht an die Qualität der Anbieter, weil nur zwei überhaupt über eine Bewilligung verfügen. Die Auswahl ist trotzdem reell, aber sie ist eine Wahl zwischen Gebiet und Kontingent, nicht zwischen zwanzig Willkommensgeschenken. Wo Sporttip ein dichteres Bonusinstrument und dokumentierte Limiten zeigt, bleibt bei Jouez Sport das Gegengewicht der Westschweizer Verkaufsstellen. Für den einen ist die Bewilligung das Argument, für den anderen der Ort.
Wer das Turnier ernsthaft begleiten will, plant den Juni und den Juli mit der Limite von 1, 7 und 30 Tagen und nicht mit dem Spielplan. Der Plan gibt sechs Gruppenspiele pro Team, der Kontostand kennt nur drei Limiten.
Häufige Fragen zu Afrika-Cup-Wetten in der Schweiz
Wer organisiert den Afrika-Cup, und wann findet die nächste Ausgabe statt?
Organisiert wird der Wettbewerb von der CAF; die nächste Ausgabe ist vom 19. Juni bis zum 17. Juli 2027 in Kenia, Tansania und Uganda angesetzt, zur Qualifikation haben sich 54 Mannschaften gemeldet. Seit 2019 nehmen 24 Teams teil, ab 2028 soll nur noch alle vier Jahre gespielt werden.
Darf in der Schweiz auf den Afrika-Cup gewettet werden, und bei welchem Veranstalter?
Nur bei Swisslos Sporttip und der Loterie Romande Jouez Sport, und nur auf Ereignisse, die auf der Liste der Gespa stehen. Eine ausländische Bewilligung hat nach Art. 4 BGS hier keine Kraft. Wer bei einem ausländischen Portal wettet, hat keinen Schweizer Rechtsweg und keinen Anschluss an das Sperrregister.
Zählen Verlängerung und Elfmeterschiessen bei einer Wette auf den Spielausgang?
Bei Sporttip nicht: Zur regulären Spielzeit gehören rund 90 Minuten plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie ausdrücklich Gegenstand der Wette sind. Der Ausgang nach 90 Minuten entscheidet also, nicht der Ausgang nach 120.
Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote, und was ist die Marge?
Der Auszahlungsbetrag ist Einsatz mal Quote, der Nettogewinn Einsatz mal Quote minus 1. Die Marge ist der Teil des Einsatzes, der dem Veranstalter über alle Ausgänge eines Marktes hinweg bleibt; aus drei Quoten von 2.10, 3.40 und 3.60 ergibt sich zum Beispiel eine Marge von rund 4,6 %. Belastbare Werte für einzelne Afrika-Cup-Märkte liegen hier nicht vor.
Wie funktionieren die Verlustlimiten, und wie wird eine Spielsperre eingetragen?
Bei Sporttip werden Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage vor der ersten Teilnahme festgelegt, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 — unter 21 Jahren CHF 1’000. Senken wirkt sofort, erhöhen erst nach 72 Stunden. Eine Selbstsperre gilt für 1 bis 180 Tage; unbefristet landete sie in einem schweizweiten Register, das auch Casinos einschliesst.
Ab welchem Betrag fällt auf Wettgewinne Verrechnungssteuer an, und was heisst «je nach Kanton»?
Bis zum Steuerfreibetrag je Einzelgewinn bleibt der Gewinn einkommenssteuerfrei. Ab dem 1.1.2026 liegt der Bundesfreibetrag bei CHF 1’071’000, für 2025 bei CHF 1’070’400; die Kantone haben eigene Freibeträge, deshalb gilt «je nach Kanton». Darüber behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird.
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Inhalt erstellt vom Team «seriosewetten»
