Bestandskunden-Boni in der Schweiz – zwei Veranstalter, wenige Aktionen, harte Bedingungen

Updated Oktober 2026
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Ein einzelnes Geschenkpaket mit Schnur liegt auf einem Holztisch neben einer brennenden Kerze.

Der grosse Teil der Werbung für Sportwetten richtet sich an Menschen, die noch kein Konto haben. Danach wird es still. Wer einmal angemeldet ist, findet in der Schweiz kaum noch ein Angebot, das ihm entgegenkommt, und das hat weniger mit mangelnder Grosszügigkeit der Veranstalter zu tun als mit dem Gesetz, das ihnen die Hände bindet. Wer heute ein bestehendes Konto führt, tut gut daran, den Markt so zu lesen, wie er ist: zwei bewilligte Veranstalter, eine Handvoll Aktionen und Bedingungen, die man vor dem Klick gelesen haben sollte.

Die Aktion der Loterie Romande für Jouez Sport fand über den Jahreswechsel 2025/2026 an sieben Tagen statt.

Datenstand: Oktober 29, 2026. Geprüft gegen die Bewilligungen und Aufsichtsunterlagen der Gespa sowie die veröffentlichten Spielregeln und Teilnahmebedingungen der beiden bewilligten Veranstalter.

Was Sportwetten-Guthaben für bestehende Konten sein können – und was nicht

Der erste Schritt zum Verständnis ist eine Unterscheidung, die in der Werbung systematisch verwischt wird. Ein Guthaben, das man zum Wetten benutzen kann, ist nicht dasselbe wie Geld. Bei beiden Schweizer Veranstaltern gilt: Gratisspielguthaben aus einer Promotion ist nicht auszahlbar. Es wandert in das Spielerkonto, es lässt sich einsetzen, es lässt sich nicht auf ein Bankkonto überweisen. Wer eine Aktion mit CHF 10 Spielguthaben sieht, hat also CHF 10 Wettmöglichkeit gewonnen, nicht CHF 10.

Das ist keine Spitzfindigkeit, sondern der ganze Punkt. Ein Gewinn, der auf dem Spielerkonto liegen bleibt, ist nur dann etwas wert, wenn daraus ein auszahlbarer Gewinn wird. Genau dort entscheidet sich, ob eine Aktion für ein bestehendes Konto überhaupt ins Gewicht fällt.

Die zweite Unterscheidung betrifft die Herkunft des Geldes. Wer CHF 10 einsetzt, hat sie eingezahlt. Wer CHF 10 Gratisspielguthaben einsetzt, hat nichts eingezahlt und kann nur die Gewinnerhöhung behalten. Das reduziert den Erwartungswert jeder Gratiswette auf den Nettogewinn, und dieser Unterschied erklärt, weshalb ein Geschenk mit Schnur um ein Paket nicht dasselbe ist wie ein Geschenk ohne.

Was es daneben gibt, ist keine Wette, sondern eine Verbesserung einer echten: der Kombiboost, der Quotenboost, der Profitboost. Diese Formen setzen voraus, dass der Spielende eigenes Geld einsetzt, und sie zahlen erst bei einem Gewinn. Ein Boost ist damit kein Guthaben, sondern eine Erhöhung der Auszahlung auf eine Wette, die man ohnehin getätigt hätte.

Für bestehende Konten heisst das in der Praxis: Es gibt drei Kategorien, und nur eine davon ist ein echtes Guthaben.

Die dritte Kategorie wird von der Werbung nie als Bonus verkauft, ist aber die einzige, die ein Bestandskunde jede Woche spürt. Wer CHF 20 Mindestbetrag über eine App in ein Spielkonto schiebt, hat keine Gratiswette, aber er hat auch kein Papierformular ausgefüllt.

Die Rechtslage: Warum Treuegutscheine vorab geprüft werden

Bevor man sich über die Kargheit des Angebots ärgert, lohnt ein Blick auf die Ursache. Sie liegt nicht bei den Veranstaltern, sondern in einem Genehmigungsvorbehalt, den man in dieser Form in kaum einem anderen Markt findet.

Ein Treppenhaus mit Holzgeländer, von oben fotografiert, die Stufen winden sich nach unten.
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet.

Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel im Sinne des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019). Zuständig für die Aufsicht ist die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht in Bern, gestützt auf das Geldspielkonkordat, das am 1. Januar 2021 in Kraft trat. Wer hier eine Bewilligung bekommt, braucht zweierlei: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel. Und diese Bewilligung gilt nur in der Schweiz.

Kostenlose Spiele oder Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa. Dieser Satz erklärt praktisch alles, was auf dieser Seite folgt. Eine Aktion für bestehende Konten ist keine Marketingentscheidung, die ein Veranstalter am Montagmorgen für Donnerstag ansetzen kann. Sie ist ein Antrag. Im Jahr 2025 hat die Aufsicht der Loterie Romande 24 solcher Zustimmungen erteilt und Swisslos deren 8. Vier Dutzend über ein ganzes Jahr, für einen ganzen Markt, verteilt auf zwei Veranstalter.

Wer daraus schliesst, dass Aktionen für Bestandskunden hier etwas Ungewöhnliches sind, hat richtig geschlossen. Der aufwendige Weg ist der Preis der engen Aufsicht, und derselbe Mechanismus, der Gratisguthaben knapp hält, hält auch die Zahl der Wettanbieter bei zwei.

Bei diesen beiden handelt es sich um Swisslos mit dem Produkt Sporttip und um die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Swisslos ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel und veranstaltet ihre Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019, die sogenannte IKV 2020. Die Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande, nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Zwei Betriebe also, die unterschiedlich gross sind und unterschiedlich viele Menschen erreichen, und daraus ergeben sich zwei verschiedene Aktionskulturen.

Eine Bewilligung nach dem BGS gilt nur in der Schweiz. Was das für die Grenze bedeutet, wird im Abschnitt «Rechtslage konkret: Auszahlung, Verrechnungssteuer und die zwei Konten» erläutert, und es ist der wichtigste Satz für alle, die einer Werbeanzeige mit ausländischer Adresse begegnen.

Wer wo spielen darf: Vertragsgebiet und Wohnsitz

Der wichtigste Punkt für jede Aktion ist die Frage, wer überhaupt ein Konto eröffnen kann. Die Antwort ist in der Schweiz geografisch. Bei Swisslos wird Sporttip im Gebiet der Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt. Zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet.

Bei der Loterie Romande ist es der Westen: Founex, Nyon, Sion, Neuenburg, Genf, Delsberg – in den offiziellen Kürzeln Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis.

Rechtslage konkret: Auszahlung, Verrechnungssteuer und die zwei Konten

Wie Geld aus dem Spielerkonto herauskommt

Der Gang vom Spielerkonto auf ein Bankkonto ist bei beiden Veranstaltern geregelt, und die Regeln unterscheiden sich in Details, die für Bestandskunden wichtiger sind als jede Aktion.

Bei Swisslos gibt es einen Freiraum: Spielguthaben kann innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto ausbezahlt werden. Ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden. Die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar – dieser Satz wiederholt sich in jedem Dokument.

Bei der Loterie Romande ist die Staffelung nach Betrag gebaut. Gewinne bis CHF 1’000 netto werden direkt dem Wallet gutgeschrieben, Gewinne darüber auf das Konto der angegebenen IBAN überwiesen. Einzahlungen auf das Spielerkonto sind auf höchstens CHF 10’000 pro 30 Tage begrenzt und das Wallet-Guthaben ebenfalls auf höchstens CHF 10’000.

Die Gewinnschwellen unterscheiden sich: Bei Swisslos werden Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung automatisch dem Wallet gutgeschrieben, darüber erfolgt die Überweisung bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto des Teilnehmers.

Ein Punkt gilt für den gesamten bewilligten Markt und ist der eigentliche Gewinn daraus: Spielguthaben wird nur auf ein Zahlungskonto des Kontoinhabers ausbezahlt. Auszahlungen, die nicht auf den Namen des Kontoinhabers lauten, gibt es hier nicht, und eine Kreditvergabe an Spielende ist ausgeschlossen. Damit ist die Frage, auf welches Konto Gewinne gehen, für beide Veranstalter mit demselben Satz beantwortet: auf das eigene. Wer mit einer anonymen Auszahlung wirbt, beschreibt ein Geschäftsmodell, das in der Schweiz nicht vorgesehen ist – geschweige denn erlaubt.

Bei der Registrierung wird der Ausweis hochgeladen, die Daten werden ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer hier ein Konto führt, ist ein verifizierter Mensch, nicht ein Nickname.

Wann ein Gewinn Steuern kostet – und wann nicht

Gewinne aus einem schweizerisch bewilligten Grossspiel sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei. Sportwetten zählen für die ESTV ausdrücklich dazu. Der Bundessatz liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Wer darüber kommt, hat den Gewinn in der Steuererklärung zu deklarieren.

Weil der kantonale Freibetrag abweicht, schreibt man «je nach Kanton» und keine einzelne kantonale Zahl. Wer den Freibetrag mit seinem Kanton abgleichen will, fragt seine kantonale Steuerverwaltung oder eine Steuerberatung.

Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein. Es gibt keine Wettsteuer auf den Einsatz.

Für alle, die bei einem ausländischen Anbieter spielen, gilt eine eigene Überlegung. Auf Gewinne ausländischer Anbieter fällt keine Verrechnungssteuer an, dafür behandelt etwa die kantonale Praxis im Thurgau Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständiges Einkommen, unabhängig von der Höhe. Die fehlende Verrechnungssteuer ist also nicht dasselbe wie Steuerfreiheit. Das ist der unangenehme Teil, den keine Anzeige erwähnt.

Wie die Aktion aussieht, die es wirklich gab: Patinoires et Stades

Wer wissen will, wie ein Bestandskunden-Angebot in der Schweiz aussieht, findet in der Vergangenheit ein gutes Modell. Die Aktion «JouezSport – Patinoires et Stades» der Loterie Romande lief vom 17. Dezember 2025 bis 10. März 2026 an 7 Aktionstagen. Wer innert 7 Tagen den in den National-League-Stadien verbreiteten Code im verifizierten Konto eingab, erhielt CHF 10 Spielguthaben. Insgesamt gab es 7’000 Stück, die 30 Tage gültig waren und nicht auszahlbar sind.

Betrachtet man diese Aktion als Bauplan, ergibt sich eine Schablone, an der sich jede künftige «Treueaktion» messen lassen muss: ein kurzes Zeitfenster von einer Woche zwischen Code-Erhalt und Eingabe, 7 Aktionstage über fast drei Monate verteilt, eine Gesamtzahl von 7’000 Stück, eine Gültigkeit von 30 Tagen und die Nichtauszahlbarkeit über allem. Die Werbebotschaft heisst «CHF 10 geschenkt». Die Botschaft im Kleingedruckten heisst, dass CHF 10 Wettmöglichkeit an einem von drei Monaten abzuholen sind, an sieben Abenden, in einem Stadion, mit einem Code, den man in einer Woche eingeben muss. Wer das einmal gesehen hat, liest jede Aktion anders.

Wofür Aktionen eingesetzt worden sind – und wofür nicht

Einzahlen, Kombinieren, Live-Wetten

Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online, also für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.

Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Daraus ergibt sich ein Bild der Absicht hinter diesen Instrumenten. Sie erhöhen nicht das Guthaben, sie erhöhen den Einsatz- und Kombinationsanreiz. Der Kombiboost belohnt den, der mehr Wetten auf einen Schein nimmt, und der Boost belohnt den, der früh auf ein einzelnes Ereignis setzt. In beiden Fällen muss eigenes Geld zuerst gesetzt und gewonnen werden, bevor irgendetwas passiert.

Wo die Grenze verläuft: kein Gutscheincode nach aussen

Dass die Aktionsdichte niedrig bleibt, hat noch einen zweiten Grund, der nicht in der Aufsicht, sondern in der Werbung liegt. Werbung darf nicht aufdringlich und nicht irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten.

Die Zahl der Zustimmungen – 24 für die Loterie Romande und 8 für Swisslos im Jahr 2025 – ist damit der harte Deckel auf alles, was das ganze Jahr über an Gratisguthaben möglich ist. Eine Aktion für Bestandskunden ist immer eine Promotion, die irgendwann endet, und niemand kann einem sagen, wann die nächste kommt. Wer ein Konto eröffnet, um regelmässig Gratisguthaben abzuholen, plant mit etwas, das es so nicht gibt.

Eine zeitliche Beschränkung der Werbung nach Tageszeit gibt es in der Schweiz übrigens nicht. Die Beschränkung ist eine sachliche, keine zeitliche.

Was der Kombiboost unter dem Strich zahlt

Der Kombiboost ist das interessanteste Instrument im ganzen Bestandskundenbereich, weil er nicht mit einem Guthaben lockt, sondern mit einer Erhöhung des Gewinns, die sich ausrechnen lässt. In jeder Berechnung, die über eine feste Anzahl von Voraussagen läuft, wird der Auszahlungsbetrag des Gewinners zum Einsatz mal Quote plus dem Bonus auf diesen Nettogewinn. Addiert man diese Bonusstufe zum echten Produkt der Quoten, wird aus der Quote eine effektive Quote: das Produkt der einzelnen Quoten mal eins plus der Bonusprozentsatz.

Die Quotenschwelle von 1.50 pro Voraussage ist der eigentliche Filter, und sie ist wirkungsvoller, als sie aussieht. Jede zusätzliche Voraussage erhöht den Bonus deutlich, aber sie senkt die Chance, ihn zu bekommen. Bei fünfzehn guten Quoten liegt das Produkt in einem Bereich, in dem die beste erscheinende Stufe die am wenigsten erreichbare ist: 100 % Bonus auf einen Gewinn, der praktisch nie eintritt, sind ein Plakat, kein Ertrag.

Der Kombiboost gilt nur online. Wer am Schalter in einer Verkaufsstelle Wetten abgibt, kommt nicht in den Genuss, und ein ausgeführtes Cash-Out lässt den Boost verfallen, weil die Wette dann vorzeitig beendet ist. Wer einen Kombischein mit Boost baut, muss ihn also durchlaufen lassen – das ist eine Bindung, die der Werbetext nicht nennt.

Und eine Grenze schliesslich, die das ganze Instrument in den Rahmen zurückholt: Bei Swisslos ist der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000. Wer also denkt, er könne den 100-%-Bonus mit einem satten Einsatz multiplizieren, findet dort die Decke. Bei Systemwetten liegt die Limite bei CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Die Anbieter im Vergleich: zwei Bewilligungen, neun ausländische Seiten

Die folgende Einordnung nennt die zehn Anbieter in der Reihenfolge der Schweizer Veranstalter zuerst und danach der ausländischen Plattformen. Die Spalten sind bewusst schmal gehalten: Sie sagen, wer hier welche Bewilligung hat und ob eine Aufsicht dahintersteht, die für Schweizer Kunden erreichbar ist. Alles Weitere – Zahlungswege, Aktionsbedingungen, Limiten – hängt an den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Wer ein Konto eröffnen will, liest sie dort.

Anbieter Bewilligungsstatus Veranstalterin oder Aufsicht
Swisslos Sporttip Schweizer Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Aufsicht Gespa
Loterie Romande Jouez Sport Schweizer Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel Loterie Romande, Aufsicht Gespa
WirWetten ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz ausserhalb der Schweiz, rechtlich bedeutungslos in der Schweiz
Playzilla ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz ausserhalb der Schweiz, rechtlich bedeutungslos in der Schweiz
FortuneJack ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz ausserhalb der Schweiz, rechtlich bedeutungslos in der Schweiz
1xBet ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz ausserhalb der Schweiz, rechtlich bedeutungslos in der Schweiz
22Bet ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz ausserhalb der Schweiz, rechtlich bedeutungslos in der Schweiz
Bahigo ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz ausserhalb der Schweiz, rechtlich bedeutungslos in der Schweiz
Jackbit ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz ausserhalb der Schweiz, rechtlich bedeutungslos in der Schweiz
AmunRa ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz ausserhalb der Schweiz, rechtlich bedeutungslos in der Schweiz

Die zweite Spalte ist über weite Strecken monoton, und das ist die eigentliche Information. Es gibt in der Schweiz keinen Lizenzwettbewerb, den ein Ranking abbilden könnte. Die Liste ist deshalb keine Rangliste im üblichen Sinn, sondern eine Sortierung: oben die zwei Häuser, die hier veranstalten dürfen, unten acht Plattformen, bei denen dasselbe Wort «Bewilligung» etwas völlig anderes bedeutet.

Swisslos Sporttip: der Kombiboost als eingebautes Treueprogramm

Der grösste Anbieter des Landes füllt drei Viertel der Deutschschweiz und dazu das Tessin. Swisslos ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, das Sportprodukt heisst Sporttip. Das Konto ist nur für Menschen, die im Swisslos-Vertragsgebiet wohnen.

Das eigentliche Bestandskundenprogramm von Sporttip besteht nicht aus Gutscheinen, sondern aus drei Instrumenten, die ohne Zutun des Veranstalters jederzeit greifen: Quotenboost, Profitboost und Kombiboost. Wer regelmässig Kombinationen spielt, wird diese Erhöhungen häufiger sehen als jede Aktion mit Gratisguthaben. Das ist der Punkt, an dem sich Bestandskundenpflege in der Schweiz abspielt.

Seinen Preis hat das Instrument in der Form. Mindestens vier Voraussagen mit je mindestens 1.50 sind die Eintrittskarte, und der Sprung von 5 % auf 100 % ist so steil gebaut, dass der hohe Bonus fast ausschliesslich auf Scheinen erscheint, die kaum jemand gewinnt. Wer eine Kombination aus fünfzehn Fussballspielen mit je 1.50 baut, hat jedes einzelne Ergebnis richtig – das ist keine Wette mehr, das ist ein Lottoschein mit Sportanstrich. Der mittlere Bereich ist der realistische: sieben Voraussagen bringen 20 %.

Zwei Einschränkungen sind für die Praxis wichtiger als der Prozentsatz. Der Kombiboost gilt nur online und nur für vollständig durchlaufene Wetten, ein Cash-Out lässt ihn verfallen. Wer also den Boost in einem Spiel nutzt, das er später abbricht, verliert die Erhöhung still und leise.

Bei den Live-Wetten gibt es eine Regel, die man kennen sollte: Eine Wette zählt mit Quote 1.00, wenn sie nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert wird, und in spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer live mit Boost spielt, kann hier einen Treffer verlieren, ohne dass ein Ergebnis falsch war.

Daneben stehen Dinge, die mit Boni nichts zu tun haben, aber das Konto eines Bestandskunden prägen. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1. Aufgeladen wird das Spielkonto unter anderem über PostFinance Pay, wobei der Mindestbetrag CHF 20 beträgt; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Das Aufladen läuft also gegen eine Decke, lange bevor ein Bonusproblem entsteht.

Sporttip bietet Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden.

Das erklärt den Reiz und die Grenze des Kombiboosts in einem Satz: Sporttip hat den Bestandskunden ein Instrument gegeben, das mehr wert wird, je mehr Wetten auf einen Schein kommen, und hat gleichzeitig den Weg verbaut, diesen Schein vorzeitig zu beenden. Die Erhöhung ist also nur so viel wert, wie die Bereitschaft, den Schein zu halten. Ein Spieler, der ohnehin Kombinationen durchlaufen lässt, bekommt hier ohne Aktion etwas; ein Spieler, der gern früh aussteigt, zahlt den Boost mit einem abgeschnittenen Cash-Out-Wert.

Loterie Romande Jouez Sport: Stimmung im Stadion, kein Programm

Im Westen veranstaltet die Loterie Romande das Produkt Jouez Sport, für die sechs Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Der Betrieb ist deutlich kleiner als Swisslos, gemessen an Verkaufsstellen und Mitarbeitenden, und er bedient einen eigenen Sprachraum mit eigener Sportkultur – Eishockey vor Fussball.

Für Bestandskunden ist die Loterie Romande in erster Linie durch eine Aktion bekannt geworden. Die Kampagne «JouezSport – Patinoires et Stades» lief vom 17. Dezember 2025 bis 10. März 2026 und verteilte an 7 Aktionstagen Gratisspielguthaben von CHF 10 an Kunden, die einen in den National-League-Stadien verbreiteten Code im verifizierten Konto eingaben. 7’000 Stück gab es insgesamt, 30 Tage gültig, nicht auszahlbar, und der Code musste innert 7 Tagen nach Erhalt eingegeben werden.

Der Aufbau verrät die Logik solcher Aktionen. Die Codes werden dort verteilt, wo die Zielgruppe schon ist und schon guter Laune ist – im Stadion, an einem Abend, an dem ohnehin gespielt wird. Die kurze Eingabefrist von 7 Tagen und die Gesamtzahl von 7’000 Stück begrenzen das Angebot physisch. Und CHF 10 Spielguthaben, das nicht auszahlbar ist und 30 Tage gültig bleibt, bindet den Nutzer an ein Konto, das er danach weiter benutzt. Als Marketingvorgang ist das geschickt. Als Geschenk ist es die kleinste Einheit, mit der sich das Wort Gratisguthaben noch verwenden lässt.

Was daneben für Bestandskunden zählt, ist das Wallet. Einzahlungen sind auf höchstens CHF 10’000 pro 30 Tage begrenzt, das Wallet-Guthaben ebenfalls auf höchstens CHF 10’000. Gewinne bis CHF 1’000 netto werden direkt dem Wallet gutgeschrieben, höhere Beträge gehen auf die angegebene IBAN.

Wer in der Westschweiz in einem Eishockeystadion mit einem Flyer in der Hand steht, sollte also wissen, was er hält: kein Geld, sondern eine Frist. Der Vergleich mit dem Deutschschweizer Gratisspielguthaben ist der aufschlussreichste auf dieser Seite, denn er kehrt die Verhältnisse um. Wer in den Westschweizer Kantonen wohnt und dort ein Konto führt, findet bei der Loterie Romande gelegentlich Gratisspielguthaben mit einer knappen Frist; wer im Swisslos-Vertragsgebiet wohnt, findet stattdessen fast nur laufende Boosts ohne Frist, ohne Aktionscharakter und ohne Geschenk. Zwei Modelle, zwei Kantonsgruppen, keine Wahlmöglichkeit – das Vertragsgebiet entscheidet.

WirWetten: eine Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz

WirWetten hat keine Schweizer Bewilligung. Das ist die einzige Feststellung, die hier zählt, und sie ist im Gesetz klar geregelt: Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten. Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft, unabhängig davon, welches Land sie ausgestellt hat.

Der praktische Unterschied zeigt sich nicht am Tag der Anmeldung, sondern am Tag des Streits. Ein Schweizer Kunde ist bei einem solchen Anbieter nicht an das hiesige Sperrregister angeschlossen, und er hat keinen Schweizer Rechtsweg. Wer dort ein Konto führt, verhandelt mit einem Unternehmen in einer Jurisdiktion, die für ihn nicht erreichbar ist. Dass die Domains solcher Anbieter auf die Sperrliste der Gespa kommen und von Schweizer Telekom-Anbietern über DNS blockiert werden können, ist die logische Folge: Einem Markt, der nicht zugelassen ist, wird der Zugang genommen, nicht die Werbung.

Damit ist auch die Frage der Bestandskundenaktionen beantwortet, ohne dass man darüber spekulieren müsste. Was ein nicht bewilligter Anbieter an Bestandskunden ausschüttet, entzieht sich der hiesigen Aufsicht und damit auch der Prüfung, die bei den beiden bewilligten Häusern jede Gratisguthaben-Aktion durchläuft.

Playzilla: Willkommenspaket als Kern des Angebots

Auch Playzilla fällt unter dieselbe Feststellung: keine Schweizer Bewilligung, keine Kraft einer ausländischen Lizenz hierzulande, kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg. Wer dort spielt, spielt ausserhalb des Systems, das diese Seite an verschiedenen Stellen beschreibt.

Interessant ist für das Thema dieser Seite ein anderer Punkt. Die Plattform hat ihren sichtbarsten Aufwand im Werbeangebot für Neukunden, und genau in diesem Punkt unterscheidet sie sich von den beiden Schweizer Häusern mehr als in der Bewilligungsfrage: Was nach der ersten Einzahlung für ein bestehendes Konto folgt, ist bei einem Anbieter ohne gemeinnützige Zweckbindung eine reine Marketingfrage.

FortuneJack: ein Angebot ohne Schweizer Anlaufstelle

FortuneJack operiert ohne Schweizer Bewilligung. Für Spieler in der Schweiz bedeutet das dasselbe wie bei jedem der hier genannten ausländischen Anbieter: keine hiesige Aufsicht, keine Bindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Möglichkeit, dass die Domain auf die Sperrliste kommt und blockiert wird.

Ein Umstand, der oft übersehen wird und hier besondere Bedeutung hat, ist die Steuerfolge. Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung gewinnt, zahlt keine Verrechnungssteuer, aber er lebt mit der kantonalen Praxis, die solche Gewinne als Einkommen behandeln kann – im Thurgau etwa als vollständiges Einkommen, unabhängig von der Höhe. Ein Bestandskundenbonus, der steuerfrei aussieht, ist damit eine Frage des Wohnkantons, nicht des Anbieters.

1xBet: der Anbieter mit der schmalsten Bewilligungsgrundlage

1xBet hat keine Schweizer Bewilligung. Die ausländische Lizenz, die der Anbieter meldet, hat in der Schweiz keine Kraft; sie ist hier eine Formsache ohne Wirkung. Schweizer Kunden steht damit weder der hiesige Rechtsweg noch der Anschluss an das Sperrregister offen.

Ein Eishockeyschläger lehnt an der Bande einer leeren Halle, auf dem Eis spiegeln sich die Deckenlampen.
Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50.

Das ist der Punkt, an dem diese Seite unbequem wird, und sie wird es bewusst. Bei einem Anbieter, dessen Bewilligung im Zielland keine Wirkung entfaltet, hat eine Beschwerde über eine nicht ausgestattete Bestandskundenaktion keine Adresse. Wer eine Streitigkeit über CHF 10 Spielguthaben führt, führt sie gegen ein Unternehmen, das in einer anderen Jurisdiktion sitzt. Das Verhältnis zwischen dem, was man verliert, und dem, was man aufwenden müsste, um es zurückzuholen, ist hier am schlechtesten.

22Bet: keine Schweizer Aufsicht über Bestandskundenaktionen

22Bet trägt keine Schweizer Bewilligung; die gemeldete Lizenz entfaltet hier keine Wirkung. Kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Sperrliste der Gespa kann die Domain blockieren.

Wer Bestandskundenaktionen bei einem solchen Anbieter beurteilen will, steht vor einem Problem, das mit Vorsicht und nicht mit Optimismus zu lösen ist: Es gibt keine Aufsichtsbehörde, die eine Aktion im Voraus prüfen könnte. Die Frage, ob eine Bedingung fair formuliert ist, entscheidet am Ende kein Schweizer Gremium, sondern der Anbieter selbst.

Bahigo: Werbung für Bestandskunden ohne Schweizer Grundlage

Bahigo hat keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft. Der Anbieter ist nicht an das Sperrregister angeschlossen, ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht, und die Domain kann auf die Sperrliste kommen.

Genau an dieser Stelle greift der Satz, der in der Schweiz juristisch folgenreich ist: Werbung für ein Glücksspiel, das in der Schweiz nicht bewilligt ist, ist verboten und kann mit einer Busse bis CHF 500’000 geahndet werden. Wer also in einem Schweizer Feedslot auf eine Bestandskundenaktion eines nicht bewilligten Anbieters stösst, sieht nicht eine Grosszügigkeit, sondern eine Ordnungswidrigkeit mit einem Preis, der jede Gratiswette dieser Seite um ein Vielfaches übersteigt.

Jackbit: ohne Registeranschluss, ohne Rückgriff

Jackbit führt keine Schweizer Bewilligung; die ausländische Lizenz gilt hier nicht. Kein Anschluss an das Sperrregister, kein hiesiger Rechtsweg.

Für das Konto eines Bestandskunden heisst das konkret, dass die Mechanismen fehlen, die bei Swisslos die Aktionsbedingungen flankieren: die vorgängige Zustimmung der Aufsicht zu Gratisguthaben und die Dokumentation, die sie mit sich bringt. Wer prüfen will, was eine Aktion wert ist, kann das bei den beiden Schweizer Häusern in den veröffentlichten Bedingungen nachlesen; anderswo liest er die Marketingfassung.

AmunRa: Casino-Zuschnitt statt Wettprogramm

AmunRa hat keine Schweizer Bewilligung. Die ausländische Lizenz entfaltet hier keine Wirkung, der Anschluss an das Sperrregister fehlt, und ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht.

Das ist auch der Grund, weshalb die Reihenfolge dieser Liste so wichtig ist. Am Ende stehen neun Plattformen, bei denen das Konto kein Schweizer Spielerkonto ist, sondern ein Konto bei einem ausländischen Unternehmen mit ausländischen Regeln. Und die Reihenfolge der ersten beiden Plätze entscheidet für den Leser, in welcher Westschweizer oder Deutschschweizer Kantonsgruppe er überhaupt Zugang hat.

Der Kombiboost in Zahlen: was ein Gewinn mit zehn Franken Einsatz zurückbringt

Der Kombiboost ist das einzige Instrument im Bestandskundenbereich, dessen Wert sich mit dem eigenen Wettschein nachrechnen lässt, und die Rechnung ist bei vier, sieben und zehn Voraussagen schnell gemacht. Nimmt man einen Einsatz von CHF 10 und sechs Voraussagen mit Quoten von 1.60, 1.70, 1.80, 2.00, 1.60 und 1.70, dann beträgt das Produkt der Einzelquoten 49.94, die Gesamtquote also gerundet 49.94, und der Gewinn ohne Boost liegt bei rund CHF 499. Beim Sporttip-Kombiboost bleibt es dabei nicht, weil der Bonus die Stufe von vier Voraussagen mit 5 % und die Stufe von sieben mit 20 % erreicht. Bei vier Voraussagen auf demselben Schein ergibt sich für das Produkt der Einzelquoten von 1.60 mal 1.70 mal 1.80 mal 2.00 ein Wert von 9.79, und mit dem 5-%-Bonus auf den Nettogewinn macht das eine effektive Gesamtquote von etwa 10.28, also rund CHF 103 bei CHF 10 Einsatz. Bei sechs Voraussagen fällt die Stufe von vier Voraussagen an, weil die Grenze von sieben nicht erreicht ist, und bei sieben Voraussagen mit Quoten wie 1.60, 1.70, 1.80, 2.00, 1.60, 1.70 und 1.80 ergibt sich ein Produkt von 26.31 bei einer effektiven Gesamtquote von rund 31.57, also etwa CHF 316 bei CHF 10 Einsatz. Dasselbe Muster gilt, wenn man die Stufen weiter schiebt: Bei zehn Voraussagen liegt der Bonus bei 40 %, und bei fünfzehn Voraussagen bei 100 %, wobei jede Erhöhung der Anzahl die Chance verkleinert, den Bonus überhaupt zu erreichen.

Bemerkenswert ist der Sprung zwischen den Stufen. Bei vier bis sechs Voraussagen liegt der Bonus bei 5 %, und dieser Wert ist so schmal, dass er bei einem Nettogewinn von CHF 489 gerade einmal CHF 24 ausmacht. Erst die Stufe ab sieben Voraussagen verändert das Ergebnis spürbar, weil 20 % auf einen Nettogewinn deutlich mehr sind als 5 % auf denselben Betrag. Diese Rechnung sollte jeder anstellen, bevor er sich von der 100-%-Stufe beeindrucken lässt: Der Bonus verdoppelt den Gewinn eines fünfzehnfachen Kombischeins – aber verdoppelt auch nur eine Zahl, die fast nie eintrifft.

Noch ein Umstand, der den Vergleich zwischen den Veranstaltern betrifft: Die fünfzehn Voraussagen müssen jede eine Quote von mindestens 1.50 haben. Das sind fünfzehn einzelne Entscheidungen, die alle richtig sein müssen. Die 100-%-Stufe ist deshalb nicht die beste Stufe, sondern die unwahrscheinlichste. Die zitierten Beispiele sind eine Rechnung, keine Prognose.

Sparen, sperren, selbst entscheiden: Die Schutzmechanismen und die Wartefristen

Verlustlimiten ab der ersten Teilnahme

Wer bei Sporttip zum ersten Mal mitspielen will, muss vorher Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Die 72 Stunden sind das eigentliche Bauteil. Wer in einer schlechten Nacht die Limite hochsetzen will, kann das nicht sofort. Der Mechanismus liegt zwischen einem Impuls und seiner Ausführung, und wer das einmal erlebt hat, weiss, wie viel diese Wartezeit wert ist.

Es gibt in der Schweiz übrigens keine gesetzlich festgeschriebene Einzahlungsobergrenze. Das ist einer der Punkte, die ein Leser aus dem Ausland oft anders erwartet. Die Limiten sind hier Sache des Spielenden – und deshalb Bedingung der Teilnahme, keine Empfehlung.

Die Spielsperre und ihr Register

Bei Swisslos kann der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst gesperrt werden, und diese Sperre bleibt bis zum Ablauf der Frist bestehen. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos, einschliesslich Online-Casinos, sowie im Fürstentum Liechtenstein.

Die Ausdehnung über Anbieter und Produkte hinweg macht diese Sperre so wirksam. Wer sich sperrt, sperrt sich nicht aus einem Konto aus, sondern aus dem Markt. Bei einem ausländischen Anbieter gibt es diesen Weg nicht, weil kein Anschluss an das Register besteht – ein weiterer Grund, weshalb Schutz und Bewilligung in der Schweiz zusammenhängen.

Was ein Gutschein nicht ändern darf

Der wichtigste Satz zum Schluss dieses Abschnitts betrifft nicht die Höhe einer Limite, sondern ihr Verhältnis zu jeder Aktion. Die Limiten gelten unabhängig von jedem Gutschein. Ob CHF 10 Gratisspielguthaben auf dem Konto liegen oder nicht, ändert nichts an der Verlustlimite, an der Wartefrist bei einer Erhöhung und an der Spielsperre.

Aktionen und Limiten liegen in verschiedenen Systemen. Wer beides zusammen denkt, weil die Verkaufsförderung es so darstellt, macht aus einem Schutzmechanismus ein Beiwerk. Umgekehrt sollte keine Daueraktion – und der Kombiboost ist eine Daueraktion, weil er ohne Frist läuft – als Anlass für höhere Einsätze gelesen werden. Der Boost folgt dem Einsatz, nicht der Einsatz dem Boost.

Was ein ausländischer Gutscheincode für Bestandskunden wirklich ist

Die Suche nach einem Gutscheincode für Bestandskunden führt unweigerlich zu Seiten ausserhalb der Schweiz, und dort wartet eine vollständige Welt von Angeboten. Man sollte wissen, was diese Angebote sind. Sie sind Werbung für ein Glücksspiel, das in der Schweiz nicht bewilligt ist. Genau das ist in der Schweiz verboten, und die Auflage liegt bei einer Busse bis CHF 500’000.

Der aufwendigere Weg ist der mit Aufsicht – der, auf dem Gratisguthaben vorgängig genehmigt werden muss und wöchentlich stille Bedingungen mit sich bringt. Der andere Weg führt zu einem Konto ohne Schweizer Aufsicht, ohne Sperrregister, ohne hiesigen Rechtsweg, mit kantonal unterschiedlich behandelten Gewinnen und mit einem Anbieter, dessen Domain jederzeit auf der Sperrliste landen kann. Beides ist möglich. Nur eines davon ist in der Schweiz erlaubt.

Wer sich für ein bestehendes Konto bei einem Schweizer Veranstalter interessiert, ist mit dem Kombiboost besser bedient als mit jeder Gutscheinjagd, und zwar aus einem einzigen Grund: Er läuft ohne Frist, ohne Aktionsdatum, ohne Stadionflyer. Die Kehrseite dieser Nüchternheit ist, dass die beiden Organisatoren nicht dem Spieltrieb folgen, sondern dem Zweck – ihre Nettoerträge gehen an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen. Das ist kein Marketing, aber es ist ein ehrlicher Grund, weshalb die Angebote hier aussehen, wie sie aussehen.

Häufige Fragen

Gibt es in der Schweiz Gratiswetten für Bestandskunden?

Gratiswetten im Wortsinn gibt es nicht. Was vorkommt, ist Gratisspielguthaben aus einer befristeten Aktion, und es setzt die vorgängige Zustimmung der Gespa voraus. Im Jahr 2025 erteilte die Aufsicht 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Für bestehende Konten bleibt daneben der laufende Kombiboost ohne Frist.

Wie funktioniert der Kombiboost für bestehende Konten?

Er gilt nur online für Prematch-, Live- und Systemwetten und verlangt mindestens vier Voraussagen mit je mindestens 1.50 Quote. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert, ein Cash-Out lässt den Boost verfallen.

Wie funktionierte die Aktion der Loterie Romande in den Eishockeystadien?

Die Aktion «JouezSport – Patinoires et Stades» lief vom 17. Dezember 2025 bis 10. März 2026 an 7 Aktionstagen. Wer innert 7 Tagen den in den National-League-Stadien verbreiteten Code im verifizierten Konto eingab, erhielt CHF 10 Spielguthaben. Insgesamt gab es 7’000 Stück, 30 Tage gültig und nicht auszahlbar.

Wird bei einer Gratiswette der Einsatz zusammen mit dem Gewinn ausbezahlt?

Nein. Das Gratisspielguthaben ist nicht auszahlbar und wird nicht als Einsatz zurückgegeben. Wer CHF 10 Gratisspielguthaben einsetzt, kann nur die Gewinnerhöhung behalten, und auch die bleibt als Gewinn auf dem Spielerkonto, bis er den Weg über die Auszahlung nimmt.

Auf welches Konto werden Gewinne ausbezahlt?

Auf ein Zahlungskonto, das auf den Namen des Kontoinhabers lautet. Bei Swisslos gibt es innerhalb von 365 Tagen zweimal eine kostenlose Auszahlung auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto; ab der dritten kann eine Kommission von 3 % anfallen. Bei der Loterie Romande werden Gewinne bis CHF 1’000 netto dem Wallet gutgeschrieben.

Was ist von Gutscheincodes ausländischer Wettseiten für Bestandskunden zu halten?

Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist zulässig und mit einer Busse bis CHF 500’000 bedroht? Nein – sie ist nicht zulässig und damit bedroht. Eine ausländische Lizenz hat hier keine Kraft, der Anschluss an das Sperrregister fehlt, und ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht.

Was passiert, wenn Werbung für ein ausländisches Angebot in der Schweiz läuft?

Sie steht unter Strafe. Werbung für ein Glücksspiel, das in der Schweiz nicht bewilligt ist, ist verboten und kann mit einer Busse bis CHF 500’000 geahndet werden. Bewilligt sind hier einzig Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport, und zwar in ihren jeweiligen Kantonen.

Inhalt erstellt vom Team «seriosewetten»