ATP-Tennis in der Schweiz – zwei bewilligte Wege und zehn Anbieter im Vergleich
Ladevorgang...
Stand: Oktober 29, 2026. Geprüft gegen die Bewilligungen nach Geldspielgesetz und die Aufsicht der Gespa.
Rechtslage: Was in der Schweiz überhaupt auf dem Wettschein stehen darf
Wer in der Schweiz auf ein ATP-Match setzen will, stösst auf eine Wand, die es in kaum einem anderen Markt gibt. Nicht die Auswahl entscheidet hier zuerst, sondern das Gesetz. Sportwetten sind ein Grossspiel im Sinne des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019), und die Aufsicht führt die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht in Bern, gestützt auf das Geldspielkonkordat. Die Eidgenössische Spielbankenkommission ist hier nicht zuständig. Sie prüft Casinos, sonst nichts.
Der Rahmen ist eng gezogen, und zwar an drei Stellen gleichzeitig.
Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung: zwei Papiere, nicht eines
Eine Bewilligung für Sportwetten braucht in der Schweiz zwei Teile: eine Veranstalterbewilligung und, pro Spiel, eine Spielbewilligung. Beide erteilt die Gespa nach den Artikeln 21 bis 25 BGS. Wichtiger als die Formalität ist der Satz, der daran hängt: Eine schweizerische Bewilligung gilt nur in der Schweiz. Sie ist kein Pass, der irgendwo sonst etwas öffnet, und sie schützt auch nur hier.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Deshalb gibt es keine dritte Bewilligung, keine Auswahl unter Vorbehalt und keine Warteliste. Die Gespa publiziert keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine gibt. Sie publiziert die Sperrliste, und die enthält fremde Domains.
Swisslos und Loterie Romande: zwei Gebiete, die sich kaum überlappen
Swisslos, die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, führt ihre Sportwetten unter dem Namen Sporttip. Trägerin ist die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Zwei Veranstalter, zwei Sprachräume, ein fast deckungsgleiches Angebot. Wer in Zürich wohnt, kann kein Jouez-Sport-Konto eröffnen; wer in Genf wohnt, keines bei Sporttip. Ein Online-Konto setzt nach Artikel 47 Absatz 3 VGS Wohnsitz in der Schweiz voraus, in der Praxis zusätzlich Wohnsitz im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Das ist die erste Entscheidung, die einem der Markt abnimmt, statt sie dem Spielenden zu überlassen.
Die Positivliste: was in der Schweiz gewettet werden darf und was nicht
Erlaubt ist nur, was die behördliche Liste für Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten aufführt — die Liste der Gespa in der Version vom 10. September 2026, gestützt auf Artikel 25 BGS und Artikel 29 VGS. Es ist eine geschlossene Liste, kein Rahmen mit Spielraum.
Was dort steht, hat Bedingungen. Qualifikationsrunden zählen nur, wenn sie aufgeführt sind. Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind. Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder aufs Podest entscheidet. Auf Trainingsläufe lässt sich nie wetten. Eckball- und Kartenmärkte finden sich auf der Liste nicht, eine Esport-Sektion ebenso wenig. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt (Artikel 25 Absatz 2 BGS).
Dazu die Grundregel: Wetten gibt es nur auf Sportereignisse. Auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen lässt sich in der Schweiz nicht setzen. Livewetten sind erlaubt, vor dem Match und während des Spiels, soweit der Veranstalter über eine entsprechende Entscheidung verfügt; das BGS kennt keine Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte.
Blosse Zuschauerbeschränkung und Lizenzprüfung im Ausland
«Ohne Schweizer Bewilligung»: wie ein ausländischer Anbieter einzuordnen ist
Eine ausländische Bewilligung — Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land — entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Artikel 4 BGS). Das ist kein Werturteil, sondern eine Rechtsfolge, und sie hat praktische Konsequenzen, die ein Spielender vorher kennen sollte.
Wer ohne schweizerische Bewilligung Sportwetten veranstaltet, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Artikel 130 BGS). Der Spielende wird nicht bestraft. Aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es besteht weder Schutz noch eine Kontrolle fairen Spiels. Kein Anschluss ans Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht, kein Schweizer Rechtsweg.
Die Gespa führt die Sperrliste der ausländischen Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren (Artikel 86 bis 93 BGS). Die erste Liste stammt vom 3. September 2019; Ende 2025 standen 671 Domains darauf. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt — Domain-Hopping nennt die Aufsicht das, und sie führt dafür Interwetten und Bet-at-Home an und nennt bet365 als auf der Liste stehend.
Offen bleibt: Für Werbung für Geldspiele, die in der Schweiz nicht erlaubt sind, gilt Artikel 74 Absatz 3 BGS, und Verstösse werden mit einer Busse bis CHF 500’000 geahndet (Artikel 131 BGS). Das ist der Grund, warum fremde Marken hier beschrieben und eingeordnet werden, aber nicht angepriesen. Es ist auch der Grund, warum die zehn Anbieter im Abschnitt «Vergleich: die zwei bewilligten Veranstalter und acht Marken ohne Bewilligung» nicht in einem gemeinsamen Feld stehen: Die zwei bewilligten Veranstalter und die acht Marken ohne Schweizer Bewilligung lassen sich vergleichen, aber nicht zusammenfassen.
Werbung darf zudem nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Artikel 74 BGS). Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Artikel 75 Absatz 2 BGS); 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Ein Zeitfenster, in dem Werbung verboten wäre, kennt das Gesetz nicht. Bonusbeträge und Bonusbedingungen stammen ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters.
Wo die Herrentour stattfindet und was das für den Wettschein heisst
Die ATP Tour wird vom Spielerverband ATP organisiert und gilt als höchste Turnierserie im professionellen Herrentennis, oberhalb der ATP Challenger Tour und der ITF Future Tour. Die vier Grand-Slam-Turniere gehören nicht dazu; sie veranstaltet der Weltverband ITF. Wer auf Wimbledon oder die Australian Open setzen will, verlässt den ATP-Rahmen, auch wenn die Spieler dieselben bleiben.
Die Tour beginnt um den Jahreswechsel und endet Mitte November. Seit 2012 dauert die Winterpause sieben statt fünf Wochen. Die ATP Tour 2026 begann am 2. Januar 2026. Die ATP Finals bilden jeweils im November den Saisonabschluss für die acht besten Spieler der Saison.
Wie viele Turniere das sind, verschiebt sich von Jahr zu Jahr. Die ATP Tour 2024 umfasste 9 ATP-Masters-1000-Turniere, 13 ATP-500-Turniere und 38 ATP-250-Turniere. In der Saison 2025 waren es 9 ATP-Masters-1000-Turniere, 16 ATP-500-Turniere und 30 ATP-250-Turniere; Dallas, Doha und München stiegen zu ATP-500-Turnieren auf. Zwei Konstanten, neun Masters und ein Abschluss im November — dazwischen ein Kalender, der sich jährlich neu sortiert. Wer sein Wettprogramm nach Turniernamen plant, sollte die Kategorie im Blick behalten, denn an ihr hängen Teilnehmerfeld und damit die Quotenqualität des Feldes.
Die praktische Folge für den Wettschein ist unangenehm konkret. Ob ein bestimmtes Turnier, eine bestimmte Runde oder ein bestimmter Markt zur Wette steht, hängt nicht am Interesse und nicht an der Turnierkategorie, sondern am Eintrag in der Liste der Gespa. Das ist die erste Prüfung, nicht die letzte, und sie lässt sich vor jedem Einsatz nachholen statt nachher zu bedauern.
Spielerschutz: Verlustlimiten, Spielsperre und wer sie setzt
Die Schweiz hat keine staatlich verordnete Einzahlungsobergrenze. Es gibt sie schlicht nicht, und die Annahme, irgendeine Behörde habe für alle ein Limit festgelegt, führt in die falsche Richtung. Was es gibt, ist eine Pflicht des Veranstalters, und eine Pflicht des Spielenden.
Die Limiten setzt der Spielende — vor der ersten Wette
Der Veranstalter muss nach Artikel 87 VGS einen oder mehrere Höchstwerte für Einsätze oder Verluste pro Tag, Woche oder Monat verlangen. Verlangen heisst: von den Spielenden. Bei Swisslos heisst das konkret, dass vor der ersten Sporttip-Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden müssen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Dazu kommt die Möglichkeit einer freiwilligen Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage.
Der Unterschied zwischen Senken und Erhöhen ist keine Formalie. Nach Artikel 87 VGS wirkt eine Erhöhung ohnehin erst nach 24 Stunden; Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Drei Tage Bedenkzeit sind der eigentliche Mechanismus. Wer nach einer verlorenen Nacht erhöhen will, muss drei Nächte darüber schlafen.
Die Spielsperre und das schweizweite Register
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.
Das Register ist der Punkt, an dem der Schweizer Rahmen mehr leistet als die meisten ausländischen. Eine Spielsperre ist nach den Artikeln 80 bis 82 BGS die Sperre überschuldeter oder suchtgefährdeter Personen und die Selbstsperre; sie wird in einem gemeinsamen Register geführt. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten wieder aufheben (Artikel 84 VGS), dabei ist eine Fachstelle beteiligt (Artikel 81 BGS). Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Artikel 89 VGS). Gesperrte und Minderjährige haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Artikel 45 BGS).
Bei einer fremden Marke ohne Schweizer Bewilligung existiert dieser Anschluss nicht. Wer dort ein Konto schliesst und sich später sperren lassen will, sperrt sich bei einem Anbieter, der von der Schweizer Regelung nichts weiss. Hier entscheidet sich, ob das Risiko eines zusätzlichen Kontos sich für einen konkreten Spielenden auszahlt.
Alter, Konto und Identität: die Hürden, die jede Bewilligung mitbringt
Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen (Gespa); Minderjährige sind online nicht zugelassen (Artikel 72 BGS). Bei Sporttip-Wetten sind Personen unter 18 ausgeschlossen, und wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.
Für die Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Nach Artikel 47 bis 52 VGS gilt ein Konto pro Spielende mit verifizierter Identität.
Was aus den Prüfungen folgt, ist unbequem, aber ehrlich: Ein Konto unter falschem Namen ist im bewilligten Schweizer Markt keine Grauzone, sondern schlicht nicht möglich. Diese Hürde kostet Zeit und schreckt ab. Sie ist gleichzeitig der Grund, warum ein Schweizer Wettschein nicht weiterverkauft werden kann wie ein Inhaberpapier.
Die Aufsicht prüft auch selbst, und das Ergebnis ist eine Ernüchterung. Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer die Kontrollen an den Verkaufsstellen als streng darstellt, hat die Zahl nicht gelesen. Der wirksame Schutz liegt beim Online-Konto und beim Register, nicht beim Schalterpersonal.
Geld fliesst nur auf ein eigenes Konto
Gewinne und Guthaben werden ausschliesslich auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt (Artikel 50 Absatz 2 VGS). Anonyme Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettmarkt nicht, Krypto-Auszahlungen ebenso wenig. Kredite an Spielende sind verboten (Artikel 75 Absatz 1 BGS). Welche Zahlungsmarken ein Veranstalter akzeptiert, regelt er selbst in seinen Bedingungen.
Ein Punkt, der oft falsch erzählt wird: Die Schweiz hat kein Instrument, mit dem Banken oder Kartensysteme Zahlungen an unerlaubte Wettseiten blockieren. Was existiert, ist die DNS-Sperre der Gespa. Wer glaubt, seine Bank fange die Überweisung ohnehin ab, irrt teuer.
Spielarten und Quoten: wo die Marge sitzt und was ein Sieg zurückzahlt
Bei diesem Thema scheitert die Werbung am schnellsten. Eine ATP-Quote von 2.10 sieht grosszügig aus, bis man alle Quoten desselben Markts nebeneinanderlegt.
Wie eine Quote entsteht
Eine Quote ist kein Urteil über den Spieler, sondern ein Preis. Wer die Höhe dieses Preises erklärt, landet bei drei Faktoren: Belag, Form und Feld. Ein Sandplatzspezialist gegen einen Aufschläger, der auf Hartplatz lebt — dieselbe Paarung, ein anderer Preis. Die Marke des Namens trägt weniger, als das Publikum annimmt: Ein bekannter Spieler in schwacher Form ist teurer zu setzen und schlechter zu treffen als ein unbekannter in guter.
Die beiden Faktoren sind keine Randnotizen, sondern die eigentliche Arbeit. Wer nur den Namen liest, bezahlt für die Bekanntheit mit.
Die Marge: was der Anbieter von jedem Franken behält
In jedem Markt steckt eine Marge. Der Quotenschlüssel, auch Auszahlungsquote genannt, ist der Anteil, den ein Markt von allen Einsätzen zurückzahlt, und er ergibt sich aus 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ) über alle Ausgänge eines Marktes. Die Marge ist 100 % minus diesen Anteil.
Nehmen wir einen illustrativen Zwei-Weg-Markt mit Quoten von 1.90 und 1.90 — ein Rechenbeispiel, kein zitierter Preis. Die Summe der Reziproken beträgt 1/1.90 + 1/1.90, also rund 1,053. Der Quotenschlüssel liegt damit bei etwa 95 %, die Marge bei rund 5 %.
Bis hierher klingt das harmlos. Die Bandbreite ist es nicht. Je nach Sportart, je nach Liga und je nach Anbieter liegt die Marge in einem Bereich von ungefähr 3 bis 12 % des Einsatzes, und der Zwei-Weg-Markt mit zwei identischen Quoten ist der günstigste Fall, den ein Markt überhaupt bieten kann. Ein Drei-Weg-Markt im Fussball, ein Handicap mit halben Linien, ein Nebenmarkt auf die Anzahl gewonnener Sätze — jeder davon trägt mehr Marge, weil mehr Ausgänge und mehr Unsicherheit zu bepreisen sind. Die Voraussetzung für die Rechnung ist damit auch ihre Grenze: Sie gilt für einen ausgeglichenen Markt mit zwei Ausgängen, und sie gilt nicht als Aussage über einen konkreten Anbieter. Wer die Marge eines Anbieters wissen will, vergleicht die Quoten desselben Marktes bei mehreren Anbietern, nicht die eigene Gewinnquote aus dem letzten Monat.
Fünf Prozent sehen aus wie ein Trinkgeld. Bei 1’000 Wetten über je CHF 10 sind es CHF 500, die der Markt als Ganzes einbehält, längst bevor ein einziger Satz Tennis gespielt wurde. Genau deshalb ist der Quotenschlüssel das erste Kriterium, wenn zwei Veranstalter verglichen werden, und die beworbene Aktion das letzte.
Einzelwette, Kombiwette, Systemwette: die Rechnung hängt an der Kombination
Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal der Gesamtquote, also dem Produkt der Einzelquoten. Das Resultat wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Diese zweite Rundung nach unten ist kein Detail für Buchhalter, sondern ein Merkmal des Marktes: Der Veranstalter rundet seine eigene Verbindlichkeit ab, und das darf man wissen.
Ein Rechenbeispiel mit eigenen Zahlen: CHF 20 auf eine Quote von 1.90 ergeben einen Rückzahlungsbetrag von CHF 38, davon CHF 18 Nettogewinn. Dasselbe in einer Kombination aus zwei Quoten von 1.90 und 1.80: Die Gesamtquote beträgt 3.42, der Rückzahlungsbetrag aus CHF 20 also CHF 68.40. Der mögliche Gewinn wächst schnell — die Zahl der Fälle, in denen er eintritt, sinkt ebenso schnell. Das ist keine Warnung, sondern Arithmetik.
Satzwetten, Handicaps, Über/Unter: vier Arten, Risiko zu verteilen
Der Spielsieger ist der einfachste Markt und der mit der geringsten Marge. Satzwetten verteilen die Wette über einzelne Sätze und machen die Partie zu mehreren kleinen Entscheidungen. Handicaps verschieben die Ausgangslage um Sätze oder Games und geben dem Aussenstehenden eine Chance. Über/Unter-Wetten klammern den Sieger ganz aus und handeln die Länge des Matches. Vier Wege, dasselbe Ereignis zu bepreisen — und vier verschiedene Quoten für dieselbe Partie.
Die Marge eines dieser Märkte ist nicht die Marge eines anderen. Wer einen Vergleich über Märkte hinweg anstellt, vergleicht nicht dasselbe. Für einen Zwei-Weg-Markt wie ein Satzhandicap gelten die 5 % aus der Beispielrechnung nur unter der Bedingung, dass hier wirklich zwei Ausgänge zu 1.90 und 1.90 gestellt werden. Quoten für konkrete ATP-Partien gehören immer zum jeweiligen Markt und zum jeweiligen Veranstalter, und sie ändern sich bis zum ersten Aufschlag.
Cash-Out: eine Option, kein Recht
Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.
Der Betrag selbst ist tiefer als der mögliche Wettgewinn ohne vorzeitigen Ausstieg, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. In der Sache beendet Cash-Out eine Wette zu einem Preis, den der Veranstalter festlegt, und dieser Preis enthält denselben Quotenschlüssel wie der ursprüngliche Markt. Wer aussteigt, kauft sich aus — er bekommt keine faire Bewertung geschenkt, sondern eine angebotene.
Live-Wetten: wenn der Punkt noch läuft
Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.
Diese Regelung schützt den Anbieter vor dem Spielenden, der schneller klickt als das Bild läuft. Sie schützt nicht den Spielenden. Auf dem Tennisplatz ist der Bildverzug noch relevanter als im Stadion, denn ein Aufschlagverlust entscheidet einen Satz, bevor der Stream ihn zeigt.
Quotenboosts und Kombiboost: was die Erhöhung wert ist
Bei Sporttip gelten Quotenboosts nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Der Kombiboost gilt nur online (Prematch, Live, Systemwetten) und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.
«Boost» klingt nach einem Geschenk des Hauses. Rechnen wir nach: Vier Voraussagen zu je mindestens 1.50 ergeben eine Gesamtquote von mindestens 5.06. Ein Bonus von 5 % auf den Nettogewinn hebt den Rückzahlungsbetrag einer Wette von CHF 20 auf rund CHF 105. Je eine Voraussage mehr vervierfacht den Bonus — die Anforderung wächst aber genauso, und die Zahl der Kombinationen, die alle Bedingungen erfüllen, wächst nicht mit. Die Erhöhung ist echt, die Verpflichtung auch.
Der Cash-Out verfällt beim Boost. Wer eine erhöhte Wette vorzeitig beendet, verliert genau das, wofür er die Bedingungen erfüllt hat. Das steht in den Bedingungen und steht selten in der Werbung.
Turnierplan: welche ATP-Events wann zur Wette stehen
Eine ATP-Saison beginnt am 2. Januar und endet Mitte November. Sie ist damit ein Kalender für sich, und wer auf Tennis setzt, plant seinen Einsatz nicht nach dem eigenen Interesse, sondern nach diesem Kalender.
Vom Jahreswechsel bis Mitte November: die Saison als Kalender
Der Start liegt in der ersten Januarwoche. Bei den Australian Open 2026 gewann Carlos Alcaraz das Herreneinzel-Finale gegen Novak Đoković mit 2:6, 6:2, 6:3, 7:5. Von dort läuft die Saison durch die Sandplatzphase, über die Rasensaison, bis die ATP Finals im November den Abschluss bilden — das Turnier der acht besten Spieler der Saison.
Seit 2012 dauert die Winterpause sieben statt fünf Wochen. Zwei zusätzliche Wochen ohne ATP-Tennis sind für Spielende zwei Wochen ohne ATP-Wetten. Wer in dieser Zeit auf der Suche nach einer Wette ist, wird keine finden, und das ist keine Lücke im Programm, sondern der Plan.
Grand-Slam-Turniere: spielen mit, gehören aber nicht zur Tour
Die vier Grand-Slam-Turniere veranstaltet der Weltverband ITF; sie gehören nicht zur ATP Tour. Für den Wettschein ändert das nichts, für die Einordnung alles. Ein Grand Slam steht im Kalender an derselben Stelle, zieht dasselbe Publikum und dieselben Spieler, und zählt trotzdem zu einer anderen Serie.
Wer die Turnierkategorie als Hinweis auf die Feldqualität liest, sollte diesen Unterschied kennen. Ein ATP-250-Turnier in der Woche vor einem Grand Slam kann ein Feld aus Erschöpften und Nachrückern sein. Dieselbe Kategorie zwei Wochen später trägt eine andere Besetzung, und damit andere Quoten.
Wo die kleinen und die grossen Turniere liegen
Der Kalender ist geschichtet. Die Saison 2025 umfasste 9 ATP-Masters-1000-Turniere, 16 ATP-500-Turniere und 30 ATP-250-Turniere. Im Jahr zuvor, 2024, waren es 9 ATP-Masters-1000-Turniere, 13 ATP-500-Turniere und 38 ATP-250-Turniere. Die Zahl der Masters blieb gleich, die mittlere Kategorie wuchs um drei, die kleinste schrumpfte um acht.
Die Verschiebung hat einen Grund, und er ist nicht sportlich. Dallas, Doha und München stiegen zu ATP-500-Turnieren auf. Was einmal ein 250er-Feld war, ist jetzt eine 500er-Veranstaltung mit höheren Antrittsgeldern und besserer Besetzung. Für Spielende bedeutet das mehr Wochen mit dichten Feldern und volleren Tableaus — also mehr Märkte und mehr Partien mit eng gesetzten Quoten. Die Aufwertung ist eine Aufwertung des Wettprogramms.
Der Gegenpol bleibt: Die kleinen Turniere tragen die Saison. In einem 250er-Feld sind die Abstände zwischen den Spielern grösser, die Favoritenrollen klarer und die Quoten auf den Aussenseiter länger. Wer das nutzt, handelt in Märkten, in denen die Information dünner und die Quote dafür grosszügiger ist.
Ob ein gewünschtes Turnier zur Wette steht, entscheidet am Ende die Liste der Gespa und das Wettprogramm des Veranstalters. Beides vor dem Einsatz zu lesen dauert eine Minute und spart mehr.
Vergleich: die zwei bewilligten Veranstalter und acht Marken ohne Bewilligung
Zwei Dinge gehören in diesem Vergleich auseinandergehalten. Die einen dürfen Sportwetten in der Schweiz anbieten, die anderen dürfen es nicht und tun es trotzdem. Beide Gruppen werden nach denselben Kriterien beschrieben; nur die Bewilligungsfrage fällt bei den einen anders aus als bei den anderen.
| Anbieter | Bewilligungsstatus in der Schweiz | Veranstalterin oder berichtete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel, gestützt auf die IKV 2020 |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Gebiet FR, GE, JU, NE, VD, VS |
| Rabona | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt — ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Jackbit | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt — ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Sportuna | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt — ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Fezbet | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt — ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Boomerang Bet | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt — ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| PowBet | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt — ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| HornetBet | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt — ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BetFury | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht festgestellt — ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
Die Tabelle trennt nach Bewilligung, weil jede andere Spalte weniger aussagt. Ein Vergleich nach Bonusbetrag würde die zwei Gruppen in eine Reihe zwingen, die es rechtlich nicht gibt. Die Spalte zur berichteten Bewilligung läuft bei acht der zehn Anbieter auf denselben Befund zu, und das ist selbst die Information: Eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Sie ist damit kein Kriterium, das einen Anbieter besser dastehen lässt — sie ist der Grund, warum seine Domains auf der Sperrliste landen können.
Der Vergleich hat damit eine Grenze, die kein Datenpunkt füllt. Bei den acht Marken ohne Bewilligung fehlt der Anschluss an das Schweizer Sperrregister, und bei einem Streit fehlt der Schweizer Rechtsweg. Das sind keine Vorwürfe, sondern Eigenschaften. Wer hier ein Konto führt, führt es in einem System, das von der Schweizer Aufsicht nicht erreicht wird.
Unsere Top 10: Sporttip, Jouez Sport und acht Marken ohne Schweizer Bewilligung
Die Reihenfolge folgt dem Gesetz, nicht dem Geschmack: die zwei bewilligten Veranstalter zuerst, danach die Marken, denen die Schweizer Bewilligung fehlt. Innerhalb der zweiten Gruppe ist die Reihenfolge redaktionell und sagt nichts über die Qualität des Angebots.
1. Swisslos Sporttip: der grösste bewilligte Rahmen und die engsten Grenzen
Sporttip ist eine von zwei Veranstalterinnen, die Sportwetten in der Schweiz überhaupt anbieten dürfen. Die Bewilligung ist eine Veranstalterbewilligung plus eine Spielbewilligung nach dem BGS (SR 935.51) unter der Aufsicht der Gespa. Trägerin ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, Rechtsgrundlage die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Ein Online-Konto ist nur für Personen mit Wohnsitz im Vertragsgebiet möglich: die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.
Was das Angebot selbst angeht, ist der Rahmen dicht dokumentiert. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1. Der Höchsteinsatz liegt bei CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und bei CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Diese Obergrenze ist der Punkt, an dem ein professionell denkender Spielender aus dem Angebot herausfällt: Wer vierstellig setzen will, stösst auf eine Wand, die kein Kulanzspielraum kennt.
Freiwillige Erhöhungen der Marge gibt es nicht, aber Werkzeuge, die den Preis einer Wette senken. Der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit je mindestens 1.50 Quote und staffelt den Bonus auf den Nettogewinn mit 5, 20, 40 und 100 % bei vier, sieben, zehn und fünfzehn Voraussagen. Wer viel kombiníert, holt damit einen Teil der Marge zurück — die Bedingung an die Einzelquoten ist scharf, und ein Cash-Out lässt den Boost verfallen.
Im Kontrast zu den acht fremden Marken steht nicht die Grösse des Angebots, sondern die Anbindung. Ein unbefristetes Sperren des Zugangs wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und im Fürstentum Liechtenstein. Was einer fremden Marke fehlt, ist nicht Sport, sondern diese Verkettung.
Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer Kombinationen aus derselben Partie baut, sollte diese Klausel kennen, bevor er sie ausprobiert.
Für die reguläre Spielzeit gilt: Sie umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Im Tennis entspricht das der Regel, dass nur die tatsächlich gespielten Sätze und Games zählen — was darüber hinausgeht, muss ausdrücklich Teil der Wette sein.
Die Marge dürfte über weite Teile des Programms im mittleren Bereich liegen; die 5 % des Beispielmarkts sind für Sporttip nicht belegt und gelten nicht als Aussage über diesen Veranstalter. Wer es genau wissen will, vergleicht die Sporttip-Quoten einer ATP-Partie mit den Quoten desselben Markts bei einem anderen Anbieter und rechnet den Quotenschlüssel selbst aus.
Das Urteil: Sporttip ist die einzige ernsthafte Wahl für jemanden, der im bewilligten Schweizer Rahmen bleiben will, und die Obergrenze von CHF 1’000 pro Einzelwette ist die Grenze, die diesen Rahmen definiert. Wer in kleinen und mittleren Einsätzen denkt, findet hier Schutz, Klarheit und ein dichtes Tennisprogramm. Wer in vierstelligen Summen denkt, wird nicht schlecht bedient, sondern schlicht abgewiesen.
2. Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Papier, ein anderes Publikum
Jouez Sport ist die Sportwette der Loterie Romande und die zweite von zwei Veranstalterinnen mit Schweizer Bewilligung. Die Bewilligung ist dieselbe Doppelbewilligung nach BGS (SR 935.51) unter Aufsicht der Gespa. Trägerin ist die Société de la Loterie de la Suisse Romande. Das Gebiet umfasst die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis. Als Kontaktadresse nennt die Loterie Romande Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Die Verkaufsstellen sind hier kein Randdetail. In der Westschweiz liegt ein Teil des Geschäfts immer noch am Schalter, und wer seine Wette lieber dort abgibt, findet ein dichtes Netz. Für das Online-Konto entscheidet aber der Wohnsitz, nicht die Bequemlichkeit: Wer ausserhalb der sechs Kantone wohnt, kommt nicht hinein — auch nicht mit einem Ferienhaus in Genf.
Was den Inhalt des Angebots betrifft, so gilt für Jouez Sport derselbe gesetzliche Rahmen wie für Sporttip: nur Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten von der Liste der Gespa, nur Personen ab 18, ein Konto pro Spielende mit verifizierter Identität, Auszahlung nur auf ein Konto auf den eigenen Namen. Die Limitenregel nach Artikel 87 VGS mit sofortiger Senkung und 72 Stunden Wartezeit bei einer Erhöhung gilt ebenfalls bei beiden Veranstaltern.
Damit bleibt zwischen den beiden wenig Raum für einen sportlichen Vergleich und viel für einen geografischen. Die Unterschiede liegen im Sprachraum, in der Verkaufsstellendichte und im Detail des Wettprogramms.
Das Urteil: Zwei Veranstalter mit demselben Papier und demselben Zweck teilen sich die Schweiz, und die Wahl zwischen ihnen ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Adressfrage. Wer im Jura oder im Wallis wohnt, hat hier seinen bewilligten Anbieter; wer in St. Gallen wohnt, kommt nicht an ihn heran.
3. Rabona: ohne Schweizer Bewilligung
Rabona hat keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen Sportwetten in der Schweiz anbieten. Eine berichtete Bewilligung ist nicht festgestellt, und sie hätte in der Schweiz ohnehin keine Wirkung (Artikel 4 BGS). Die Marke ist nicht ans Schweizer Sperrregister angeschlossen, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und ihre Domains können auf der Sperrliste der Gespa landen.
Ein Konto bei einer solchen Marke ist kein Verstoss gegen das Gesetz — Der Spielende wird nicht bestraft. Was fehlt, ist der Schutz: keine Aufsicht, keine Prüfung des Spiels auf Fairness, kein Anspruch nach Schweizer Recht, wenn eine Auszahlung ausbleibt. Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden.
Das Urteil: Die fehlende Bewilligung ist beim Schweizer Wettschein kein Makel am Rand, sondern die Eigenschaft, die alles andere nachrangig macht. Wer Wert auf einen Rechtsweg legt, hat hier keinen.
4. Jackbit: ohne Schweizer Bewilligung
Jackbit hat keine Schweizer Bewilligung. Eine berichtete Bewilligung ist nicht festgestellt und hätte in der Schweiz keine Wirkung (Artikel 4 BGS). Kein Anschluss ans Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrung der Domains über die Liste der Gespa möglich.
Dasselbe Bild wie bei jeder Marke dieser Gruppe, und es gibt keinen Grund, es weicher zu zeichnen. Der Unterschied zwischen diesen acht Marken liegt nicht in der Bewilligungsfrage, sondern im Wettprogramm, das jede selbst festlegt — und das keine Schweizer Instanz prüft.
Das Urteil: Wer die Schweizer Regeln schätzt, sollte prüfen, ob er sie mit einem Konto an einem Ort eintauscht, an dem sie nicht gelten.
5. Sportuna: ohne Schweizer Bewilligung
Sportuna hat keine Schweizer Bewilligung. Nur die zwei bewilligten Veranstalter dürfen Sportwetten in der Schweiz anbieten. Eine berichtete Bewilligung ist nicht festgestellt; in der Schweiz hat sie keine Wirkung (Artikel 4 BGS). Nicht ans Sperrregister angebunden, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste der Gespa möglich.
Der praktische Unterschied zu den bewilligten Veranstaltern zeigt sich am deutlichsten bei einer Selbstsperre. Eine Sperre, die einen Spielenden bei Swisslos trifft, folgt ihm in ein Casino und ins Fürstentum Liechtenstein. Bei einer Marke ohne Bewilligung folgt sie ihm nirgendwohin.
Das Urteil: Nichts an diesem Anbieter ersetzt, was die zwei bewilligten Veranstalter an Aufsicht mitbringen.
6. Fezbet: ohne Schweizer Bewilligung
Fezbet hat keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen Sportwetten in der Schweiz anbieten. Eine berichtete Bewilligung ist nicht festgestellt und hätte keine Wirkung in der Schweiz (Artikel 4 BGS). Kein Anschluss ans Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrung über die Gespa-Liste möglich.
Wer solche Marken vergleicht, vergleicht in Wahrheit Wettprogramme untereinander, nicht Rechtssicherheit. Die Rechtssicherheit ist bei allen acht dieselbe, und sie ist keine.
Das Urteil: Die fehlende Bewilligung schlägt jedes Detail des Angebots, weil sie den Rahmen bestimmt, in dem dieses Angebot überhaupt steht.
7. Boomerang Bet: ohne Schweizer Bewilligung
Boomerang Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Eine berichtete Bewilligung ist nicht festgestellt und entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Artikel 4 BGS). Nicht ans Schweizer Sperrregister angeschlossen, kein Schweizer Rechtsweg, Domains können auf der Sperrliste der Gespa erscheinen.
Nach Artikel 74 Absatz 3 BGS ist Werbung für Geldspiele, die in der Schweiz nicht erlaubt sind, verboten, und ein Verstoss kostet bis CHF 500’000. Das ist der Grund, warum diese Marke hier beschrieben und nicht empfohlen wird.
Das Urteil: Wer eine Marke ohne Bewilligung wählt, wählt ein Angebot ohne Schweizer Rückhalt. Das ist die ganze Entscheidung, und sie lässt sich nicht wegdiskutieren.
8. PowBet: ohne Schweizer Bewilligung
PowBet hat keine Schweizer Bewilligung. Nur die zwei bewilligten Veranstalter sind in der Schweiz zugelassen. Eine berichtete Bewilligung ist nicht festgestellt und hat hier keine Wirkung (Artikel 4 BGS). Kein Anschluss ans Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Domain-Sperrung möglich.
Interessant an dieser Gruppe ist nicht, was sie unterscheidet, sondern wie ähnlich sie einander in der Bewilligungsfrage sind. Acht Marken, ein Befund.
Das Urteil: Die Bewilligungsfrage stellt sich bei dieser Marke genau wie bei den sieben anderen, und sie fällt bei allen gleich aus.
9. HornetBet: ohne Schweizer Bewilligung
HornetBet verfügt über keine Schweizer Bewilligung. Da ausschliesslich Swisslos und die Loterie Romande Sportwetten in der Schweiz anbieten dürfen, entfaltet eine im Ausland berichtete Bewilligung hier keine Wirkung (Artikel 4 BGS). Die Marke ist nicht ans Schweizer Sperrregister angebunden, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und ihre Domains können auf der Sperrliste der Gespa landen.
Das Sperrverfahren der Gespa ist dabei keine Randnotiz, sondern der sichtbare Teil dieser Ordnung: 671 Domains standen Ende 2025 auf der Liste, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren, und blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt.
Das Urteil: Was am Schalter der zwei bewilligten Veranstalter geprüft wird, prüft bei dieser Marke niemand.
10. BetFury: ohne Schweizer Bewilligung
BetFury hat keine Schweizer Bewilligung. Eine berichtete Bewilligung ist nicht festgestellt und hätte in der Schweiz keine Wirkung (Artikel 4 BGS). Kein Anschluss ans Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Domain-Sperrung über die Gespa-Liste möglich.
Bei Gewinnen aus solchen Anbietern fallen in der Schweiz auch keine Verrechnungssteuer und keine eidgenössische Einkommenssteuer unterhalb des Freibetrags an, weil die Verrechnungssteuer an inländische Grossspiele anknüpft. Die kantonale Praxis kann anders aussehen: Der Kanton Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe.
Das Urteil: Ein ausländisches Konto kann steuerlich unbequemer sein als ein inländisches, und das ist kein Argument für oder gegen ein Angebot, sondern eine Frage, die ans kantonale Steueramt gehört.
Steuern und Auszahlung: was vom Gewinn übrig bleibt
Bei der Steuer wird am meisten falsch erzählt, und die beiden Irrtümer gehen in entgegengesetzte Richtungen.
Der Steuerfreibetrag: ein Schwellenwert, den kaum jemand erreicht
Gewinne aus schweizerisch erlaubten Grossspielen — die Eidgenössische Steuerverwaltung nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000; im Jahr 2025 betrug er CHF 1’070’400. Darüber hinaus behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung zurückgeholt wird.
Der kantonale Freibetrag weicht vom eidgenössischen ab, weshalb die korrekte Formulierung «je nach Kanton» lautet und nicht eine bestimmte Zahl. Wer eine einzelne Zahl für die ganze Schweiz nennt, nennt eine falsche.
Für den typischen Spielenden liegt der Gewinn weit unter jeder dieser Schwellen. Auf den Gewinn einer Wette fällt keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer an. Das ist die gute Nachricht, und sie ist die Regel, nicht die Ausnahme.
Eine Wetttsteuer gibt es in der Schweiz nicht. Wer behauptet, auf jeden Einsatz werde eine Abgabe erhoben, verwechselt die Schweiz mit einem anderen Markt. Allgemeine Information, kein Steuerrat: Für die eigene Situation ist die kantonale Steuerverwaltung oder eine Steuerberatung die richtige Adresse.
Auszahlung, Fristen und der Fall, dass nichts nachgeholt wird
Gewinne und Guthaben gehen nur auf ein Konto auf den Namen des Kontoinhabers (Artikel 50 Absatz 2 VGS). Anonyme Auszahlung ist im bewilligten Markt nicht vorgesehen, Kredit an Spielende ist verboten (Artikel 75 Absatz 1 BGS).
Für abgesagte Ereignisse gilt eine Frist, die man kennen sollte: Ein Ereignis, das abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt wird, hat Folgen für die Wette, und die Bedingungen des jeweiligen Veranstalters regeln, welche. Bei Sporttip zählt für die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist. Die konkrete Behandlung einer abgesagten Partie steht in den Teilnahmebedingungen und nirgends sonst.
Bei Swisslos zeigt der Blick aufs Ganze, wohin das Geld fliesst. Für 2025 verteilte Swisslos einen Reingewinn von CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, die unter anderem Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und die Sporthilfe unterstützt. Aus den Sportwetten allein stammten CHF 109 Mio. nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Nach Artikel 125 BGS geht der Reinertrag an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen.
Diese Zahlen sind kein Rückvergütungsprogramm. Sie zeigen aber, wohin die Marge geht, die in jeder Quote steckt: nicht an einen Aktionär im Ausland, sondern in kantonale Fonds und in den Sport. Wer in der Schweiz auf Tennis setzt, bezahlt einen Anteil, der hierzulande wieder in den Sport fliesst. Das macht die Marge nicht kleiner. Es macht sie zu einem anderen Geschäft.
Häufige Fragen zu ATP-Wetten in der Schweiz
Auf welche ATP-Turniere kann in der Schweiz gewettet werden?
Nur auf Wettbewerbe, die auf der Liste der Gespa für Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten stehen, in der Version vom 10. September 2026. Qualifikationsrunden und Frauenwettbewerbe zählen nur, wenn sie dort aufgeführt sind. Ob ein bestimmtes Turnier im Programm steht, zeigt das Wettprogramm des jeweiligen Veranstalters.
Wie entsteht die Quote bei einem Tennismatch, und welchen Einfluss hat der Belag?
Die Quote bepreist drei Dinge: den Belag, die Form der beiden Spieler und die Tiefe des Feldes. Sand, Hartplatz und Rasen begünstigen unterschiedliche Spielertypen, weshalb dieselbe Paarung auf zwei Belägen zwei verschiedene Preise ergibt. Der Bekanntheitsgrad eines Namens trägt weniger, als das Publikum annimmt.
Wie wird eine Wette behandelt, wenn ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt wird?
Die Behandlung steht in den Teilnahmebedingungen des Veranstalters, und die 48-Stunden-Frist ist der Anhaltspunkt. Bei Sporttip zählt die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist. Vor einem Einsatz auf ein gefährdetes Ereignis gehört ein Blick in diese Bedingungen.
Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote?
Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal der Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Das Ergebnis wird auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. CHF 20 auf Quote 1.90 ergeben einen Rückzahlungsbetrag von CHF 38.
Welche Verlustlimiten und welche Spielsperre gelten bei den beiden Schweizer Veranstaltern?
Bei Swisslos müssen vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung nach 72 Stunden. Eine unbefristete Selbstsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen, das auch Casinos einschliesslich Online-Casinos und Liechtenstein erfasst.
Sind Gewinne steuerfrei, und was bedeutet «je nach Kanton» beim Steuerfreibetrag?
Gewinne aus schweizerisch erlaubten Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei; der Bundesfreibetrag liegt ab 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000. Darüber behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein. Die Kantone haben eigene Freibeträge, deshalb gilt «je nach Kanton» und nicht eine einzige Zahl.
Tennis – seriosewetten
Inhalt erstellt vom Team «seriosewetten»
