Online American Football Wetten in der Schweiz — wer darf, wer nicht, und was die Quote kostet

Updated Oktober 2026
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Ein eiförmiger Lederball liegt auf einem frisch gemähten Rasenfeld mit weissen Linien, im Hintergrund stehen Flutlichtmasten in der Dämmerung.

Wer in der Schweiz auf ein NFL-Spiel setzen will, stösst zuerst auf eine Zahl, die keine Werbung je erwähnt: zwei. Zwei Veranstalter dürfen hierzulande Sportwetten anbieten, nicht zwei Dutzend. Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit dem 1. Januar 2019) führt Sportwetten als Grossspiel und unterstellt sie der Aufsicht der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern. Nicht der ESBK übrigens, die nur die Casinos im Blick hat — eine Verwechslung, die sich hartnäckig hält.

Die National Football League (NFL) umfasst 32 Teams; jedes Team bestreitet 17 Hauptrundenspiele in 18 Wochen mit einem spielfreien Wochenende (Bye).

Stand: Oktober 29, 2026, geprüft. Massgeblich sind die Bewilligungs- und Aufsichtsangaben der Gespa sowie die Spielregeln und Teilnahmebedingungen der beiden Schweizer Veranstalter.

Das ist keine Marktbeobachtung, sondern eine Deckelung. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip, betrieben von der SWISSLOS Interkantonalen Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Spielbewilligung braucht es nach Art. 21 bis 25 BGS, und diese Bewilligung gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Wer nun denkt, es gebe daneben noch eine Handvoll kleinerer Schweizer Anbieter mit eigener Zulassung: nein. Eine Liste weiterer bewilligter Buchmacher existiert nicht, weil es keine weiteren gibt. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.

Wer wo bedienen darf: das Vertragsgebiet ist kein Marketingbegriff

Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH geführt, dazu im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Das ist das Swisslos-Vertragsgebiet, und für einen Online-Zugang heisst es: Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt genau dort. Die Loterie Romande ihrerseits veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.

Eine Rheinpromenade mit hohen Bäumen am Abend, das Wasser spiegelt das Licht der ersten Laternen.
Jede Mannschaft stellt im American Football elf Spieler auf das Feld.

Für den Leser ist das die entscheidende Einordnung: Die Rechtslage in der Schweiz ist kein offener Markt mit vielen Türen, sondern ein geschlossenes System mit zwei Türen und einer Wohnsitzkontrolle an jeder. Art. 47 Abs. 3 VGS verlangt Wohnsitz in der Schweiz, die Praxis der Veranstalter verlangt zusätzlich den Wohnsitz im eigenen Gebiet. Wer in Zürich wohnt und lieber bei der Loterie Romande spielen würde, kommt nicht hinein — und umgekehrt in Genf genauso wenig.

Nüchtern betrachtet hat diese Aufteilung einen Vorteil, den kein Bonus aufwiegt. Der Veranstalter, bei dem man Kunde ist, kennt den Kunden. Registrierung, Ausweisprüfung und Limiten hängen an einer Person, nicht an einer E-Mail-Adresse. Bei Swisslos braucht es zur Online-Registrierung mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer die Prüfung als Hürde empfindet, übersieht, wozu sie da ist: Sie ist der Grund, warum ein Konto nicht in drei Minuten unter falschem Namen entsteht.

Die geschlossene Liste: was gesetzt werden darf und was nicht

Erlaubt sind Wetten auf Sportereignisse. Auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen zu wetten, ist nicht möglich. Das klingt selbstverständlich, ist aber der Kern des Systems: Die Gespa führt eine Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Fassung 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Was nicht darauf steht, ist nicht setzbar. Qualifikationsrunden nur, wenn sie gelistet sind. Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind. Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet. Auf Trainingsläufe darf nie gewettet werden. Corner- und Kartenmärkte sucht man vergebens, eine E-Sport-Sektion ebenso — E-Sport kommt in der Liste schlicht nicht vor. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS).

Livewetten sind vorgesehen, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hat. Das BGS kennt keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Für den NFL-Kalender mit seinen Sonntagabenden nach mitteleuropäischer Zeit ist das der praktisch relevante Punkt: Das Spiel beginnt hierzulande um 19:00 Uhr oder später. Bei Sporttip gilt die Livewette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Das ist unspektakulär formuliert und für Live-Spieler sehr wichtig: Der Veranstalter darf eine Wette entwerten, wenn die Lage während der Platzierung kippt.

Cash-Out ist gesetzlich nicht geregelt — es ist eine Funktion des jeweiligen Veranstalters, kein gesetzlicher Anspruch. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Betrag liegt unter dem möglichen nicht vorzeitigen Wettgewinn, hängt vom Stand des Sportereignisses ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Anbieten muss das Unternehmen Cash-Out nicht für jede Wette.

Wer aus dem Ausland kommt, dem fällt an dieser Stelle die Verengung auf: In einem offenen Markt gäbe es für jede der drei Fragen — Sportart, Wettart, Auszahlungsweg — ein halbes Dutzend Antworten. Hier gibt es eine, und sie steht in einem Dokument, das man nachlesen kann. Das ist der eigentliche Luxus des Schweizer Systems.

Warum die ausländischen Marken trotzdem auf dieser Seite stehen

Ein Leser, der sich für American Football interessiert, kennt Wettigo, GG Bet, Donbet, Sportuna, N1 Bet, Betwinner, AmunRa und Interwetten aus Werbung und Sponsoring. Sie stehen hier, weil man ihnen begegnet — verglichen nach denselben Kriterien wie die beiden Schweizer Veranstalter, aber in jedem Einzelfall mit dem Vermerk «ohne Schweizer Bewilligung». Eine ausländische Bewilligung, ob aus Curaçao, Malta, Deutschland oder irgendeinem anderen Land, hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Das Organisieren von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Der Spielende selbst wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt weder Schutz noch Fair-Play-Kontrolle.

Die Gespa führt eine Sperrliste mit ausländischen Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren (Art. 86 bis 93 BGS; erste Liste vom 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025). Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt — Domain-Hopping. Weder das eine noch das andere ist per se «die sichere Wahl»: Die bewilligte Seite bietet vollen Schweizer Schutz, aber nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste an Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzpflicht und eine Identitätsprüfung. Die ausländische Seite ignoriert das alles — und stellt den Spieler damit ausserhalb jedes Schweizer Schutzes.

Die Werbung darf dabei nicht, was sie möchte. Sie darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet (Art. 131 BGS). Ein Werbeverbot nach Tageszeit gibt es nicht. Das erklärt, warum Banner für nicht bewilligte Anbieter trotzdem erscheinen: Die Regel trifft den, der wirbt, und die Aufsicht verfolgt sie punktuell, nicht flächendeckend.

Spielerschutz: Limiten setzen, sperren lassen — und die ehrliche Zahl dazu

Das BGS macht den Schutz nicht zur Kulanz des Veranstalters, sondern zur Auflage. Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, Minderjährige sind von der Online-Teilnahme ausgeschlossen (Gespa; Art. 72 BGS). Ein Konto pro Person mit verifizierter Identität (Art. 47 bis 52 VGS). Der Veranstalter muss Höchstwerte für Einsätze oder Verluste von Tag, Woche oder Monat abverlangen (Art. 87 VGS).

Entscheidend ist: Die Limiten setzt der Spielende, nicht der Staat. Die Schweiz kennt keinen gesetzlichen festen Einzahlungsdeckel. Bei Sporttip müssen vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage festgelegt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Nach dem Bundesrecht gilt eine Erhöhung erst nach 24 Stunden; Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren Bedingungen 72 Stunden an. Zusätzlich ist bei Sporttip eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Dass eine Senkung sofort greift und eine Erhöhung 72 Stunden wartet, ist die am meisten unterschätzte Regel im Schweizer Wettgeschäft. Wer sich am Samstagabend im Griff hat, kann die Limite senken — und dann eine Woche später nicht mal eben wieder hochdrehen, weil er eine kleine Marktbewegung im Vorlauf sieht. Manche Leser empfinden das als Gängelung. Es ist die Woche, in der das System wirkt.

Für ein Haushaltsbudget heisst das konkret: Bei einer 30-Tage-Limite von CHF 300 sind über einen Monat maximal CHF 300 Verlust möglich, und dieser Betrag ist nicht verhandelbar, sondern wartet drei Tage. Wer das vorher festlegt, hat die eine Entscheidung getroffen, die später niemand mehr für ihn treffen kann.

Spielsperre und Sperrregister: das gilt wirklich weit

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren; eine Aufhebung vor Fristablauf ist nicht vorgesehen. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Art. 80 bis 82 BGS regeln die Spielsperre; wer sich freiwillig sperren lässt, kann die Sperre frühestens nach drei Monaten aufheben lassen (Art. 84 VGS), unter Beteiligung einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Art. 89 VGS verlangt die Möglichkeit einer selbst gewählten Pause von bis zu sechs Monaten. Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).

Stellen wir uns das für einen Haushalt vor, in dem zwei Personen Sportwetten spielen. Die unbefristete Spielsperre ist nicht kontobezogen, sondern personenbezogen. Sie trifft im Zweifel auch das Casino-Konto, das der Betroffene woanders unterhält — ein Kontrollinstrument, das deutlich weiter reicht als die Konto-Stilllegung bei einem privaten Anbieter. Das ist der Unterschied zur Bewilligungslage, der in der Praxis schwerer wiegt als viele Werbeworte: eine Registrierung, die den Zugang produktübergreifend sperrt.

Wo die Beratung anfängt und die Technik aufhört

Die Aufsicht testet selbst. 2025 führte die Gespa Testkäufe durch: An Verkaufsstellen wurde einer minderjährigen Person in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette verkauft. Das ist die Zahl zuweilen unter einem halben — und sie widerlegt jede Darstellung, Schutz sei an physischen Schaltern streng. Online sieht es anders aus, weil die Prüfung nicht am Verkaufstisch, sondern an einem hochgeladenen Ausweis ansetzt. Wer unter 18 ist, kommt bei den Schweizer Veranstaltern nicht durch.

Wer wissen will, was ein Angebot im Ernstfall kostet, findet die massgeblichen Bedingungen im Spielerkonto selbst — im Bereich zu Limiten und Spielerschutz, nicht in der Werbung. Was dort steht, ist die Grundlage; was nicht dort steht, existiert für den Spieler nicht.

Handicap, Über/Unter und die Marge: die eine Zahl, die überall mitrechnet

Der Spielplan der NFL bestimmt, wann überhaupt ein Markt verfügbar ist. Die Liga umfasst 32 Teams in den Conferences AFC und NFC, vier Divisionen mit je vier Teams; jedes Team bestreitet 17 Hauptrundenspiele in 18 Wochen mit einem spielfreien Wochenende (Bye). In die Playoffs kommen 14 Teams, sieben je Conference: vier Divisionssieger und drei Wildcard-Teams. Der Super Bowl wird am zweiten Sonntag im Februar ausgetragen, erstmals im Januar 1967; die 60. Auflage gewannen die Seattle Seahawks mit 29:13 gegen die New England Patriots. Wer den Saisonverlauf im Blick behält, weiss: Nach dem zweiten Sonntag im Februar ist die Auswahl für ein halbes Jahr auf andere Sportarten verschoben.

Was ein Punkt wert ist: die Grundlagen hinter den Wettarten

Nachvollziehbar wird die Football-Wette erst über die Spielregeln. Ein Spiel in den USA besteht aus vier Vierteln zu je 15 Minuten Nettospielzeit; High-School- und europäische Amateurteams spielen vier Viertel zu je 12 Minuten. Im American Football zählt ein Touchdown 6 Punkte, der Extrapunkt (PAT) 1, die Two-Point-Conversion 2, ein Field Goal 3 und eine Safety 2 Punkte. Jede Mannschaft stellt elf Spieler auf das Feld; die Offense hat vier Versuche (Downs), um mindestens 10 Yards Raumgewinn für ein neues First Down zu erzielen. Das Feld ist 120 Yards (109,73 m) lang und etwa 53 Yards (48,46 m) breit, das eigentliche Spielfeld umfasst 100 Yards, dazu kommen zwei Endzonen mit je 10 Yards.

Eine Trinkflasche und ein Handtuch liegen auf einer Holzbank am leeren Spielfeldrand unter dem Licht der Flutlichter.
Im American Football zählt ein Touchdown 6 Punkte, der Extrapunkt (PAT) 1, die Two-Point-Conversion 2, ein Field Goal 3 und eine Safety 2 Punkte.

Diese Punktwerte sind kein Regelwerk zum Angeben, sondern die Basis jeder Quotengestaltung. Eine Partie, die 13:10 ausgeht, ist kein Zufall, sondern eine Abfolge von je einem Touchdown plus Field Goal auf beiden Seiten. Wer das sieht, versteht, warum «Über/Unter 45,5» oder «Handicap −3,5» in einem völlig anderen Rhythmus schwanken als ein Fussball-Ergebnis. Bei einem Spiel, das im Schnitt um die 45 Punkte produziert, hängt fast alles an der Frage, ob ein Quarterback früh in Rückstand gerät und die Offense zum Passen zwingt. Wer darauf setzt, ist auf Spielzüge angewiesen, nicht auf Ballbesitzstatistiken allein.

Die Verlängerung ist der Punkt, an dem die meisten Anfänger eine falsche Wette platzieren. In der NFL dauert die Verlängerung 10 Minuten; seit der Saison 2025 gilt nicht mehr das Sudden-Death-Prinzip, bei dem ein Touchdown des zuerst angreifenden Teams sofort entschied. In den NFL-Playoffs dauert jede Verlängerung 15 Minuten, und es wird bis zur Entscheidung gespielt. Im College Football hat dagegen in der Verlängerung jedes Team einen Drive, der an der gegnerischen 25-Yards-Linie beginnt; ab der dritten Overtime ist ein Extrapunkt nicht mehr zulässig, stattdessen muss eine Two-Point-Conversion gespielt werden.

Für die Wettleiste folgt daraus: Die reguläre Spielzeit umfasst in der NFL die vier Viertel, nicht die Verlängerung. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Das ist die unscheinbarste Regel auf der ganzen Seite und die mit dem messbarsten Effekt. Ein Handicap, das nur auf die 60 Minuten läuft, kann offen bleiben, während das Spiel in der Overtime gedreht wird. Wer den Bogen gelesen hat, kennt die Antwort; wer ihn ungelesen wegklickt, hat später das Gefühl, um einen Gewinn betrogen worden zu sein.

Wie die Marge im Preis steckt

Nehmen wir einen Zweiwegemarkt — eine Wette, bei der zwei Ergebnisse die ganze Entscheidung tragen — mit Quoten von 1,90 und 1,90, als Beispiel, nicht als zitierter Preis. Die Auszahlungsquote über alle Ergebnisse eines Marktes ist der Kehrwert der Summe der Kehrwerte der Quoten; bei 1,90 und 1,90 sind das 95,24 %, die Marge damit 4,76 %. Das ist keine 5 %, auch keine 5,3 % — es ist die Zahl, die im Schnitt von jedem gesetzten Franken im Markt beim Veranstalter bleibt, unter der Annahme dieses Beispielmarktes. Keine Kritik am Veranstalter, sondern die Eintrittsgebühr des Spiels. Im Ergebnis einer einzelnen Wette ist sie unsichtbar; über viele Wetten eines Jahres ist sie der einzige Betrag, den der Spieler deterministisch verliert.

Wer die Bandbreite verstehen will: Bei Quoten von 1,85 und 1,85 sinkt die Auszahlungsquote auf 92,5 % und die Marge steigt auf 7,5 %. Bei 1,95 und 1,95 liegt sie bei 97,44 %, die Marge bei 2,56 %. Die Spanne zwischen beiden Enden — rund 2,5 % bis 7,5 % des Umsatzes — ist der eigentliche Unterschied zwischen zwei Anbietern, und sie schlägt jede Bonusfrage um Längen. Ein «100 %»-Bonus auf einen Einsatz, bei dem über ein Jahr mehrere Tausend Franken durch die Marge laufen, ist eine Marketingziffer gegen eine strukturelle Verlustquelle. Die Marge ist deshalb die erste Zahl, die man prüfen sollte, und die letzte, die in der Werbung steht.

Prognose und Value Bet: wie eine Einschätzung entsteht — und warum sie keine Garantie ist

Wer eine Prognose baut, beginnt sinnvollerweise nicht beim Wettschein, sondern bei den Daten. Formkurve, Ausfälle, Heimvorteil und der Quotenvergleich sind die vier Zutaten; fehlt eine, ist die Einschätzung unvollständig. Die Form der letzten Wochen ist der einfachste Teil, aber auch der trügerischste: Ein Team, das drei Spiele in Serie gewonnen hat, kann gegen schwache Divisionsgegner gewonnen haben. Ausfälle sind der zweite Faktor, und im Football ist er besonders: Ein verletzter Quarterback kippt ein ganzes Spiel, während ein fehlender Wide Receiver von aussen kaum zu bemerken ist. Der Heimvorteil ist real, aber deutlich kleiner als im College-Football. Der Quotenvergleich entscheidet schliesslich, ob aus einer richtigen Einschätzung ein sinnvoller Einsatz wird — eine richtige Einschätzung zum falschen Preis ist eine schlechte Wette.

Der Value Bet, also die Wette, deren Wahrscheinlichkeit der Spieler höher einschätzt als die Quote vorgibt, ist eine Schätzung, kein sicherer Tipp. Wetten ist kein Einkommen, und die Marge sorgt dafür, dass es das auch nicht werden kann. Über eine lange Reihe verliert der durchschnittliche Spieler die Marge — genau deshalb ist die Auszahlungsquote überhaupt berechenbar. Wer rechnet, kommt nicht umhin: Die Summe der Einsätze wächst, die Summe der Rückzahlungen wächst langsamer.

Eine Prognose ist ein Werkzeug, kein Orakel. Wer seine Gewinnchance auf das Doppelte eines Favoriten schätzt, kann recht haben und trotzdem verlieren; nach zehn Spielen ist die Reihe der Ergebnisse noch nicht aussagekräftig genug, um zu unterscheiden, ob das Modell gut war oder nur glücklich. Wer dagegen glaubt, mit einem System die Buchmacher zu schlagen, hat den Faktor übersehen, der gegen ihn läuft: Die Quote enthält die Marge, und die zahlt der Veranstalter nicht freiwillig aus. Die meisten Menschen, die seit Jahren Wetten platzieren, haben genau diese Einsicht — es ist ein Unterhaltungsprodukt. Jede Strategie, die mehr verspricht, ist entweder unwahrscheinlich oder ein Verkaufsargument.

Für die Praxis heisst das: Eine Prognose darf den Einsatz begrenzen, aber nie erhöhen. Wer einen Value Bet gefunden zu haben glaubt, sollte den Einsatz nicht deshalb verdoppeln, weil die Einschätzung so überzeugend wirkt. Der Schätzfehler wächst mit der Überzeugung. Der saubere Weg ist der langweilige: gleicher Einsatz, feste Grenze, kein Nachbessern nach einem Verlust.

Saison, Wettbewerbe und was ein Spielplan für die Wette bedeutet

Zwischen September und Februar bestimmt die NFL den Kalender. Die Hauptrunde läuft über 18 Wochen, davon 17 Spiele pro Team, mit einem spielfreien Wochenende. Darauf folgen die Playoffs mit 14 Teams und schliesslich das Endspiel im Februar. Für den Spieler heisst das: Die Anzahl der Märkte, die überhaupt Sinn ergeben, schwankt stark. In der Hauptrunde stehen vier Spiele pro Mannschaft pro Monat an; in den Playoffs entscheidet sich alles in einem Spiel, und die Variabilität wächst ins Extreme. Ein Underdog kann im Einzelspiel-System der Playoffs eine Serie hinlegen, die in der Hauptrunde unmöglich wäre.

Die Konsequenz ist dieselbe, die für alle Sportarten gilt: Je grösser die Zufallskomponente eines einzelnen Spiels, desto näher liegen die Quoten beieinander, und desto kleiner ist der vermeintliche Wert einer «klaren» Einschätzung. In einem Spiel, das im Februar entschieden wird, ist die Unsicherheit Teil des Produkts. Die Limits bei Sporttip sind übrigens unabhängig vom Wettbewerb geregelt: Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Neben den Schweizern bieten ausländische Plattformen ebenfalls Football-Märkte an. Wer dort spielt, findet andere Preise, andere Limits und keine Schweizer Aufsicht. Eine Kombination aus zwei oder mehreren voneinander abhängigen Wettereignissen derselben Sportveranstaltung wird bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion abgebildet; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Auch das ist eine Regel, die man kennen sollte, bevor man sich wundert. Wer zwei Spiele desselben Sonntags kombinieren will, ohne dass sie voneinander abhängen, bleibt davon unberührt — die Regel greift nur bei Abhängigkeit, etwa einer Wette auf Sieg und auf Punktedifferenz derselben Partie.

Wer den Saisonverlauf für die Planung nutzt, merkt schnell: Die spielfreien Wochen sind der ruhigste Teil des Kalenders und für Spieler mit kleinem Budget kein Grund zur Vorfreude. Sechzehn Spiele pro Woche klingen nach Auswahl. Es sind sechzehn Begegnungen, über die ein Dutzend Buchmacher dieselbe Meinung teilen.

Zehn Veranstalter im Vergleich: zwei mit Bewilligung, acht ohne

Die folgende Übersicht ordnet die zehn Plattformen nach ihrem Bewilligungsstatus ein — dem einzigen Kriterium, das in der Schweiz wirklich trennt. Die beiden Schweizer Veranstalter stehen zuerst, danach folgen die ausländischen Marken in der Reihenfolge, in der sie hier besprochen werden.

Plattform Schweizer Bewilligung (Bewilligung oder keine) Veranstalterin bzw. gemeldete Lizenz
Swisslos Sporttip Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, SR 935.51; Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, SR 935.51; Aufsicht Gespa Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande)
Wettigo keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz nicht festgestellt; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
GG Bet keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz nicht festgestellt; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Donbet keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz nicht festgestellt; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Sportuna keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz nicht festgestellt; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
N1 Bet keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz nicht festgestellt; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Betwinner keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz nicht festgestellt; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
AmunRa keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz nicht festgestellt; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Interwetten keine Schweizer Bewilligung gemeldete Lizenz nicht festgestellt; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)

Die Zweiteilung ist kein Zufall. Ausländische Anbieter müssen die Daten nicht liefern, deren Veröffentlichung in der Schweiz Pflicht ist — das Register der Gespa führt nur bewilligte Grossspiele, nicht ausländische Anbieter. Wer auf einer ausländischen Plattform spielt, kann sich deshalb an nichts wenden, wenn ein Streit entsteht. Die Schweiz wickelt einen Teil dieser Anbieter über die Sperrliste ab. Dass eine Domain dort steht, heisst nicht, dass das Unternehmen verschwunden ist — die Domain wechselt oft innerhalb von Stunden. Auch deshalb ist ein Domänenname kein Kriterium: Die Sperrliste schliesst die Rechtsordnung, nicht die Firma.

Zwei Fehlannahmen kippen an dieser Stelle. Erstens: Die beiden Schweizer Veranstalter decken nicht die Schweiz ab, sondern je ihr eigenes Gebiet. Zweitens: «keine Bewilligung» bedeutet nicht «verboten für Sie» — der Spielende wird nicht bestraft. Aber ohne Bewilligung gibt es keinen Schweizer Rechtsschutz. Wie es mit dem Steuerabzug auf ausländische Gewinne steht, hängt davon ab, in welchem Kanton man wohnt.

Die Veranstalter im Einzelnen

Swisslos Sporttip: der Gemeinwohlveranstalter für die Deutschschweiz

Als Veranstalter tritt die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel auf, gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Ein Online-Konto bekommen nur Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in diesem Gebiet.

Zur Einordnung gehört die Grössenordnung: Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio. — CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Der Nettoertrag geht nach Art. 125 BGS an gemeinnützige Zwecke, und das erklärt die Zurückhaltung bei Aktionen: Bei einem Veranstalter, der seinen Ertrag abgibt, ist der Gratisbereich gesetzlich eingezäunt. Freispiele oder Gratisguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer den Boost als Rabatt versteht, irrt: Er ist eine Marketingmassnahme mit Ablaufdatum, gebunden an eine Einzelwette und an das Verbot, sie vorzeitig zu beenden.

Das ist die eine Seite. Die andere ist die Limite, die engere Auswahl und die kleinere Zahl an Live-Märkten. Beides folgt aus derselben Konstruktion: Ein Veranstalter, der sein Angebot gegenüber der Aufsicht begründen muss, ist vorsichtiger als einer, der nur seinen Investoren Rechenschaft schuldet. Der Preis dafür heisst Auswahl.

Der Einordnung wegen: Betrachtet man Sporttip neben den ausländischen Plattformen, liegt der Reiz nicht in der Quote. Er liegt darin, dass das Guthaben im Inland liegt, die Limiten greifen, die Sperre schweizweit registriert wird und der Veranstalter über seinen Gemeinwohlbeitrag Rechenschaft ablegt. Wer eher selten und mit wenig Geld spielt, ist hier richtig.

Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe System in einer anderen Sprache

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie die Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Auch sie hat eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach BGS, SR 935.51, unter Aufsicht der Gespa, und sie ist wie Swisslos eine der beiden Veranstalterinnen, die das interkantonale Recht zulässt.

Für einen Leser bedeutet das: Das Instrument ist dasselbe, nur die Tür ist eine andere. Die 2’350 Verkaufsstellen sind vor allem für Spieler relevant, die lieber bar einzahlen als online. Die Westschweizer Veranstalterin hält sich an dieselben Regeln — aber der Zutritt erfordert Wohnsitz in FR, GE, JU, NE, VD oder VS, und wer seinen Lebensmittelpunkt in Zürich hat, bekommt keinen Zugang. Das ist so unspektakulär wie konsequent, weil das Geldspielsystem der Schweiz dezentral angelegt ist.

Wer in Genf wohnt und in Lausanne arbeitet, hat also zwei Adressen im Alltag und trotzdem nur eine im Wettgeschäft. Das ist die Rechtsprechung des Wohnsitzes, nicht des Arbeitswegs.

Der Einordnung wegen: Wer in der Westschweiz lebt und sich für eine reine Schweizer Lösung interessiert, hat hier die passende Anlaufstelle, und die Verkaufsstellendichte macht den Weg zum Wettschein kurz. Wer in der Deutschschweiz lebt, kann bei der Loterie Romande kein Konto eröffnen — wer dennoch ein solches Angebot nutzt, tut das ausserhalb des Systems, und das grosse Argument der Schweizer Lösung, die schweizweite Spielsperre, fällt weg. Was bleibt, ist der Preis für gemischte Erwartungen an die Verfügbarkeit von American-Football-Märkten.

Wettigo: die Marke ohne Spur in der Schweiz

Wettigo ist ein ausländischer Anbieter, der ohne Schweizer Bewilligung arbeitet. Nach dem in der Schweiz geltenden Recht handelt es sich um ein nicht bewilligtes Sportwettenangebot; eine ausländische Lizenz ist in der Schweiz ohne jede Wirkung (Art. 4 BGS). Genannte Aufsichtsangaben entfalten in der Schweiz keine Geltung.

Was das konkret heisst: Bei einem Anbieter ohne Bewilligung fehlt jede Verbindung zum schweizerischen Sperrsystem. Das Konto fällt nicht unter die Spielsperre, die Kantonsgrenze interessiert nicht, und eine Aufsicht nimmt Beschwerden nicht an. Wer dort spielt, spielt ein rein privatrechtliches Geschäft mit einem ausländischen Unternehmen. Was er gewinnt, ist nicht von der Schweizer Aufsicht kontrolliert; was er verliert, ist endgültig. Die Domain kann zudem in die Sperrliste der Gespa aufgenommen und von den Telekom-Anbietern per DNS blockiert werden. Der Zugang bleibt meist erhalten, weil dieselbe Firma unter wechselnden Adressen auftritt.

Wer seine Zahlungswege prüfen will, tut das vor der ersten Einzahlung und nicht nach der ersten Auszahlung. Beim Schweizer Veranstalter läuft eine Auszahlung nur auf ein Konto im Namen des Kontoinhabers (Art. 50 Abs. 2 VGS); anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren dort nicht. Was ein ausländischer Anbieter hier zulässt, steht in seinen eigenen Bedingungen — und diese Bedingungen sind der einzige Vertrag, den ein Spieler dort abschliesst.

Der Einordnung wegen: Was diese Marke anbietet, steht ausserhalb der Schweizer Bewilligungsordnung, und damit fehlt die Grundlage, auf der die anderen neun Einträge vergleichbar wären. Wer wissen will, was die Plattform konkret zusagt, muss ihre Bedingungen lesen — mehr lässt sich über diesen Eintrag seriös nicht sagen.

GG Bet: eine ausländische Plattform ohne Schweizer Zulassung

GG Bet arbeitet ohne Schweizer Bewilligung. Das heisst, dass das Angebot nach der Rechtsordnung nicht zu den bewilligten Grossspielen gehört; eine ausländische Lizenz entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS).

Ohne diese Bewilligung gibt es keine Anbindung an das schweizerische Sperrsystem. Wer dort ein Konto eröffnet, steht weder unter einer Meldung an das Sperrregister noch unter einer Beschwerdemöglichkeit in der Schweiz. Eine Aufsicht nach Art. 86 bis 93 BGS bezieht sich nur auf bewilligte Veranstalter; die Sperrliste ist der einzige Berührungspunkt, den eine solche Domain mit der Schweiz haben kann. Hinzu kommt der Steuerpunkt: Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, können aber nach kantonaler Praxis als steuerbares Einkommen behandelt werden, unabhängig von der Höhe.

Der Einordnung wegen: Was diese Marke attraktiv machen kann, ist die Breite des Angebots; was ihr in der Schweiz fehlt, ist jede Rückbindung an eine Aufsicht. Wer sich für Sportarten jenseits des Footballs interessiert, muss diese Breite gegen das Fehlen der schweizweiten Spielsperre abwägen — und die Spielsperre ist das einzige Instrument, das den Zugang wirklich schliesst.

Donbet: ein weiteres Konto ausserhalb der Bewilligung

Donbet verfügt über keine Schweizer Bewilligung. Die Bewilligung nach Art. 4 BGS gilt nur in der Schweiz, und eine ausländische Lizenz verleiht hier keine Rechte.

Aus Sicht des Spielers ist eine Registrierung bei einer Plattform ohne Schweizer Bewilligung mit dem Verzicht auf die Verbindung zum schweizerischen Sperrregister verbunden. Ein Streit über eine Quote, eine Wette oder eine Auszahlung fällt nicht in die Zuständigkeit einer Schweizer Aufsicht. Die Domain kann in die Sperrliste der Gespa aufgenommen werden und dann einer DNS-Sperre unterliegen.

Der praktische Ablauf vor einer Einzahlung sieht bei jedem Anbieter ähnlich aus, und genau deshalb ist er prüfbar: Identität hinterlegen, Zahlungsweg wählen, Bedingungen zur Auszahlung öffnen. Ob die Plattform dabei nach Schweizer Massstäben arbeitet, kontrolliert niemand. Der zweite Schritt — was mit den Daten passiert — ist der, über den am wenigsten gesprochen wird.

Der Einordnung wegen: Der Nachteil liegt nicht im Produkt, sondern in der fehlenden Prüfung: keine Bewilligung, keine Aufsicht, kein Schweizer Ansprechpartner. Für Spieler, die das bewusst in Kauf nehmen, ist das eine Abwägung; alles darüber hinaus wäre eine Empfehlung, die niemand geben kann.

Sportuna: keine Bewilligung, keine Schweizer Zuständigkeit

Sportuna tritt ohne Schweizer Bewilligung auf. Eine ausländische Lizenz wirkt in der Schweiz nicht (Art. 4 BGS), und eine Aufsicht besteht nicht.

Ohne diese Bewilligung ist der Spieler auf die Angaben des Anbieters angewiesen, wenn er sich über Abläufe, Auszahlungen oder Streitfälle informieren will. Ein Einschreiten der Schweizer Behörden mit den Mitteln des BGS ist bei nicht bewilligten ausländischen Anbietern auf die Sperrliste beschränkt. Für den Leser ist das die praktisch wichtigste Einschränkung.

Wer bei einer ausländischen Plattform spielt, sollte das Kleingedruckte zur Auszahlung lesen, bevor Geld hineingeht — nicht weil ein Schweizer Veranstalter das nicht verlangen würde, sondern weil hier keine Instanz die Bedingungen mit Schweizer Massstäben prüft. Das ist der Preis, den die Nutzer tragen.

Der Einordnung wegen: Wer sich für American-Football-Märkte mit exotischen Zusatzwetten interessiert, findet hier möglicherweise mehr Auswahl als auf der Gespa-Liste. Was für die Schweizer Variante spricht, ist unspektakulär, aber konstant: die Prüfbarkeit.

N1 Bet: ohne Schweizer Zulassung

N1 Bet ist ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Das Organisieren von Sportwetten ohne diese Bewilligung ist in der Schweiz nicht erlaubt; für den Spieler selbst bleibt die Teilnahme straflos, aber Billigung ist keine Bewilligung.

Die praktischen Folgen sind dieselben wie bei den übrigen ausländischen Marken: keine Anbindung an das schweizerische Sperrsystem, keine Schweizer Aufsichtsbeschwerde, kein Anspruch auf inländischen Rechtsschutz. Die Aufnahme einer Domain in die Sperrliste der Gespa bleibt der mögliche Berührungspunkt.

Der eigentliche Test ist die Auszahlung, nicht der Bonus. Wer ein Konto bei einer nicht bewilligten Plattform führt, hat bei Streitigkeiten keinen Ansprechpartner in der Schweiz. Bei einem Konto über einem Betrag, bei dem ein Streit weh tut, wird diese Lücke zum Argument gegen die Plattform.

Der Einordnung wegen: Wo eine Schweizer Bewilligung fehlt, fehlt auch ein Massstab. Wer ein begrenztes Budget hat und verlässlich informiert sein will, sollte prüfen, ob das eigene Spiel nicht ohnehin im Rahmen eines Schweizer Veranstalters aufgeht.

Betwinner: ein Konto ohne Schweizer Bewilligung

Betwinner ist ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Auch hier gilt: Die ausländische Lizenz ist in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS), und es gibt keine Verbindung zum schweizerischen Sperrsystem.

Bei einem solchen Anbieter ist der Spieler für alles selbst verantwortlich — für die Identifikation, für die Auszahlung, für die Einhaltung der eigenen Grenzen. Ein System, das die schweizweite Spielsperre kennt, existiert hier nicht. Und weil Steuerfragen bei ausländischen Anbietern von den Kantonen unterschiedlich gehandhabt werden, betrifft die Auszahlung den Nutzer direkt. Wer in einem Kanton mit strenger Praxis wohnt, sollte das wissen, bevor er ein grosses Ergebnis dort stehen hat, und nicht danach.

Der Einordnung wegen: Der Nutzen einer solchen Plattform ist ein breiteres Menü; der Preis ist der Verzicht auf Aufsicht und die Unsicherheit bei der Besteuerung. Diese Entscheidung kann man bewusst treffen — aber nur, wenn man sie kennt, und die meisten Entscheidungen dieser Art werden ohne diese Kenntnis getroffen.

AmunRa: eine Plattform ohne Schweizer Papiere

AmunRa arbeitet ohne Schweizer Bewilligung; die Bewilligung nach Art. 4 BGS bezieht sich ausschliesslich auf die Schweiz, eine ausländische Lizenz wirkt hier nicht.

Wie bei den übrigen nicht bewilligten Marken fehlen die Verbindung zum Sperrregister, der Schweizer Rechtsschutz und die Aufsicht über das Angebot. Die Sperrliste der Gespa ist der einzige Ort, an dem eine solche Domain mit der Schweizer Rechtsordnung in Berührung kommt.

Die Frage, die hier tatsächlich zählt, ist nicht «wie hoch ist die Quote?», sondern «was passiert, wenn ich aufhören will?» Bei einem Schweizer Veranstalter existiert eine Spielsperre, die auch Casinos und Online-Casinos einschliesst und sogar im Fürstentum Liechtenstein gilt. Bei einem nicht bewilligten Anbieter ist sie freiwillig und wirkt nur dort, wo der Anbieter mitspielt.

Der Einordnung wegen: Solange ein Spieler nicht vorhat, sich sperren zu lassen, wirkt die fehlende Anbindung an das Register abstrakt. Sobald er es vorhat, ist sie die einzige Frage. Wer diese Eventualität für sich nicht ausschliessen kann, sollte den Unterschied nicht klein rechnen.

Interwetten: ein Name, der auf der Sperrliste steht

Interwetten arbeitet ohne Schweizer Bewilligung. Das Unternehmen ist in diesem Zusammenhang sogar namentlich bekannt: Die Gespa nennt Interwetten und Bet-at-Home als Beispiele für Domain-Hopping und nennt bet365 als auf der Liste stehend. Das ist die seltene Konstellation, in der ein Anbieter ausdrücklich in einem Aufsichtsdokument erscheint — als blockierte Domain, nicht als Bewilligungsinhaber.

Für den Spieler bleibt es bei den Grundsätzen: kein Schweizer Rechtsschutz, keine Verbindung zum Sperrregister, keine Aufsicht. Hinzu tritt, dass eine blockierte Domain regelmässig wechselt, was den Anbieter schwer greifbar macht.

Wer wissen will, wo er steht, findet die Liste bei der Aufsicht selbst und prüft den Namen, den er im Browser eingegeben hat, gegen die veröffentlichten Adressen. Das klingt nach Sisyphusarbeit, weil der Anbieter seine Adresse wechselt. Genau das ist der Punkt.

Der Einordnung wegen: Wer die Schweizer Aufsicht als Orientierungspunkt sucht, findet hier die klarste Antwort der ganzen Liste. dass die Sperrliste kein theoretisches Instrument ist, zeigt sich an keinem Eintrag deutlicher: Der Name fällt in der Aufsichtspraxis, und die zugrunde liegende Domain ist nicht stabil. Wer auf Verlässlichkeit angewiesen ist, gewichtet diese Instabilität höher als die eine oder andere Quote.

Steuern, Auszahlung und was am Ende des Tages abgezogen wird

Gewinne aus schweizerisch bewilligten Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich als solche. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Darüber hinaus behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Für den typischen Spieler ist die ganze Passage ein Nicht-Thema: Er liegt weit unter jedem Freibetrag, zahlt weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer auf den Gewinn.

Zu beachten ist der Zusatz «je nach Kanton». Der kantonale Freibetrag liegt jeweils unter dem Bundesbetrag und ist von Kanton zu Kanton verschieden — eine kantonale Zahl gibt es nicht. Wer eine Steuerfrage hat, klärt sie mit einer Steuerberaterin oder beim kantonalen Steueramt. Eine Wettsteuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht; wer eine solche in einem Angebot vermutet, verwechselt sie mit dem Modell anderer Länder.

Für den Leser hängt die Steuerfrage eng mit der Wahl des Veranstalters zusammen. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer — aber weil die Kantone unterschiedlich vorgehen, kann eine kantonale Steuerpraxis Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als steuerbares Einkommen behandeln. Wer nicht nur «ob», sondern «wo» richtig spielt, hat im bewilligten Anbieter einen einfachen Steuerfall.

Die eine Zahl, die über allem steht, ist ohnehin die Marge. Rechnet man, was über ein Jahr an Verlustquote zusammenkommt, ist der Steuerfreibetrag selten der Punkt, an dem die Entscheidung kippt. Er ist eine Beruhigung, kein Vorteil.

Häufige Fragen

Darf man in der Schweiz auf NFL-Partien wetten, und wer nimmt solche Wetten an?

Ja — American Football fällt unter die Sportarten, deren Wettbewerbe und Wettarten in der Liste der Aufsicht aufgeführt sind, sofern das konkrete Angebot dort erscheint. Anbieten darf das in der Schweiz nur Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport, jede in ihrem Vertragsgebiet. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz im jeweiligen Gebiet voraus.

Wie wird die Verlängerung in der NFL bei Wetten auf die reguläre Spielzeit gewertet?

Die reguläre Spielzeit umfasst die vier Viertel und die Nachspielzeit. Verlängerung und allfälliges Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Bei Sporttip ist diese Regel in den Spielregeln so festgehalten. Ein Handicap auf die reguläre Spielzeit kann deshalb offen bleiben.

Was bedeuten Handicap und Über/Unter bei Football-Wetten, und wie wirkt die Marge?

Handicap verschiebt das Ergebnis um eine Punktzahl, Über/Unter setzt eine Punktgrenze für beide Teams zusammen. Beide Märkte werden ausschliesslich über die Quote abgerechnet. Die Marge steckt in jedem Preis: Bei einem Zweiwegemarkt mit Quoten von 1,90 und 1,90 liegt die Auszahlungsquote bei 95,24 % und die Marge damit bei 4,76 %.

Wie entsteht eine Prognose, und warum ist kein Tipp sicher?

Eine Prognose stützt sich auf Form, Ausfälle, Heimvorteil und den Quotenvergleich. Ein Value Bet bleibt eine Schätzung: Der Spieler hält eine Wahrscheinlichkeit für höher, als die Quote nahelegt, kann damit aber falsch liegen. Wetten ist kein Einkommen, und die Marge sorgt dafür, dass die Summe der Einsätze über die Zeit nicht zu einem Gewinn wird.

Welche Verlustlimiten müssen vor der ersten Wette gesetzt werden?

Bei Sporttip sind vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage festzulegen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Die Limiten setzt der Spielende selbst.

Inhalt erstellt vom Team «seriosewetten»