Badminton-Wetten in der Schweiz – was erlaubt ist und was es kostet

Updated Oktober 2026
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Ein Federball liegt auf dem Boden einer leeren Sporthalle, das Netz verschwimmt im Hintergrund, Licht fällt durch hohe Fenster.

Stand: Oktober 29, 2026 — Bewilligungen und Limiten geprüft gegen die Angaben von Swisslos und Loterie Romande sowie gegen das Geldspielgesetz und die Veröffentlichungen der Gespa.

Beim Badminton wird auf zwei Gewinnsätze bis 21 Punkte gespielt; ein Satz ist gewonnen, wenn eine Partei mindestens 21 Punkte mit mindestens 2 Punkten Vorsprung hat.

Badminton ist eine Randsportart. Genau das macht sie für den hiesigen Wettmarkt interessant, und genau das macht sie teuer. Wer ein Federballturnier in der Halle verfolgt, findet dort selten die Auswahl an Märkten, die ein Fussballspiel hergibt, und die Preise, die auf dem Wettschein landen, sind entsprechend gebaut. Das ist keine Panne des Systems, sondern seine Mechanik: Ein Markt, in den wenig Geld fliesst, muss pro Einheit mehr behalten.

Die zweite Eigenheit liegt tiefer und ist die wichtigere. In der Schweiz dürfen Sportwetten nur von zwei Veranstaltern angeboten werden, und nur auf das, was auf einer behördlichen Liste steht. Ob Badminton darauf erscheint, entscheidet nicht der Geschmack des Publikums, sondern der Katalog. Wer das einmal verstanden hat, sucht nicht mehr nach dem grosszügigsten Anbieter, sondern nach dem Angebot, das es überhaupt gibt, und nach den Bedingungen, die daran hängen.

Genau diese Bedingungen sind das Thema hier. Ein Einsatz ist nicht nur ein Betrag, der auf dem Tisch liegt, sondern ein Paket aus Quote, Mindestpreis, Limite, Laufzeit und Steuerfolge. Was dieses Paket unter dem Strich kostet, lässt sich ausrechnen, und die Rechnung fällt bei den meisten Wetten unangenehmer aus, als das Marketingwort auf der Startseite vermuten lässt. Wir gehen die zwei bewilligten Veranstalter und die ausländischen Marken, auf die Schweizer Spielende stossen, nach denselben prüfbaren Kriterien durch: Bewilligungsstatus, Limiten, Preisniveau, Auszahlung.

Zwei Bewilligungen, eine geschlossene Liste: der rechtliche Rahmen in der Schweiz

Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel und fallen unter das Geldspielgesetz, das am 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist. Zuständig für die Aufsicht ist die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern; das Geldspielkonkordat gilt seit dem 1. Januar 2021. Wer hier nach der ESBK sucht, landet bei der falschen Behörde — die ESBK beaufsichtigt nur Casinos. Das ist mehr als eine Formalität: Es heisst, dass ein Sportwettangebot in der Schweiz nicht nach bankenähnlichen Regeln geprüft wird, sondern nach einem eigenen Gesetz mit eigenen Listen, eigenen Verboten und einer eigenen Aufsichtsbehörde, die auch die Sperrliste führt.

Eine Bewilligung besteht aus zwei Teilen: einer Veranstalterbewilligung und einer Bewilligung pro Spiel. Und sie gilt nur in der Schweiz. Das ist der Satz, an dem sich alles Weitere entscheidet — wer im Ausland eine Erlaubnis besitzt, hat hier keine. Eine Bewilligung aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land hat in der Schweiz keine Wirkung. Der Satz klingt technisch, hat aber eine sehr praktische Folge: Ein Guthaben bei einer ausländischen Plattform steht ausserhalb jeder hiesigen Aufsicht. Rechnet ein solcher Anbieter anders ab als angekündigt, gibt es hier keine Stelle, die das prüft, und keine Beschwerdeinstanz, die es korrigiert.

Was auf der Liste steht und was nicht

Was gewettet werden darf, ist keine offene Frage, sondern ein geschlossener Katalog. Die Gespa führt eine Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, in der Fassung vom 10. September 2026, gestützt auf Artikel 25 des Geldspielgesetzes und Artikel 29 der Verordnung. Diese Liste ist der Angelpunkt der ganzen Seitenfrage: Badminton ist nicht dann wettbar, wenn ein Anbieter Lust darauf hat, sondern wenn die Liste es hergibt und ein bewilligter Veranstalter es anbietet.

Die Liste ist eng geführt, und ihre Enge ist ihr Zweck. Qualifikationsrunden zählen nur, wenn sie aufgeführt sind. Frauenwettbewerbe zählen nur, wenn sie aufgeführt sind. Ranglistenwetten sind nur zulässig, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Auf Trainingsläufe darf gar nicht gewettet werden. Eckball- und Kartenmärkte fehlen, und eine Esport-Sektion gibt es nicht. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.

Für einen Badminton-Anhänger heisst das: Der Rahmen ist nicht «alles, was ein Turnier hergibt», sondern «das, was der Katalog unter einem bestimmten Turnier und einer bestimmten Wettart vorsieht». Wenn ein Grand-Prix-Turnier der unteren Kategorie also nur mit Siegwetten im Programm steht, dann ist das nicht Knauserigkeit des Veranstalters, sondern die Grenze, die das Gesetz zieht. Diese Grenze kostet den Spielenden Auswahl — und sie ist der Grund, warum sich der Vergleich zwischen bewilligten und nicht bewilligten Seiten nicht als Geschmacksfrage stellt.

Livewetten sind ausdrücklich erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, soweit der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung besitzt. Das Geldspielgesetz zieht dabei keine Grenze auf bestimmte Live-Märkte. Wer Live-Badminton mitverfolgen und währenddessen setzen will, stösst also nicht auf ein gesetzliches Verbot, sondern auf die Frage, ob der Katalog das konkrete Turnier überhaupt führt. Das Cash-Out ist im Gesetz nicht geregelt und bleibt Merkmal des jeweiligen Veranstalters — dazu später mehr, denn kaum eine Funktion kostet so viel wie diese, ohne dass es auf dem Wettschein steht.

Warum ausländische Seiten die Lage nicht ändern

Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren. Die erste Liste stammt vom 3. September 2019, und Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Diese Zahl ist ein gutes Bild für die Mechanik: Eine blockierte Domain wird innerhalb von Stunden ersetzt — die Aufsicht nennt das Domain-Hopping und führt dafür Interwetten und Bet-at-Home an, und bet365 steht auf der Liste. Wer glaubt, eine einzelne Adresse sei das Hindernis, hat die Mechanik nicht verstanden. Das Hindernis ist nicht die Domain, sondern die fehlende Bewilligung.

Und die hat Folgen, die über die Rechtsfrage hinausgehen. Das Veranstalten von Sportwetten ohne schweizerische Bewilligung ist eine Straftat: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Der Spielende wird nicht bestraft — das Bundesamt für Justiz ist hier klar. Aber Einsatz und Gewinn können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Man wettet also nicht auf ein Verbot hin, sondern auf ein Verfahren, in dem das eigene Geld als Beweismittel auftaucht.

Dazu kommt, was fehlt. Eine ausländische Plattform hängt nicht am schweizerischen Sperrregister, kennt keine hiesige Aufsicht und bietet keinen hiesigen Rechtsweg. Der Schutz vor einem überhöhten Einsatz, den das Geldspielgesetz vorschreibt, den Limiten, die ein bewilligter Veranstalter abfragen muss, und die Spielsperre, die schweizweit greift — nichts davon existiert dort. Ich schreibe das nicht, um Moral zu verbreiten. Ich schreibe es, weil es der Preisunterschied ist, um den es auf diesen Seiten immer geht: Was eine ausländische Marke an Auswahl und Quote mehr zeigt, zahlt der Spielende mit dem Verzicht auf genau diese Mechanismen. Manchmal ist das ein guter Tausch, meistens nicht. Und weder das eine noch das andere ist automatisch die sichere Wahl.

Ein Veranstalter mit Bewilligung ist nicht deswegen gut, weil er eine Bewilligung hat. Aber ohne sie gibt es nichts, was einen Ausgleich schafft.

Die Regel, die jeden Badminton-Markt betrifft: wie die Marge im Preis steckt

Der Preis einer Wette sieht wie eine Zahl aus und ist in Wahrheit eine Differenz. Die Quote, die der Veranstalter anbietet, ist nicht seine Schätzung, wie wahrscheinlich ein Ergebnis ist, sondern jene Schätzung minus seinen Anteil. Dieser Anteil heisst Marge, und das Gegenstück dazu ist der Quotenschlüssel oder die Auszahlungsquote — der Anteil aller Einsätze eines Marktes, den der Markt zurückzahlt. Der Quotenschlüssel berechnet sich als 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes; die Marge ist 100 Prozent minus diesen Wert.

Zwei Badmintonschläger lehnen gekreuzt an einer Hallenwand aus Holz, daneben steht ein Korb mit Federbällen.
Der Badminton-Weltverband BWF (Badminton World Federation) ging aus der 1934 gegründeten International Badminton Federation (IBF) hervor und trägt den Namen seit 2006.

Rechnen wir das an einem schlichten Beispiel durch, das ausdrücklich eine Illustration ist und kein Zitat irgendeines Anbieters. Ein Zwei-Wege-Markt — im Badminton etwa «Spieler A gewinnt» gegen «Spieler B gewinnt», ohne Unentschieden, das es in dieser Sportart nicht gibt — mit gleichen Quoten von 1.90 auf beiden Seiten. Der Kehrwert jeder Quote ist 0.5263; zwei davon ergeben 1.0526. Der Quotenschlüssel liegt damit bei rund 95 Prozent, die Marge bei rund 5 Prozent. Von jedem Franken, der in diesen Markt fliesst, behält der Veranstalter also ungefähr fünf Rappen.

Das ist eine Bandbreite und kein fester Wert, und die Bedingung dafür steht im Beispiel selbst: gleiche Quoten auf beiden Seiten. Sobald die Quoten auseinanderlaufen — und bei einem Randsportart-Markt laufen sie das fast immer, weil auf einer Seite wenig Geld liegt —, verschiebt sich der Anteil. Die Marge ist kein Aufschlag, der oben draufkommt, sondern der Abstand zwischen zwei Zahlen, und man sieht ihn keiner einzelnen Quote an. Erst wenn beide Seiten eines Marktes nebeneinander stehen, verrät die Summe ihrer Kehrwerte, was der Markt dem Spielenden abzieht. Deshalb ist die ehrlichste Frage an ein Badminton-Angebot nicht «wie hoch ist die Quote», sondern «wie hoch sind beide Quoten zusammen».

Bei einer Randsportart ist diese Summe das ganze Geschäft. Ein Buchmacher, der auf ein Fussballspiel Tausende Wetten abwickelt, kann über die Menge verdienen und den einzelnen Markt knapp kalkulieren. Auf ein Badminton-Turnier mit dünnem Volumen geht das nicht — dort muss der Anteil pro Wette grösser sein, sonst rechnet sich die Sache nicht. Das ist keine Kritik an einzelnen Anbietern, sondern die Ökonomie des Nischenmarkts, und sie erklärt, warum ein Badminton-Wettschein in der Regel teurer ist als ein Fussball-Wettschein und warum ein Vergleich der Quoten zwischen zwei Anbietern hier mehr bringt als bei einem Grossereignis.

Genau hier setzt der Kostenhebel an, den ein Spielender selbst in der Hand hat. Wer auf ein einzelnes Sportereignis setzt, zahlt die Marge dieses einen Marktes. Wer mehrere Voraussagen in einer Kombiwette bündelt, multipliziert die Quoten und damit die Auszahlungsquote jedes einzelnen Marktes — aus zwei Märkten mit je 95 Prozent werden rund 90 Prozent, aus vier rund 81. Der Veranstalter hat nichts anderes getan als mehrere Märkte hintereinanderzuschalten. Das muss man nicht verteufeln, aber man sollte wissen, was es kostet: Die Kombination, die sich nach grossem Gewinn anfühlt, ist die teuerste Wette im Sortiment. Sporttip nennt für den Kombiboost Boni auf den Nettogewinn von 5 Prozent ab vier Voraussagen mit je mindestens Quote 1.50, 20 Prozent ab sieben, 40 Prozent ab zehn und 100 Prozent ab fünfzehn. Solche Zuschläge sind der Versuch, die gestapelte Marge wieder auszugleichen. Ob es gelingt, entscheidet der Einzelfall; ein Zuschlag auf einen ohnehin mageren Quotenschlüssel ist keine Rückerstattung, sondern eine Rückerstattung mit Bedingungen.

Spielerschutz: die Limiten, die ein Spielender selbst setzen muss

Im Schweizer Recht schützt den Spielenden nicht in erster Linie ein staatlicher Deckel, sondern eine Zahl, die er selbst eingibt. Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für Einsätze oder Verluste verlangen — für Tag, Woche oder Monat. Es gibt in der Schweiz keine gesetzlich festgeschriebene Einzahlungslimite für Sportwetten. Wer also eine staatliche Obergrenze sucht, die die Plattform schon durchsetzt, sucht etwas, das nicht existiert. Die Zahl kommt vom Spielenden. Das ist unbequem, und es ist der wichtigste Punkt dieses Abschnitts.

Der Mechanismus dahinter ist ein Sicherheitsnetz in beide Richtungen. Eine Senkung wirkt sofort. Eine Erhöhung wirkt nach einer Wartezeit — gesetzlich nach 24 Stunden, wobei Swisslos und Loterie Romande in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden ansetzen. Ich finde diese Asymmetrie eine der vernünftigsten Konstruktionen im ganzen Regelwerk: Sie kostet den Spielenden nichts, wenn er vorsichtiger werden will, und sie kostet ihn einen Tag Bedenkzeit, wenn er in einer Nacht mit schlechtem Verlauf plötzlich mehr will. Genau in dieser Nacht ist die Verzögerung das Produkt.

spielerschu

Vor der ersten Teilnahme an Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage festlegen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Die Staffelung nach Alter ist kein Detail: Sie sagt, dass ein 19-jähriges Konto anders behandelt wird als ein 30-jähriges, und sie macht die Limiten zu einer Entscheidung, die man einmal trifft und dann nicht mehr beliebig umdreht.

Ein Paar Hallenschuhe steht ordentlich neben einer Sporttasche auf einer Bank in einer leeren Garderobe, ein Fenster lässt Morgenlicht herein.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden.

Daneben steht die Spielsperre, und die ist schärfer als jede Limite. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Das ist der Punkt, an dem die Schweiz anders funktioniert als fast jede Jurisdiktion: Eine Sperre bei einem Anbieter ist nicht eine Sperre bei einem Anbieter. Sie ist eine Sperre bei allen in diesem Register erfassten. Wer sich sperrt, kann nicht am nächsten Abend bei einer anderen Adresse weitermachen. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten aufheben, und ein Fachorgan ist daran beteiligt — gestützt auf Artikel 84 und 81 des Geldspielgesetzes.

Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss ebenfalls angeboten werden. Und die härteste Regel des ganzen Kapitels: Ausgeschlossene oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Wer sich sperren lässt, verliert also nicht nur den Zugang, sondern auch das Geld, das auf einem offenen Wettschein liegt. Bei jedem Betrag über der Limite in einem gesperrten Konto gibt es keinen Kulanzweg.

Warum ein kleiner Einsatz keine Ausnahme ist

Der Reiz der Randsportart ist der kleine Einsatz. Ein Franken auf ein Doppel in der zweiten Runde eines Turniers, das passt zu einem Dienstagabend. Und genau hier greift ein Missverständnis, das ich oft höre: Wer wenig setzt, sei von den Schutzmechanismen nicht betroffen. Das Gegenteil ist richtig. Limiten und Sperren kennen keine Bagatellgrenze. Sie knüpfen am Konto an, nicht am einzelnen Betrag, und die Verlustlimite für 30 Tage ist schnell erreicht, wenn man an fünf Abenden je ein paar Wetten auf Badminton-Turniere setzt, über deren Ausgang man kaum etwas weiss.

Es lohnt sich, das durchzurechnen, bevor es passiert. Wer eine Verlustlimite von CHF 1’000 für 30 Tage gesetzt hat und in der ersten Woche CHF 300 verliert, hat noch CHF 700 für drei Wochen. Das ist keine abstrakte Zahl mehr, sondern sein Restbudget. Der Zeitraum ist mit dem Konto verbunden, nicht mit dem Monatskalender.

Und die Marge macht aus dieser Rechnung eine abwärts laufende. Bei einem Markt mit rund 5 Prozent Marge verliert ein Spielender im statistischen Mittel ungefähr CHF 5 pro CHF 100 Umsatz, ganz gleich, welche Wetten er wählt, solange er zu den angebotenen Preisen spielt. Anders gesagt: Er braucht etwa CHF 200’000 Umsatz, um bei durchschnittlichen Preisen die Verlustlimite von CHF 9’999 zu berühren — verteilt über viele Wetten und lange Zeit. Diese Rechnung ist kein Trost. Sie ist der Grund, warum ein kleines Konto auf einem Nischenmarkt lange hält und dann in einer einzigen Serie verschwinden kann: Bei Kombiwetten stapelt sich die Marge, und die Serie, die ohnehin kommt, kostet dann mehr, als der einzelne Wettschein glauben lässt.

Wo Vitamin B nicht mehr greift und wo es keine gibt

Ein Punkt zum Vergleich, der leicht untergeht. Die Gespa hat 2025 Testkäufe durchgeführt: An Verkaufsstellen wurde in 47.5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Diese Zahl sollte man nicht als Skandal lesen — sie zeigt, wie verlässlich die Kontrolle am Schalter ist, wenn der Schalter nicht digital ist. Im Online-Bereich ist die Identifikation eine Pflicht, die technisch durchgesetzt wird: Bei Swisslos braucht die Registrierung mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, jede Person darf sich nur einmal registrieren, und die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Ein Konto pro Spielender mit verifizierter Identität ist gesetzlich vorgeschrieben.

Was bedeutet das für die Kosten? Eine verifizierte Identität erzeugt Reibung — man kann nicht anonym aufschlagen, man kann nicht mit einem Zweitkonto eine Limite umgehen, man kann nicht mit einer erfundenen Adresse die Wohnsitzregel umgehen. Diese Reibung ist der ganze Preis des geprüften Systems, und sie ist der Grund, warum ausländische Seiten ohne Verifikation für manche attraktiv wirken. Was sie dafür kostet, steht in jenem Abschnitt: keine Sperre, die greift, kein Rechtsweg, kein Register. Die Reibung und der Schutz sind dasselbe.

Wie sich die zehn Veranstalter vergleichen lassen

Vergleichen lässt sich hier nur, was vergleichbar ist. Die zwei bewilligten Veranstalter und die acht ausländischen Marken stehen nicht in derselben Kategorie, und jede Tabelle, die sie in eine Zeile zwingt, ist irreführend. Die Bewilligung ist das erste Ordnungskriterium, das Angebot das zweite, die Kosten das dritte. Die Reihenfolge der folgenden Betrachtung folgt genau dem: erst der Rahmen, dann die Konditionen, dann die Auszahlung.

Die Kriterien, nach denen wir ordnen, sind prüfbar und nicht beworben. Eine Aktion ist kein Kriterium, sie ist ein Zeitraum. Ein Willkommensversprechen ist keine Eigenschaft, sondern eine Ansage, und sie ändert sich mit jeder Landingpage. Was bleibt, sind Dinge, die in den Bedingungen stehen und dort nachlesbar bleiben: ob eine Bewilligung vorliegt und für welches Veranstalten, wie hoch der Mindesteinsatz ist, wie hoch der Höchsteinsatz ist, ob es Regeln zur Identifikation gibt, was mit einem Gewinn steuerlich geschieht, welche Märkte überhaupt zugelassen sind und wie die Auszahlung funktioniert.

Veranstalter Bewilligungsstatus in der Schweiz Veranstalterin bzw. gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel unter dem BGS, Aufsicht Gespa Swisslos, Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel unter dem BGS, Aufsicht Gespa Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande
Rollbit keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
BDMBet keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
BetFury keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
Unibet keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
Rabona keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
BetOnRed keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
Betovo keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
HornetBet keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz

Die auffälligste Spalte ist die letzte, und sie ist auffällig durch Monotonie. Achtmal steht dort dasselbe, und das ist keine Bequemlichkeit der Darstellung, sondern das Ergebnis: Eine ausländische Bewilligung, gleich aus welchem Land, hat in der Schweiz keine Kraft. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine weiteren gibt. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains. Wenn also jemand behauptet, es gebe einen dritten bewilligten Anbieter für Sportwetten, dann ist die Behauptung falsch, und die acht Zeilen darüber sind der Beweis.

Interessanter ist, was aus dieser Tabelle nicht hervorgeht: die unterschiedliche Reichweite der beiden bewilligten Veranstalter. Swisslos führt Sporttip im Gebiet der Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durch. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Zusammen ist das die ganze Schweiz — aber nicht für jeden Einzelnen. Ein Onlinekonto ist nur für Personen mit Wohnsitz im jeweiligen Gebiet offen, und das ist keine Formalität, die man umgeht, sondern eine Prüfung, die beim Registrieren stattfindet.

Damit bleiben vielen Spielenden faktisch nur ein Anbieter, nicht zwei. Wer in Zürich wohnt, kann kein Jouez-Sport-Konto eröffnen. Wer in Genf wohnt, kein Sporttip-Konto. Diese Aufteilung ist der zweite grosse Kostentreiber des Schweizer Marktes: Ein Vergleich zwischen zwei gleichwertigen Optionen findet gar nicht statt, weil für einen gegebenen Wohnsitz nur eine davon existiert. Was bleibt, ist der Vergleich mit der ausländischen Alternative — und damit der Vergleich zwischen bewilligt und nicht bewilligt, mit allem, was im Abschnitt zur Rechtslage dazu steht.

Zählweise, Disziplinen und Märkte: wie eine Badminton-Wette zustande kommt

Um zu verstehen, welche Wettarten bei dieser Sportart überhaupt Sinn ergeben, muss man die Zählweise kennen, denn sie bestimmt, was ein Satz ist und was ein Ergebnis. Gespielt wird auf zwei Gewinnsätze bis 21 Punkte; ein Satz ist gewonnen, wenn eine Partei mindestens 21 Punkte mit mindestens 2 Punkten Vorsprung hat. Bei 20:20 wird verlängert, bis ein Vorsprung von 2 Punkten besteht oder 30 Punkte erreicht sind — ein Satzergebnis von 30:29 ist also möglich. Diese Verlängerung ist der Grund, warum Satzwetten im Badminton nicht so funktionieren wie im Tennis.

Bis zum 6. Mai 2006 konnte nur die aufschlagende Partei punkten. Die Rallypoint-Zählweise, bei der jeder Ballwechsel einen Punkt ergibt, gilt seit diesem Datum weltweit. Das ist keine Fussnote für Statistiker: Es hat die Dauer von Spielen verkürzt, die Zahl der Ballwechsel pro Minute erhöht und damit das Tempo der Livewetten verändert. Eine Sportart, in der ein einzelner Aufschlag früher über den Ausgang eines langen Ballwechsels entschied, ist heute eine, in der ein Punkt in Sekunden fällt — und genau das macht Live-Märkte möglich.

Auf der BWF World Tour sollen ab dem Jahr 2027 Sätze bis 15 Punkte gespielt werden, mit Verlängerung bis 21. Die Generalversammlung 2025 hat das mit 82 Prozent Zustimmung beschlossen. Für Wettende ist das die relevante Vorankündigung des Jahrzehnts: Wenn sich die Satzlänge ändert, ändert sich jede Satzwette, jede Handicap-Linie und jede Totalschwelle, die auf dieser Länge aufbaut. Wer heute eine Langzeitwette auf ein Turnier nach 2027 abschliesst, sollte diesen Beschluss auf dem Schirm haben.

grundlag

Das Feld ist 13,40 Meter lang und 6,10 Meter breit, im Einzel 5,18 Meter breit. Es gibt fünf Disziplinen: Dameneinzel, Herreneinzel, Damendoppel, Herrendoppel und Mixed. Die Unterscheidung ist für Wetten praktisch bedeutsam, weil die Disziplinen unterschiedlich gut vorhersagbar sind. Ein Einzel liegt in der Verantwortung einer Person, ein Doppel in der Abstimmung zweier. Wer Doppelwetten spielt, wettet zur Hälfte auf eine Beziehung.

Die Turnierstruktur ergibt die zweite Gliederungsebene. Der Weltverband BWF, die Badminton World Federation, ging aus der 1934 gegründeten International Badminton Federation hervor und trägt seinen Namen seit 2006. Zu den Turnieren der Kategorie BWF World Tour Super 1000 zählen All England, China Open, Malaysia Open und Indonesia Open; die All England Championships wurden erstmals 1899 ausgetragen. Mannschaftswettbewerbe haben ihre eigenen Namen und Rhythmen: der Thomas Cup für Herren-Nationalteams seit 1949, der Uber Cup für Damen-Nationalteams seit 1957, der Sudirman Cup für gemischte Teams seit 1989.

Diese Namen sind für Wettende aus einem Grund wichtig, der mit den Kosten zu tun hat: Sie entscheiden über die Tiefe des Marktes. Ein Super-1000-Turnier zieht Kapital an, ein Vorrundenspiel einer kleineren Kategorie nicht. Und die Tiefe des Marktes entscheidet über die Marge, mit der wir diesen Abschnitt begonnen haben. Wer auf ein Turnier setzt, dessen Name kaum jemand kennt, zahlt für diese Unbekanntheit mit jedem Franken.

Welche Wettarten die Zählweise nahelegt

Aus zwei Gewinnsätzen bis 21 und einer Verlängerung bis 30 folgen die naheliegenden Märkte fast von selbst. Die Siegwette auf ein Spiel oder ein Turnier ist die schlichteste und in einem Randsportmarkt meist die einzige, die zuverlässig angeboten wird. Satzwetten, also Wetten auf den Gewinner eines einzelnen Satzes, verhalten sich anders, als sie aussehen: Bei 20:20 steht ein Satz still auf der Kippe, und die Verlängerung kann ihn bis 30:29 tragen. Eine Satzwette ist damit nicht die halbe Siegwette, sondern eine Wette mit einem eigenen, spitz zulaufenden Ausgangsbereich. Handicap- und Totalschwellen wiederum hängen vollständig an der erwarteten Satzlänge — und genau diese Länge soll sich ab 2027 ändern.

Wer eine Kombination aus mehreren Märkten desselben Spiels bauen will, stösst auf eine Regel, die viele nicht kennen. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt der Veranstalter eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann er die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Man ist dann nicht geschädigt, aber auch nicht gewettet — und wer eine Kombination in der Annahme gebaut hat, sie gelte, findet sie unter Umständen annulliert vor, während das Spiel läuft.

Für die Abrechnung gilt eine Regel, die den Franken genauer behandelt als die meisten Anbieter. Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal der Gesamtquote als Produkt der Einzelquoten, und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Das klingt nach Buchhaltung, wirkt aber bei kleinen Einsätzen: Bei einem Einsatz von CHF 1 mit der Quote 2.10 liegt der Betrag über der Rundungsgrenze, und genau diese Beträge sind im Randsportmarkt die Regel, nicht die Ausnahme. Man muss es nicht dramatisch nennen. Man sollte es nur wissen, bevor man sich über die Differenz zum selbst gerechneten Ergebnis wundert.

Die zwei bewilligten Veranstalter

Bewilligt heisst nicht gleich. Die beiden Veranstalter bedienen getrennte Gebiete, haben eigene Bedingungen und eigene Preisniveaus. Ein Vergleich lohnt sich nur insoweit, als man im Gebiet des jeweiligen Anbieters auch wohnhaft ist.

Swisslos Sporttip: der einzige bewilligte Anbieter für die Deutschschweiz, Tessin und Liechtenstein

Swisslos, die Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Bewilligung besteht aus Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel unter dem BGS, SR 935.51, unter Aufsicht der Gespa. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich, dazu der Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.

Wer hier wohnhaft ist, bekommt ein Angebot mit harten Konturen. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1. Der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette liegt bei CHF 1’000, für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Das ist eine klare Ansage und keine versteckte Falle — aber es ist auch eine Verpflichtung des Veranstalters, und in der Praxis die Angabe, die man vor dem Setzen liest.

Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf nicht auf dieses Ereignis wetten. Beim Badminton ist das keine Randregel: In einer Sportart, in der viele Aktive gleichzeitig Zuschauer sind, ist der Spielerkreis aufgefordert, die Finger still zu halten.

Die interessantesten Funktionen sind jene, die scheinbar Flexibilität bringen. Beim Kombiboost verlangt Sporttip mindestens vier Voraussagen mit je einer Quote von mindestens 1.50 und gewährt auf den Nettogewinn 5 Prozent bei vier Voraussagen, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert, und der Boost gilt nur online für Prematch-, Live- und Systemwetten. Quotenboosts gelten ausschliesslich online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Das ist der Punkt, an dem ein Versprechen ein Kündigungsgrund wird: Wer eine geboostete Wette vorzeitig glattstellt, verliert genau die Erhöhung, die ihn zur Wette bewogen hat, und behält nur den regulären Preis.

Beim Cash-Out ist Sporttip ausdrücklich zurückhaltend. Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Wer das Gerücht kennt, Cash-Out sei ein Service des Veranstalters, sieht hier die Gegenrechnung: Es ist ein Angebotspreis, den der Veranstalter bestimmt, nicht der Spielende.

Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Diese Regelung ist bei Live-Badminton relevant, wo ein Punkt in Sekunden fällt und die Verbindung langsamer sein kann als der Ballwechsel. Sie kostet den Spielenden im Zweifel gar nichts ausser dem entgangenen Gewinn — aber sie kostet ihn diesen Gewinn, wenn er zu spät setzt. Bei Badminton gibt es zwar keine Elfmeter und keine rote Karte, aber die Regel zeigt, wie der Veranstalter mit dem Wettlauf zwischen Übertragung und Wettschein umgeht.

Bei den Auszahlungs- und Steuerfragen gilt das, was für alle bewilligten Grossspiele gilt: Gewinne müssen auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausgezahlt werden, anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettangebot nicht, und eine Kreditgewährung an Spielende ist untersagt. Das ist der unspektakulärste Teil des Angebots und der wirksamste.

Die Einschätzung: Sporttip ist der einzige Weg zu einem bewilligten Badminton-Markt für einen grossen Teil der Deutschschweiz, und deshalb ist die Bewilligung hier der eigentliche Wert, nicht die Quote. Die Grenze von CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette ist für Badminton-Verhältnisse praktisch irrelevant — wer sie überschreiten will, spielt ohnehin Kombinationen mit gestapelter Marge, und das ist der teuerste Teil des Sortiments. Was die Konditionen an Belastung mitbringen, sind nicht die Limiten, sondern die Boost-Bedingungen und die vollständige, unumkehrbare Cash-Out-Regel: Beide belohnen das Halten einer Wette und bestrafen das Aussteigen, und beide geben dem Spielenden die Entscheidung nicht zurück, die er getroffen hat.

Loterie Romande Jouez Sport: der bewilligte Anbieter für die Westschweiz

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne, und sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Wie Swisslos verfügt sie über Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel unter dem BGS, SR 935.51, unter Aufsicht der Gespa, und sie ist eine der zwei Veranstalterinnen, die das interkantonale Recht zulässt. Ein Onlinekonto steht nur Personen mit Wohnsitz im Gebiet der sechs Kantone offen.

Die Zahl der Verkaufsstellen sagt mehr, als sie zu sagen scheint. 2’350 Verkaufsstellen bedeuten ein Vertriebsmodell, das über Kioske, Tankstellen und Ladenlokale läuft — und genau dort hat die Aufsicht 2025 getestet. In der Auswertung von 200 Testkäufen wurde an Verkaufsstellen in 47.5 Prozent der Fälle eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Diese Zahl ist keine Anklage gegen die Loterie Romande, aber sie ist der Grund, warum die Bewilligung an ein Onlinekonto andere Anforderungen stellt als an das Personal am Schalter: Das Onlineverfahren prüft die Identität maschinell, der Schalter prüft sie im Gespräch. Wer die Zuverlässigkeit des Systems beurteilen will, hat hier zwei Zahlen, die weit auseinanderliegen.

Dass eine Westschweizer Veranstalterin mit dieser Infrastruktur auch als einzige Alternative für sechs Kantone funktioniert, ist die Kehrseite der Zwei-Veranstalter-Regel. Der Markt hat die Grösse einer Genossenschaft, nicht die eines Wettbewerbs, und der Wettbewerb findet deshalb zwischen einem bewilligten Anbieter und mehreren ausländischen statt, statt zwischen zwei bewilligten. Für einen Badminton-Anhänger in Lausanne heisst das: keine Wahl innerhalb des bewilligten Rahmens.

Die Einschätzung: Der Fall der Loterie Romande ist derselbe wie der des Schwesterunternehmens, nur mit vertauschtem Kartenblatt — die Bewilligung ist der Wert, nicht das Prestige. Wer in der Westschweiz wohnhaft ist und Zugang zur bewilligten Schiene will, hat genau diesen einen Weg, und die Entscheidung für oder gegen ihn ist keine Wahl zwischen zwei Angeboten, sondern eine zwischen bewilligten Konturen und einem ungeregelten Markt. Was hier zusätzlich zu bedenken ist, ist der Vertriebskanal: Ein Grossnetz an Verkaufsstellen ist ein Vorteil für Bar-und-Papier-Wetten, aber es ist genau der Kanal, dessen Alterskontrolle die Aufsicht mit einem Wert von 47.5 Prozent gemessen hat. Wer sein Sportwettenverhalten unter Kontrolle halten will, hat über das Onlinekonto die Limiten und das Sperrregister zur Verfügung, über den Kiosk nicht.

Die ausländischen Marken ohne Schweizer Bewilligung

Acht Marken, die Schweizer Spielende antreffen, ohne dass sie über eine hiesige Bewilligung verfügen. Wir bewerten sie nach denselben Kriterien und kommen dabei zum gleichen Ergebnis wie die Aufsicht in einer anderen Sprache: Eine Bewilligung aus dem Ausland hat in der Schweiz keine Kraft. Ihre Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und dann per DNS blockiert werden. Sie hängen nicht am schweizerischen Sperrregister, kennen keinen hiesigen Rechtsweg, und ihre Gewinne unterliegen der kantonalen Steuerpraxis. Das ist keine Warnung, das ist der Rahmen, in dem ein Vergleich überhaupt stattfinden kann.

Rollbit. Ohne Schweizer Bewilligung. Die Einschätzung: Für einen Spielenden in einem Kanton des Vertragsgebiets gibt es hier nichts, was den Verzicht auf Schutzmechanismen wie Verlustlimiten und Spielsperre aufwiegt — die Auswahl an Märkten ist bei Badminton ohnehin dünn.

BDMBet. Ohne Schweizer Bewilligung. Wie bei allen ausländischen Anbietern gilt: keine Wirkung in der Schweiz, kein Anschluss an das hiesige Sperrregister, keine Beschwerdemöglichkeit. Die Einschätzung: Die fehlende Bewilligung ist hier der ganze Geschäftsfall — wer gewinnt, verlässt sich auf die Kulanz eines Unternehmens, gegen das er in der Schweiz nicht vorgehen kann.

BetFury. Ohne Schweizer Bewilligung. Die Einschätzung: Der Anbieter behält die Marge, der Spielende trägt das Verfahrensrisiko. Bei einer Randsportart mit dünnen Märkten gibt es keinen Vorteil, den man gegen dieses Risiko tauschen könnte.

Unibet. Ohne Schweizer Bewilligung. Die Einschätzung: Bekanntheit im Sportsponsoring ist ein Marketingbudget, keine Bewilligung. Wer nach prüfbaren Kriterien ordnet, findet hier nichts, was die bewilligten Veranstalter schlägt.

Rabona. Ohne Schweizer Bewilligung. Die Einschätzung: Die Alternative zum bewilligten System ist nicht eine bessere Plattform, sondern ein offenes Feld, in dem der Spielende selbst herausfinden muss, wem er sein Geld anvertraut.

BetOnRed. Ohne Schweizer Bewilligung. Die Einschätzung: Was hier fehlt, ist nicht die Aufsicht, sondern der Rechtsanspruch auf einen Gewinn. Zwischen einem bewilligten Grossspiel und dieser Plattform liegen bei jedem Franken unterschiedliche Rechte.

Betovo. Ohne Schweizer Bewilligung. Die Einschätzung: Dass eine Domain bei Blockierung innerhalb von Stunden ersetzt wird, ist kein Zeichen von Stärke, sondern von Flüchtigkeit — ein Muster, das die Aufsicht als Domain-Hopping bezeichnet.

HornetBet. Ohne Schweizer Bewilligung. Die Einschätzung: Wer hier nach der Quote schaut, vergleicht eine Zahl mit einem Paket. Die bewilligte Option bietet zwar eine niedrigere Quote, aber dazu eine Limitenpflicht, ein funktionierendes Sperrregister und einen Rechtsweg.

Was das für die Wahl bedeutet

Zusammengenommen ist das keine Liste von Alternativen. Es ist eine Liste von Marken, die nach denselben Kriterien geprüft durchweg am ersten Kriterium scheitern. Wer in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt, hat einen bewilligten Anbieter; in der Westschweiz ebenfalls einen. Ein dritter bewilligter Anbieter existiert nicht, weil das interkantonale Recht die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt hat. Der Vergleich, den diese Seiten führen, ist damit kein Ranking von zehn gleichwertigen Optionen, sondern eine Darstellung zweier sehr unterschiedlicher Kategorien — und die Entscheidung fällt an der Frage, ob die Vorteile eines ungeregelten Angebots die Mechanismen aufwiegen, die damit wegfallen.

Was der Gewinn kostet und wem er gehört

Die Steuerfrage entscheidet über den Nettobetrag jedes Gewinns und wird deshalb regelmässig falsch erzählt. Gewinne aus schweizerisch bewilligten Grossspielen — die Eidgenössische Steuerverwaltung nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Dieser Freibetrag liegt auf Bundesebene ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000; im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration in der Steuererklärung zurückgeholt wird.

Für einen typischen Wettenden ist die praktische Folge simpel: kein Steuerfreibetrag in Sicht, keine Einkommenssteuer auf den Gewinn, keine Verrechnungssteuer. Ein Badminton-Turniergewinn liegt bei einem Einsatz von CHF 20 und einer Quote von 2.10 bei CHF 42 — vierundvierzigmal unter der Schwelle und überhaupt kein Steuerthema. Man kann diese Sorglosigkeit geniessen, solange man weiss, wo die Schwelle liegt.

Die kantonale Seite ist der Teil, bei dem Genauigkeit zählt. Die Kantone setzen eigene Schwellen, und keine einzelne kantonale Zahl gilt für die Schweiz. Wer eine solche Wette gewinnt, klärt es mit einem Steuerberater oder der kantonalen Steuerverwaltung — nicht mit einer Faustregel aus dem Netz. Und für ausländische Anbieter gilt eine zusätzliche Besonderheit: Gewinne von ausländischen Veranstaltern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis etwa des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von ihrer Höhe. Wer also auf eine ausländische Quote setzt, gewinnt steuerlich ein anderes Produkt als wer auf eine bewilligte setzt.

Zum Schluss der Punkt, den man am häufigsten falsch hört. Es gibt in der Schweiz keine Wettsteuer auf Einsätze. Wer eine Abgabe auf den Einsatz behauptet, nennt etwas, das nicht existiert, und verrechnet dem Leser eine Last, die er nicht trägt.

Häufig gestellte Fragen

Darf man in der Schweiz überhaupt auf Badminton wetten, und bei wem?

Erlaubt ist es nur über die zwei bewilligten Veranstalter und nur, wenn das betreffende Turnier und die Wettart auf der behördlichen Liste stehen. Swisslos mit Sporttip bedient die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, Loterie Romande mit Jouez Sport die sechs Westschweizer Kantone. Ausländische Seiten ändern an dieser Zuordnung nichts.

Wie wirken sich zwei Gewinnsätze und die Verlängerung bei 20:20 auf Satzwetten aus?

Ein Spiel endet nach zwei gewonnenen Sätzen; ein Satz geht an die Partei mit mindestens 21 Punkten und mindestens 2 Punkten Vorsprung. Steht es 20:20, verlängert sich der Satz bis zu einem Vorsprung von 2 Punkten oder bis 30 Punkte erreicht sind. Eine Satzwette ist deshalb eine eigene Wette mit einem spitz zulaufenden Ausgangsbereich und nicht die Hälfte einer Siegwette.

Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote?

Der Gewinnbetrag ist Einsatz mal Quote — bei Kombinationen mal der Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Bei Swisslos wird das Ergebnis zunächst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei einem Einsatz von CHF 1 und der Quote 2.10 liegt der Betrag damit über der Rundungsgrenze, bei der er aufgerundet worden wäre.

Was ist die Marge, und woran erkennt man sie in einer Quote?

Sie ist der Anteil, den der Veranstalter von allen Einsätzen eines Marktes behält. Der Quotenschlüssel ergibt sich als 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten; die Marge ist 100 Prozent minus diesen Wert. Bei gleichen Quoten von 1.90 auf beiden Seiten liegt der Quotenschlüssel bei rund 95 Prozent, die Marge bei rund 5 Prozent. Sobald die Quoten auseinanderlaufen, verschiebt sich der Anteil.

Welche Verlustlimiten gelten, und wie lange dauert eine Spielsperre mindestens?

Bei Sporttip müssen vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren; eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach 72 Stunden. Eine selbst gewählte Sperre beläuft sich auf 1 bis 180 Tage; eine unbefristete Sperre gilt schweizweit. Eine freiwillige Sperre lässt sich frühestens nach drei Monaten aufheben.

Sind Wettgewinne steuerfrei, und was heisst «je nach Kanton»?

Gewinne aus bewilligten Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei; auf Bundesebene liegt er ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000. Darüber behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein. Die Kantone setzen eigene Schwellen, weshalb eine einzige kantonale Zahl für die ganze Schweiz nicht gilt. Auskünfte gibt der Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.

Inhalt erstellt vom Team «seriosewetten»