Schachwetten in der Schweiz: Was die Bewilligung erlaubt und die Quote kostet

Updated Oktober 2026
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Ein hölzernes Schachbrett mit wenigen Figuren steht auf einem Tisch in einem hellen Raum, durch das Fenster fällt weiches Seitenlicht.

Stand: Oktober 29, 2026. Die Angaben zu Bewilligungen, Limiten und Aufsicht wurden gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Swisslos Sporttip, die Bedingungen für die Online-Teilnahme von Swisslos sowie die Veröffentlichungen der Gespa geprüft.

Die Schachweltmeisterschaft 2024 wurde vom 25. November bis 12. Dezember 2024 in Singapur ausgetragen.

Wer auf eine Schachpartie setzen will, stösst zuerst auf ein Missverständnis. Es lautet, Schach sei als Sportart für Wetten entweder überall dabei oder nirgends. Beides stimmt nicht. In der Schweiz ist der Kreis der Veranstalterinnen geschlossen und klein, und innerhalb dieses Kreises entscheidet eine Liste, ob eine Partie überhaupt als Ereignis angeboten werden darf. Wer das verstanden hat, begreift auch, warum die Angebotsfrage vor der Quotenfrage kommt und warum die Quotenfrage bei Schach anders aussieht als bei Fussball.

Dieser Text geht der Reihe nach durch, was Schachwetten in der Schweiz tatsächlich sind: das Spiel und seine drei Ausgänge, die Rechtslage mit ihrer Bewilligungspraxis, die Grenzen, die für das eigene Konto gelten, den Spielkalender der grossen Wettkämpfe und schliesslich die Anbieter, die Schweizerinnen und Schweizer in der Praxis sehen. Am Ende steht eine Einschätzung, keine Kaufempfehlung — niemand kann den Ausgang einer Partie kennen, und dieser Text nennt auch keinen.

Schachwetten verstehen: drei Ausgänge, eine Wertung, ein Springer, der allein auf dem Brett steht

Bevor irgendjemand eine Quote auf eine Partie liest, sollte klar sein, worauf er setzt. Das Schachbrett hat 64 Felder, 8 mal 8, und zu Beginn stehen 32 Figuren darauf, je 16 pro Seite: König, Dame, zwei Türme, zwei Springer, zwei Läufer und acht Bauern. Wer den König des Gegners nicht mehr retten kann, verliert. Diesen Satz kennen die meisten. Was viele nicht auf dem Schirm haben, ist der dritte Ausgang, und der ist für Wettende der teuerste Bekannte.

Ein Springer aus Holz steht allein auf einem Brett neben einer Schachuhr aus Metall, im Hintergrund unscharfe Bücherregale.
Im Schach erzielt Weiss im Mittel etwa 54 % der möglichen Punkte; bei Schachmeistern liegt die Remisquote bei etwa 43 %.

Was eine Partie im Schach überhaupt beenden kann

Eine Schachpartie ist die meiste Zeit über nicht entschieden, sondern offen. Sie kann remis enden durch Patt — der Spieler am Zug hat keinen legalen Zug und steht nicht im Schach —, durch Einigung der beiden Spieler, durch dreifache Stellungswiederholung auf Antrag und durch die 50-Züge-Regel, ebenfalls auf Antrag. Automatisch remis wird es bei fünffacher Stellungswiederholung und nach 75 Zügen ohne Bauernzug und ohne Schlagfall; dazu kommt die tote Stellung, in der kein Spieler mehr mattsetzen kann. Diese Aufzählung ist keine Regelkunde zum Selbstzweck. Sie erklärt, warum im Schach ein Ergebnis existiert, das im Fussball schlicht nicht vorkommt, und warum der Buchmacher dieses Ergebnis mit einer eigenen Quote versehen muss.

Der Weltschachbund FIDE wurde 1924 in Paris gegründet und vergibt seit 1948 den Titel des Schachweltmeisters. Ein Weltmeisterschaftskampf ist ein Zweikampf zwischen dem Titelträger und einem Herausforderer, der sich in der Regel über das Kandidatenturnier qualifiziert; 1948 und 2007 wurde der Titel abweichend in einem Turnier ausgespielt. Der erste Weltmeister war Wilhelm Steinitz, der 1886 den Zweikampf gegen Johannes Hermann Zukertort mit 12,5:7,5 gewann. Was daran für Wettende zählt: Ein Zweikampf über viele Partien ist kein einzelnes Ereignis, sondern eine Serie, und jede Partie darin ein eigenes Ergebnis.

Warum Weiss im Vorteil liegt und was das für die Quoten bedeutet

Im Schach erzielt Weiss im Mittel etwa 54 % der möglichen Punkte; bei Schachmeistern liegt die Remisquote bei etwa 43 %. Vierundfünfzig Prozent klingt nach wenig. Gemessen an dem, was ein Anzugsvorteil sonst so bringt, ist es viel: Es gibt keine Zufallsverteilung, die diesen Vorsprung wegwischt, sondern nur die Qualität des Gegners. Der Vorteil ist real und über Jahrzehnte stabil gemessen.

Für die Quoten ist weniger der Weiss-Vorteil die eigentliche Nachricht als die Remisquote. Wer eine Drei-Weg-Wette auf Sieg, Remis oder Niederlage betrachtet, sieht drei Quoten, die in Summe weniger ausschütten, als sie mathematisch ausschütten müssten. Der Unterschied ist die Marge, und sie verschwindet nicht dadurch, dass eine der drei Quoten besonders gross gedruckt wird. Bei Schach fällt die Marge auf einen Ausgang, den viele Freizeitspieler unterschätzen.

Das lässt sich an einer schlichten Beispielrechnung zeigen, die nichts über eine bestimmte Partie und nichts über einen bestimmten Anbieter sagt. Nehmen wir einen Markt mit zwei Ausgängen zu je Quote 1.90, wie er in der Praxis etwa als Handicap- oder Über/Unter-Wette vorkommt. Der Quotenschlüssel liegt dann zwischen 0,95 und 0,98, die Marge demnach zwischen rund 2,4 % und 5,2 % — welcher Wert innerhalb dieser Spanne gilt, hängt davon ab, wie der Anbieter beide Seiten staffelt, und nicht davon, wie die Partie ausgeht. Wo ein Anbieter beide Seiten exakt gleich taxiert, liegt der Schlüssel am oberen Rand der Spanne; sobald er eine Seite mit einem Zuschlag für die andere ausgleicht, wandert er nach unten. Der Schlüssel sagt, welchen Anteil aller Einsätze auf diesem Markt der Anbieter über die Zeit zurückzahlt. Auf jeden Franken, der auf diesen Markt fliesst, bleiben in diesem Beispiel also zwischen etwa 2,4 und 5,2 Rappen beim Anbieter. Das ist kein Skandal, es ist der Preis des Geschäfts, und es ist der Betrag, den ein Wettender bezahlt, ob er gewinnt oder verliert.

Wer sich das einmal klarmacht, liest Quoten anders. Er sieht nicht mehr drei Zahlen, sondern eine Rückzahlungsquote und die Aufteilung darauf. Allein deshalb lohnt der Blick auf ein Spiel, das in der Sportwettenwerbung selten vorkommt und deshalb selten von Marketing überschrieben ist.

Das Regelwerk des Anbieters, das im Hintergrund steht

Sporttip — das Sportwettenprodukt von Swisslos — definiert die reguläre Spielzeit als reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Diese beiden Regeln stehen hier, weil sie für jede Sportart gelten, die Sporttip anbietet — auch für Partien, die über Stunden laufen. Wer eine Livewette auf eine Partie platziert, die gerade 60 Züge in eine Abwicklung hineinläuft, sollte wissen, dass eine Wertung mit 1.00 im Reglement vorgesehen ist und nicht als technische Panne zu erwarten ist.

Rechtslage Schachwetten: eine geschlossene Veranstalterliste und eine Liste der erlaubten Wettarten

In der Schweiz dürfen Sportwetten nur von zwei Veranstalterinnen angeboten werden. Swisslos, die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; ihre Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Das ist kein Markt mit vielen Teilnehmern, aus dem sich zwei durchgesetzt hätten. Der Kreis ist per Gesetz auf zwei gedeckelt.

Ein Parkbank-Tisch mit eingelassenem Spielfeld unter alten Kastanien, auf den Wegen liegt Laub und die Sonne steht tief.
Im Schach erzielt Weiss im Mittel etwa 54 % der möglichen Punkte.

Wer auf den Gedanken kommt, dass sich darunter etwas versteckt — eine zweite Reihe von Bewilligungen, ein Graubereich für kleine Anbieter —, irrt. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Wettanbieter, weil es keine gibt. Die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht in Bern, veröffentlicht lediglich die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains. Das ist die vollständige Öffentlichkeit dieses Marktes.

Was die Bewilligung erlaubt und wem sie gilt

Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz und werden von der Gespa beaufsichtigt — nicht von der ESBK, die nur die Casinos prüft. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel und gilt nur in der Schweiz. Ein Onlinekonto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus und in der Praxis zusätzlich Wohnsitz im Gebiet der jeweiligen Veranstalterin. Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Die Loterie Romande bedient Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis.

Das ist die erste Stelle, an der aus einem Rechtsdetail eine praktische Folge wird. Ein Konto bei Sporttip ist für jemanden mit Wohnsitz in Genf nicht zu haben, jedenfalls nicht als reguläres Onlinekonto, und ein Konto bei Jouez Sport nicht für jemanden in Zürich. Es gibt also nicht «die Schweizer Sportwette», sondern zwei Angebote mit zwei Landkarten. Wer umzieht, wechselt gegebenenfalls die Seite — und wer im Ausland wohnt, hat auf keiner der beiden Seiten ein Konto.

Die Gespa-Liste: das Nadelöhr für Schach als Wette

Das ist der Punkt, an dem sich entscheidet, ob Schach überhaupt als Wette angeboten werden darf. Die zulässige Offerte ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten nach Art. 25 BGS und Art. 29 VGS, in der Fassung vom 10.09.2026. Qualifikationsrunden zählen nur, wenn sie auf der Liste stehen, Frauenwettkämpfe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste den Eintritt in einen internationalen Wettkampf oder das Podest entscheidet. Auf Trainingsläufe darf nicht gewettet werden. Die Liste enthält keine Eckball- oder Kartenmärkte und keinen Esports-Abschnitt. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.

Nur Sportereignisse sind überhaupt wettbar: Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Livewetten sind zulässig, vor dem Ereignis und live, soweit die Veranstalterin über eine entsprechende Entscheidung verfügt; das Gesetz beschränkt Livewetten nicht auf bestimmte Märkte. Und Cash-Out ist nicht geregelt — es ist eine Funktion des jeweiligen Anbieters, nicht ein gesetzlicher Anspruch. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten.

Warum das für Schach die eigentliche Frage ist: Ob eine Weltmeisterschaftspartie, eine Partie des Kandidatenturniers oder eine Vereinsmeisterschaft auf der Liste steht, lässt sich von aussen nicht aus der Sportart ableiten. Die Liste ist das Nachschlagewerk, und sie wird gepflegt. Wer prüfen will, ob ein konkretes Turnier als Ereignis taugt, sieht im Wettprogramm der Veranstalterin nach, ob das Ereignis dort geführt wird, und liest die Fassung der Gespa-Liste, die auf der Seite der Aufsicht veröffentlicht ist. Beides zusammen beantwortet die Frage, und nichts anderes.

Ausländische Angebote: was die fehlende Bewilligung kostet

Ausländische Anbieter sind auf dieser Seite aufgeführt, weil Schweizer Wettende ihnen begegnen, nicht weil sie in der Schweiz etwas dürften. Eine ausländische Bewilligung — aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land — hat in der Schweiz keine Geltung. Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung zu veranstalten ist strafbar, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. Der wettende Spieler wird nicht bestraft. Das ist die gute Nachricht und die einzige.

Die Folgen liegen anderswo. Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung einzahlt, ist nicht im schweizweiten Sperrregister erfasst, hat keinen Schweizer Rechtsschutz und kann seine Einsätze und Gewinne in einem Verfahren gegen den Anbieter verlieren, weil sie eingezogen werden können. Die Aufsicht führt die Sperrliste der ausländischen Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren; die erste Liste datiert vom 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt — die Aufsicht nennt dieses Domain-Hopping beim Namen. Die Schweiz hat kein Zahlungssperrwerkzeug gegen unzulässige Wettangebote; Banken und Kartensysteme blockieren solche Zahlungen nicht. Das ist ein gerne wiederholter Irrtum, und er ist falsch.

Die ehrliche Gegenüberstellung sieht so aus: Ohne Schweizer Bewilligung gibt es keinen Schweizer Schutz, keine Anbindung an das Sperrregister und keine Schweizer Rückgriffsmöglichkeit, dafür sind Gewinne nach kantonaler Praxis steuerbar. Mit Schweizer Bewilligung gibt es den vollen Schutz, aber nur zwei Veranstalterinnen, eine geschlossene Liste von Sportarten und Wettarten, eine Wohnsitzvoraussetzung und eine Identitätsprüfung. Keine der beiden Seiten ist «die sichere Wahl», nur weil sie die eine oder die andere ist.

Anbieter oder Gruppe Schweizer Bewilligung Veranstalterin beziehungsweise gemeldete Bewilligung
Swisslos (Spieltip) Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande (Jouez Sport) Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande
Donbet keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Geltung in der Schweiz
Sportuna keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Geltung in der Schweiz
AmunRa keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Geltung in der Schweiz
myBet keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Geltung in der Schweiz
Betscore keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Geltung in der Schweiz
Gamdom keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Geltung in der Schweiz
MyStake keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Geltung in der Schweiz
Jackbit keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Geltung in der Schweiz

Was die Tabelle nicht leistet, ist eine Rangfolge. Sie trennt zwei Gruppen, die nicht vergleichbar sind, und genau das ist ihr Zweck. Die unteren acht Zeilen sind keine Alternativen mit kleinerem Komfort, sondern Angebote ausserhalb des Schweizer Rahmens, und die Bewilligungsspalte sagt darüber mehr als jede Prozentzahl auf einer Werbeseite. Wer in der Tabelle nach einem Sieger sucht, sucht an der falschen Stelle.

Verantwortungsvoll wetten: Verlustlimiten und Spielsperre wirken auch auf eine Partie, die fünf Stunden läuft

Limiten und Sperren sind im Schweizer Recht keine Kulanz des Anbieters. Die Veranstalterin muss nach den Ausführungsbestimmungen zum Geldspielgesetz einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen. Die Limiten setzt der Wettende selbst, nicht der Staat. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung gesetzlich erst nach 24 Stunden; Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an.

Wer zum ersten Mal an Sporttip teilnimmt, muss Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Die Frist zwischen Wunsch und Wirkung

Die 72 Stunden sind die interessante Zahl in diesem Absatz. Sie stehen nicht im Gesetz, sondern in den Bedingungen der beiden Veranstalterinnen, und sie sind der Grund, warum eine Limite nicht als Notbremse funktioniert, sondern als Vorentscheid. Wer in einer schlechten Nacht beschliesst, seine Verlustlimite zu erhöhen, kommt mit diesem Beschluss nicht in derselben Nacht zum Ziel. Das ist der Sinn der Frist. Wer eine Limite senkt, wartet nicht: Die Senkung greift sofort, und das ist die Richtung, in der es keine Bremse braucht.

Wer vor seiner ersten Wette keine Zahlen nennen will, kann sich an seinem Verhalten orientieren statt an einem Wunschbild. Ein Betrag, der in einem normalen Monat nicht auffällt, ist eine brauchbare Limite. Ein Betrag, der nur in einem guten Monat bequem ist, ist keine.

Wenn die Partie länger dauert als die Vernunft

Schach hat eine Eigenschaft, die es mit kaum einer anderen Sportart teilt: Eine klassische Partie kann sich über viele Stunden ziehen, und eine Livequote bewegt sich in dieser Zeit mit jedem Zug. Der psychologische Unterschied zu einem Fussballspiel ist erheblich. Beim Fussball ist die Sache nach 90 Minuten vorbei, ob man will oder nicht. Beim Schach läuft das Angebot weiter, während man zusieht, und die Verlockung, den Einsatz während der Abwicklung nachzujustieren, ist eine Eigenschaft des Formates, nicht eine Charakterschwäche.

Zwei Regeln aus dem Reglement gehören deshalb in diesen Abschnitt und nicht in eine Fussnote. Erstens: Eine Wette, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert wird, zählt mit Quote 1.00 — es gibt also einen definierten Umgang mit dem zu spät abgegebenen Schein, aber er ist kein Gewinn. Zweitens: In spielentscheidenden Situationen kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer eine Livewette während einer kritischen Abwicklung platziert, sollte diese Möglichkeit kennen, bevor er sie erlebt.

Die Spielsperre und das Register

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Nach dem Gesetz können über die Sperre auch überschuldete oder spielsüchtige Personen ausgeschlossen werden; eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten wieder aufheben, und eine Fachstelle ist beteiligt. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden.

Die Folge, die viele nicht kennen: Ausgeschlossene und minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Wer sich sperrt, sperrt nicht nur den Zugang, sondern auch etwaige Ansprüche. Das ist kein Detail für den Rand — es ist die Konsequenz, die aus der Wechselwirkung von Sperrregister und Auszahlungsregeln folgt. Und wer bei einem ausländischen Anbieter einzahlt, ist in diesem Register ohnehin nicht erfasst, was für die eine Seite die Freiheit und für die andere der fehlende Schutz ist.

Die Wirksamkeit der Kontrollen an den Verkaufspunkten sollte man dabei nicht überschätzen. Die Aufsicht führte 2025 Testkäufe durch, bei denen an Verkaufspunkten in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft wurde. Wer die Schweizer Regulierung als lückenlos beschreibt, hat diese Zahl nicht gelesen.

Spielplan der Schachturniere: Kandidatenturnier, Weltmeisterschaftskampf und was davon wettbar wird

Der Sportwettenkalender im Schach kennt zwei Grössenveranstaltungen, die die Öffentlichkeit interessieren: den Weltmeisterschaftskampf und das Kandidatenturnier, das den Herausforderer bestimmt. Ein Normalformat gibt es dazwischen reichlich — Turniere, Vereinswettkämpfe, Serien —, aber die Veranstaltung, an der ein grosses Publikum zum ersten Mal eine Schachquote liest, ist der Zweikampf um den Titel.

Der Weltmeisterschaftskampf als Serie von Einzelergebnissen

Die Schachweltmeisterschaft 2024 wurde vom 25. November bis 12. Dezember 2024 in Singapur ausgetragen und im Modus Best of 14 klassische Partien gespielt; für den Sieg waren mindestens 7½ Punkte nötig. Dommaraju Gukesh gewann mit 7½:6½ gegen Ding Liren — drei Siege, zwei Niederlagen, neun Remis. Ein Tiebreak war nicht nötig. Bei Gleichstand nach 14 Partien hätten Tiebreaks entschieden: erst Schnellschachpartien, dann ein Schnellschach-Minimatch, dann Blitzpartien, zuletzt Blitz mit plötzlichem Tod.

Sechsundvierzehn Partien, neun Remis. Das ist die Statistik, die jeder Wettende auf diesen Sport mitbringen sollte. Zwei Drittel der Partien dieses Zweikampfs endeten unentschieden, und das ist bei weitem kein Ausreisser. Wer auf einen Sieg in einer einzelnen Partie setzt, wettet gegen die häufigste Ergebniskategorie des Formats, nicht gegen eine Aussenseiterchance im klassischen Sinn.

Für den Ausgang des Kampfes hatte dieser Remisanteil eine zweite Folge, die sich über den Modus erklärt: Weil beide Seiten bei einem Gleichstand nach 14 Partien in die Tiebreaks gegangen wären, hing der Titel nicht nur an den klassischen Partien. Wer den Gesamtsieger vorhersagt, muss das Tiebreak-Reglement mitdenken, und wer auf die Typisierung einer einzelnen Partie setzt, muss wissen, welche Regeln für sie gelten. Bei Sporttip gilt die reguläre Spielzeit als reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit, und Verlängerung zählt nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette ist. Wie ein Anbieter die Tiebreaks eines Schachkampfes im Wettprogramm behandelt, ist keine Selbstverständlichkeit und steht im Programm, nicht im Gesetz.

Wann dieser Kalender für Schweizer Wettende zur Auszahlungsfrage wird

Der Tag, an dem ein Zweikampf in die Verlängerung geht, ist genau der Tag, an dem die Regelwerksfragen aus dem ersten Abschnitt in bare Münze umschlagen. Wer eine Livewette über Stunden hält, wer den Ausgang über die Tiebreaks hinaus vorhersagt, wer einen Cash-Out ziehen will, während die Bewertung gerade unklar ist — alle drei treffen auf dieselben Bedingungen.

Dazu kommt eine Frage, die nichts mit Schach zu tun hat und trotzdem jeden Schweizer Gewinn betrifft: Wann ist ein Gewinn steuerfrei? Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen — die ESTV nennt die Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei; der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Die kantonale Schwelle weicht davon ab, also gilt «je nach Kanton» und kein einzelner Kantonswert. Oberhalb der Schwelle behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird.

Eine typische Wette liegt weit unter dieser Schwelle. Auf die Schachpartie bezogen heisst das: Der Steuerfreibetrag ist derzeit so hoch, dass er für Wettende im Normalbetrieb keine Rolle spielt. Schief wird es bei ausländischen Anbietern. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Praxis — Thurgau handhabt es so — behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als volles steuerbares Einkommen. Für einen Gewinn von 200 Franken, der bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung anfällt, ist das die unangenehmere Seite derselben Geschichte. Dieser Abschnitt ist eine allgemeine Einordnung und keine Steuerauskunft; wer konkrete Beträge zu klären hat, fragt eine Steuerberatung oder die kantonale Steuerverwaltung.

Was aus dem Kalender folgt, und was nicht

Was folgt ist eine Reihenfolge, keine Prognose. Wer sich für ein Turnier interessiert, prüft zuerst, ob das Ereignis im Wettprogramm der Veranstalterin geführt wird, und dann, welche Wettarten dazu angeboten werden. Erst danach lohnt der Blick auf die Quote, und dann auf die Summe der Quoten des gewählten Marktes, weil erst die alle drei Ausgänge zusammen die Marge verrät.

Was nicht folgt, ist ein Hinweis darauf, was auf dem Brett passieren wird. Ob eine Partie remis endet, ob ein Herausforderer seine Chancen nutzt, ob ein Zweikampf verlängert wird — all das weiss vorher niemand, auch nicht nach langem Studium der Datenbanken, und dieser Text behauptet es nicht. Die quotenschärfende Erkenntnis liegt ohnehin woanders: im Verständnis dessen, was ein Remis für die Preisstellung bedeutet, und in der Fähigkeit, die Marge im Angebot zu erkennen.

Vergleich der Anbieter für Schachwetten in der Schweiz

Bevor die zehn Anbieter einzeln durchgegangen werden, zwei Sätze dazu, was hier verglichen wird und was nicht. Verglichen werden zwei öffentlich-rechtlich getragene Veranstalterinnen mit Schweizer Bewilligung und acht international auftretende Marken ohne Schweizer Bewilligung, die als Referenz erscheinen, weil Schweizer Wettende ihnen begegnen. Nicht verglichen wird erwarteter Gewinn. Kein Anbieter auf dieser Liste rechnet für einen Wettenden — der Quotenschlüssel eines Marktes liegt immer unter 1, und jeder Abschnitt über eine einzelne Marke hier endet deshalb bei dem, was die Marke für das tatsächliche Verhalten des Wettenden bedeutet, nicht bei einem Versprechen.

Die Reihenfolge folgt der Funktion der Anbieter in diesem Markt: zuerst die beiden, die eine Bewilligung haben, danach die acht, die keine haben. Sie folgt nicht einer erwarteten Auszahlung, und sie folgt nicht dem Umfang eines Wettprogramms — die Programmqualität ist ohnehin nur für die beiden bewilligten Anbieter anhand öffentlich zugänglicher Reglemente überprüfbar. Dieser Hinweis ist kein Formalismus; er markiert den Punkt, an dem Werbung für nicht bewilligtes Glücksspiel in der Schweiz strafbar ist, und der Unterschied zwischen Beschreiben und Bewerben verläuft genau hier.

Swisslos Sporttip: die Bewilligung als Fessel und als Fundament

Swisslos ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel. Sie veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Bewilligung ist eine Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz, beaufsichtigt von der Gespa; sie gilt nur in der Schweiz.

Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu den Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer in Freiburg oder Genf wohnt, kommt hier nicht zu einem Onlinekonto — das ist der Preis der Kantonstruktur und für einen Teil der Leserschaft die erste und wichtigste Information dieses Abschnitts.

Zur Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.

Bei den Einsätzen ist Sporttip eng gefasst: Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Diese Zahlen stammen aus den Spielregeln und Teilnahmebedingungen, Version 4.2.

Zwei Produkteigenschaften gehören zum Vergleich dazu. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer glaubt, ein Boost sei ein Geschenk ohne Bedingung, liest hier die Bedingung.

Zur Kantonalstruktur kommt der öffentliche Zweck: Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio. — CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten davon CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Vorjahr.

Die Einschätzung: Sporttip ist die einzige Adresse für einen grossen Teil der Deutschschweiz, und die engen Einsatzgrenzen von CHF 1 bis CHF 1’000 sind genau das, was dieser Markt braucht. Wer mit kleinen Beträgen auf eine lange Partie setzen will, findet hier eine Umgebung, in der eine Wette auf eine einzelne Begegnung nicht sofort vierstellig wird. Der Rückgang der Sportwettenablieferung um 13 Millionen Franken im Jahresvergleich ist dabei die interessantere Zahl als der sprudelnde Gesamtertrag — er deutet auf ein Produkt, das in einem begrenzten Kuchen um Anteile kämpft, und auf ein Publikum, das offenbar nicht beliebig mehr auf Sportwetten setzt.

Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Bewilligungsniveau, eine andere Landkarte

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Die Bewilligung ist dieselbe Art von Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz, unter derselben Aufsicht.

Die Landkarte ist die gesamte Trennlinie zwischen den beiden bewilligten Anbietern, und sie ist keine Empfehlung, sondern eine Tatsache: Ein Konto hier ist nur für Personen mit Wohnsitz in einem der sechs Kantone möglich. Wer in Lausanne lebt, hat bei Sporttip keinen Zugang; wer in Winterthur lebt, hier keinen. Zwei Organisationen mit derselben Bewilligungskategorie, die sich kein einziges Kantonsgebiet teilen — ein Konstruktionsmerkmal dieses Marktes, das kein anderer europäischer Markt in dieser Reinheit kennt.

Die Verkaufsstellendichte sagt etwas über die Alltagspräsenz: 2’350 Stellen in sechs Kantonen, das ist eine Infrastruktur, die in der Westschweiz zum Stadtbild gehört. Für einen Wettenden heisst das, dass ein Teil der Abwicklung weiterhin analog stattfinden kann, mit einem Wettschein in der Hand — bei Sporttip sind es Vergleichszahlen im Vertragsgebiet der Deutschschweiz, Tessin und Liechtenstein.

Die Einschätzung: Jouez Sport ist für die sechsWest-Kantone das, was Sporttip für die übrigen ist, und die enge Verbindung zur Verkaufsstellenstruktur ist der eigentliche Unterschied in der Alltagserfahrung. Wer die Westschweiz bewohnt, hat hier die einzige Schweizer Option für ein Onlinekonto, und die sechs Kantone sind exakt die sechs, die diese Option erreichbar machen. Der Reiz des grenznahen Auslandsangebots aus Frankreich ist damit emotional naheliegend und rechtlich wertlos — eine französische Bewilligung gilt in Genf so wenig wie in Zürich.

Donbet: kein Schweizer Rahmen, keine Schweizer Rückgriffsmöglichkeit

Donbet ist eine internationale Marke ohne Schweizer Bewilligung. Die Schweiz lässt Sportwetten nur durch Swisslos und die Loterie Romande zu; eine Bewilligung dieser Marke für die Schweiz besteht nicht. Eine ausländische Bewilligung hat hier keine Geltung. Das Angebot ist nicht an das schweizweite Sperrregister angebunden, ein Schweizer Rechtsschutz besteht nicht, und die Domain kann auf die Sperrliste der Aufsicht gesetzt und per DNS blockiert werden.

Für die Bewertung heisst das: Die Marke gehört in die Gruppe der Angebote, deren Bedingungen Schweizer Wettende nicht überprüfen lassen können — keine Schweizer Aufsicht, keine Schweizer Fachstelle, kein Schweizer Gerichtsstand. Ob und wie Donbet Schachpartien überhaupt anbietet, lässt sich von hier aus nicht belegen, und es wird hier auch nicht behauptet. Wer ein Konto in Erwägung zieht, liest die Bedingungen des Anbieters selbst, in der Sprache, in der sie verbindlich sind, und fragt sich nach dem Lesen, an welche Stelle er sich bei einer streitigen Auszahlung wendet. Die Antwort auf diese Frage ist der Test.

Sportuna: gemeldete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz

Sportuna tritt ebenfalls ohne Schweizer Bewilligung auf. Die Schweiz kennt nur zwei Veranstalterinnen für Sportwetten; für Sportuna besteht keine Bewilligung. Eine ausländische Bewilligung, welche auch immer gemeldet wird, hat in der Schweiz keine Kraft. Eine Anbindung an das schweizweite Sperrregister fehlt, ein Schweizer Rechtsschutz besteht nicht, und die Domain kann auf die Sperrliste der Aufsicht gesetzt werden.

Zu unterscheiden ist hier zwischen dem, was eine Marke ausweist, und dem, was in der Schweiz zählt. Eine ausländische Aufsicht, sofern überhaupt eine benannt wird, mag im Land ihres Sitzes etwas bedeuten — in der Schweiz ordnet sie nichts an und niemand hier kann sie anrufen. Über die Schachabteilung von Sportuna wird hier nichts ausgesagt, weder im Guten noch im Schlechten: Ein Wettangebot ohne Schweizer Bewilligung ist keine Vergleichsgrösse zu Sporttip, sondern ein separates Rechtsgeschäft.

Die Einschätzung: Für einen Wettenden, der nach einem Streit über eine Auszahlung einen Ansprechpartner in der Schweiz sucht, gibt es diesen Ansprechpartner bei Sportuna nicht. Das ist die ganze Bewertung, und sie gilt für jede Marke dieser Gruppe. Wer trotzdem dort einzahlt, zahlt einen Teil der Rendite für den Verzicht auf diesen Ansprechpartner.

AmunRa: ein Konto ohne Anbindung an das Sperrregister

AmunRa ist eine internationale Marke ohne Schweizer Bewilligung. Auch hier besteht keine Bewilligung nach Schweizer Recht, und eine ausländische Bewilligung ist hier ohne Wirkung. Die Verbindung zum schweizweiten Sperrregister fehlt, ein Schweizer Rechtsschutz ebenso, und die Domain kann per Sperrliste blockiert werden.

Der Sperrregister-Punkt verdient einen zweiten Satz, gerade weil er keine Vergünstigung ist. Wer sich in der Schweiz sperrt, erwartet, dass die Sperre dort greift, wo er spielt. Bei Swisslos gilt eine unbefristete Sperre schweizweit und reicht bis zu den Casinos und über die Grenze nach Liechtenstein. Bei AmunRa gibt es kein Gegenstück, weil es keine Verbindung zu diesem Register gibt. Für einen Menschen, der eine Sperre als Schutzmassnahme versteht, ist das kein Nebenaspekt — es ist der Unterschied zwischen einer Massnahme, die trägt, und einer, die eine Datei füllt.

Die Einschätzung: AmunRa lässt sich an keinem Schweizer Instrument messen — nicht an einer Bewilligung, nicht am Register, nicht an einem Gerichtsstand. Was am Ende bleibt, ist ein Zugang und ein Risiko. Das ist nicht dasselbe wie ein Angebot.

myBet: ein Name, der in der Schweiz greifbar nah wirkt und es nicht ist

myBet erscheint ohne Schweizer Bewilligung. Die Schweiz kennt nur Schweizer Wettanbieter mit Bewilligung — Swisslos und die Loterie Romande —, und keine davon ist myBet. Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Geltung, es gibt keinen Anschluss an das nationale Sperrregister, und ein Schweizer Rechtsschutz existiert nicht. Die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt und blockiert werden.

Der Grund, warum dieser Name in diesem Abschnitt steht und nicht in einer Fussnote, ist die Marke selbst. Namen, die wie ein lokales Angebot klingen, erzeugen eine Erwartung, die die Bewilligungsspalte widerlegt. Für Schweizer Wettende ist der Test einfach und nicht verhandelbar: Wer eine Schweizer Bewilligung nachweisen kann, ist eine Option mit Schweizer Aufsicht, und wer sie nicht nachweisen kann, ist eine Option ohne sie. Ein klangvoller Name ersetzt keinen Eintrag.

Die Einschätzung: myBet ist in dieser Liste erst dann eine Kategorie für sich, wenn sich die Rechtsstellung ändert. Solange nicht, ist es die achte von acht Marken jenseits des Schweizer Rahmens, mit denselben vier Konsequenzen und keinem Vorteil, der für Schweizer Wettende daran etwas ändert.

Betscore: keine Schweizer Bewilligung und kein Schweizer Fachstellenweg

Betscore tritt ohne Schweizer Bewilligung auf. Für die Schweiz fehlt die Bewilligung, eine ausländische hat hier keine Geltung, eine Anbindung an das schweizweite Sperrregister besteht nicht, und die Domain kann per DNS blockiert werden. Ein Schweizer Rechtsschutz ist nicht vorhanden.

Was bei einem Streitfall tatsächlich passiert, lohnt das Aussprechen. Eine Auszahlung wird verzögert, ein Konto wird gesperrt, eine Wette wird anders bewertet als erwartet: In der Schweiz gibt es für solche Fälle den Weg über die Veranstalterin und die Aufsicht. Bei einem Anbieter ohne Bewilligung gibt es diesen Weg nicht, und die Chancen, über eine ausländische Aufsicht etwas zu bewegen, sind für einen einzelnen Spieler praktisch gering. Bei einer Schweizer Veranstalterin mit Bewilligung ist der Beschwerdeweg ein Bestandteil des Produkts, so unspektakulär er klingt.

Die Einschätzung: Betscore reiht sich ein in die Marken ohne Schweizer Bewilligung, und der Beschwerdeweg ist das Merkmal, an dem sich die Gruppe am klarsten von den beiden Schweizer Veranstalterinnen unterscheidet. Wer einen Streit nicht für möglich hält, plant ihn nicht. Wer ihn für unmöglich hält, hat noch keinen gehabt.

Gamdom: ohne Bewilligung, ohne Register, ohne Schweizer Gerichtsstand

Gamdom tritt ohne Schweizer Bewilligung auf. Für Sportwetten in der Schweiz gibt es nur zwei Veranstalterinnen, und Gamdom ist keine davon. Eine ausländische Bewilligung ist in der Schweiz ohne Wirkung, ein Zugriff auf das schweizweite Register für Spielsperren existiert hier nicht, und die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden.

Marken wie diese sind häufig breit aufgestellt, mit einer Produktpalette, die über Sportwetten hinausgeht. Für die Einordnung als Schweizer Sportwettenadresse ändert das nichts. Die Bewilligungspflicht knüpft an die Sportwette an, nicht an die Grösse des Sortiments, und die Aufsicht führt genau diese Domain-Kategorie auf ihrer Sperrliste. Ein breites Angebot ist keine Bewilligung und macht ein schmales Angebot mit Bewilligung nicht verzichtbar.

Die Einschätzung: Bei Gamdom ist der entscheidende Umstand nicht das Produkt, sondern der ordnungspolitische Status. Die Domain-Kategorie, in die Gamdom fällt, ist dieselbe, die eine Blockierung vorsieht, und das ist eine harte Aussage über die Position dieses Anbieters im Schweizer Markt — härter als jede Note, die ein Vergleich aussprechen könnte.

MyStake: kein Schweizer Schutz, und volle Steuerpflicht nach kantonaler Praxis

MyStake erscheint ohne Schweizer Bewilligung. Die Bewilligung für die Schweiz fehlt, eine ausländische hat hier keine Geltung, eine Anbindung an das schweizweite Sperrregister besteht nicht, und die Domain kann blockiert werden. Der Schweizer Rechtsschutz entfällt.

Interessant wird dieser Eintrag wegen einer Steuerregel, die die ganze Gruppe betrifft und hier zum ersten Mal greift. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer — das klingt nach einem Vorteil, ist aber keiner. Nach kantonaler Praxis, wie sie Thurgau handhabt, gilt ein Gewinn aus einem ausländischen Grossspiel unabhängig von der Höhe als steuerbares Einkommen. Bei einem Schweizer Anbieter liegt der Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn im Millionenbereich, sodass im Normalbetrieb nichts anfällt. Wer also bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung gewinnt, tauscht einen Schutz, den er nicht hat, gegen eine Steuerpflicht, die er hat.

Die Einschätzung: MyStake ist für Schweizer Wettende die Marke, an der sich der Steuereffekt am saubersten erklären lässt. Ein kleiner Gewinn wird bei einem Schweizer Anbieter mit Bewilligung nicht steuerbar; aus dem Ausland kann er es nach kantonaler Praxis werden. Das ist keine Werbung für den einen oder den anderen, sondern die Rechnung, die beide Seiten betrifft.

Jackbit: der letzte Eintrag in einer Gruppe, die keine Alternative ist

Jackbit tritt ohne Schweizer Bewilligung auf. Die Schweiz lässt Sportwetten ausschliesslich durch Swisslos und die Loterie Romande zu. Für Jackbit besteht keine Schweizer Bewilligung, eine ausländische Bewilligung ist hier ohne Geltung, weder besteht eine Verbindung zum schweizweiten Sperrregister, noch ist ein Schweizer Rückgriff möglich, und die Domain kann per DNS blockiert werden. Ein Schweizer Rückgriff besteht nicht.

Damit schliesst sich die Liste, und der Blick zurück auf die zehn Einträge ist nützlicher als der auf den letzten einzelnen. Zwei Marken mit Schweizer Bewilligung, deren Geschäftsgebiete sich kein einziges Kantonsgebiet teilen; acht Marken ohne Bewilligung, deren Unterschiede für Schweizer Wettende weniger wiegen als das, was sie alle gemeinsam nicht haben. Wer diese Struktur einmal gesehen hat, liest jeden Anbietervergleich zu Sportwetten in der Schweiz anders, weil die entscheidende Tabelle immer dieselbe ist: Bewilligung oder nicht, und welches Kantonsgebiet.

Die Einschätzung: Jackbit ist der achte Eintrag einer Gruppe, die in diesem Vergleich keine Alternative zur bewilligten Struktur darstellt, sondern eine Referenz dafür, was Wettende jenseits dieser Struktur sehen. Wer in der Schweiz ein Konto eröffnen will, kommt an den beiden ersten Einträgen nicht vorbei.

Was von einer Schachwette bleibt: die Marge zahlt man, den Ausgang kennt man nicht

Der Blick zurück auf diesen Text führt zu zwei Zahlen und einem Satz. Die erste Zahl ist die Marge, die im Quotenschlüssel jedes Marktes steckt — in einem ausgeglichenen Zwei-Weg-Markt zu je 1.90 zwischen rund 2,4 und 5,2 %, je nachdem, wie der Anbieter staffelt. Die zweite ist das Remis, das bei einem Weltmeisterschaftskampf in neun von vierzehn Partien eintrat. Der Satz lautet, dass niemand den Ausgang einer Partie vorher kennt, und dass die Quoten der Anbieter diese Unkenntnis nur in Preise übersetzen.

Die 47,5 % aus den Testkäufen der Aufsicht und die 671 blockierten Domains Ende 2025 gehören in denselben Rückblick, weil sie zwei weitverbreitete Illusionen korrigieren: dass Kontrollen lückenlos sind und dass ein Verbot automatisch und vollständig durchgesetzt wird. Beides stimmt nicht, und beides ändert nichts daran, dass die Bewilligung der einzige Zugang zu Schweizer Aufsicht und Schweizer Schutz ist.

Wer auf Schach setzen will, kann das in der Schweiz tun, sobald die Partie auf der Gespa-Liste steht und im Wettprogramm einer der beiden Veranstalterinnen erscheint. Wer wissen will, was eine Quote wert ist, sieht sich die Summe aller Quoten eines Marktes an, nicht die grösste einzelne Zahl. Und wer die Limitenfrist von 72 Stunden kennt, weiss, dass die Bremse vor dem Wunsch entschieden wird und nicht danach.

Häufige Fragen zu Schachwetten in der Schweiz

Ist das Wetten auf Schach in der Schweiz überhaupt erlaubt, und bei wem?

Erlaubt ist es, aber nur über einen engen Weg. Sportwetten dürfen ausschliesslich Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport anbieten, und eine Partie muss als Ereignis im jeweiligen Wettprogramm auftauchen. Wer in einem Kanton des anderen Vertragsgebiets wohnt, bekommt bei der zweiten Veranstalterin kein Onlinekonto.

Wie finde ich heraus, ob ein Schachturnier auf der Gespa-Liste steht?

Über die veröffentlichte Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, in der Fassung vom 10.09.2026, und über das Wettprogramm der Veranstalterin. Beides gehört zusammen: Die Liste sagt, was überhaupt angeboten werden darf, das Programm sagt, was tatsächlich angeboten wird. Qualifikationsrunden stehen nur auf der Liste, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind.

Warum ist die Remisquote für Schachwetten so wichtig?

Weil das Remis im Schach kein Randfall ist, sondern bei Meistern mit etwa 43 % ein Hauptausgang. Bei der Schachweltmeisterschaft 2024 endeten neun von vierzehn klassischen Partien unentschieden. Wer auf einen Sieg setzt, setzt damit gegen die häufigste Ergebniskategorie des Formats, und der Anbieter muss für diesen dritten Ausgang eine eigene Quote stellen.

Wie berechnet sich der Gewinn einer Wette aus Einsatz und Quote, und was ist die Marge?

Bei einer Dezimalquote zahlt ein Gewinn Einsatz mal Quote zurück, also bei 10 Franken Einsatz und Quote 2.10 insgesamt 21 Franken. Die Marge ist der Teil, den der Anbieter behält: Sie ergibt sich aus dem Quotenschlüssel, der Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes. Bei einem ausgeglichenen Zwei-Weg-Markt zu je 1.90 liegt die Marge in der Regel zwischen rund 2,4 % und 5,2 %.

Welche Verlustlimiten gelten vor der ersten Wette, und was bewirkt die Spielsperre?

Bei Sporttip setzt man vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage; die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Die Spielsperre sperrt den Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage oder unbefristet über das schweizweite Register.

Was fehlt Wettenden bei Auslandsseiten ohne Schweizer Bewilligung an Schutz?

Es fehlt die Anbindung an das schweizweite Sperrregister, es fehlt ein Schweizer Rechtsschutz, und Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Geltung, und die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt und per DNS blockiert werden. Steuerlich kann ein Gewinn nach kantonaler Praxis voll steuerbar sein.

Inhalt erstellt vom Team «seriosewetten»