Quotenrechner Sportwetten 2026 – was die Zahl auf dem Wettschein verschweigt

Updated Oktober 2026
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Ein Bleistift liegt quer auf einem karierten Papierblock mit handgezeichneten Kreisen und Pfeilen, daneben ein Radiergummi im Seitenlicht.

Stand: Oktober 29, 2026. Geprüft gegen die Bewilligungs- und Aufsichtsangaben der Gespa sowie gegen die veröffentlichten Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Swisslos Sporttip und der Loterie Romande Jouez Sport.

Der Reingewinn einer Sportwette mit festen Quoten errechnet sich als Einsatz × (Quote − 1).

Wer zum ersten Mal einen Wettschein ausfüllt, hält zwei Zahlen in der Hand und weiss mit keiner etwas anzufangen. Die Quote steht da, der Einsatz will gewählt sein, und irgendwo dazwischen liegt der Betrag, den man gewinnen kann. Genau diese Lücke füllt ein Quotenrechner. Er ist kein Orakel und keine Wette, er ist ein Taschenrechner, der eine Regel kennt: Bei festen Quoten ist der Reingewinn gleich Einsatz mal Quote minus eins. Mehr steckt nicht dahinter. Was dahintersteckt, ist die Frage, ob die eingegebene Quote den Einsatz überhaupt wert war.

Und dann ist da die Zahl, die kein Rechner auf der Welt anzeigt, weil sie in der Quote schon versteckt ist. Bei einem Markt mit zwei Ausgängen zu je 1.90 behält der Veranstalter rechnerisch rund 5,3 Rappen von jedem Franken, der auf diesen Markt fliesst – Ergebnis einer Auszahlungsquote von etwa 94,7 %. Das ist keine Anklage, das ist der Preis des Produkts. Nur steht er nirgends auf dem Schein, und wer ihn nicht kennt, verwechselt eine faire Quote mit einer guten.

Die Schweiz ist für dieses Thema ein Sonderfall, und kein besonders bequemer. Sportwetten sind hier ein Grossspiel unter dem Geldspielgesetz, und für Wetten zugelassen sind genau zwei Veranstalter: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Ein Rechner aus einem ausländischen Portal rechnet trotzdem jede Kombination durch, die ein Schweizer Veranstalter gar nicht anbietet. Rechnen kann er, dürfen kann es niemand.

Wettmärkte, Quotenformate und die Frage, was ein Rechner leistet

Der Rechner kennt die Wette. Er kennt nicht den Markt, aus dem die Quote stammt. Das ist die Grenze, an der alle Bequemlichkeit endet, und es lohnt sich, sie früh zu ziehen.

Feste Quoten funktionieren nach einer Regel, die in jedes gute Wettlexikon gehört: Der Reingewinn einer Sportwette ergibt sich als Einsatz multipliziert mit der Quote minus eins. Ein Einsatz von CHF 20 auf eine Quote von 2.10 bringt also einen Reingewinn von CHF 22 und einen Rückfluss von CHF 42. Kein Abzug, keine Gebühr, keine Kommission. Der Preis für dieses Produkt ist bereits eingerechnet, siehe oben.

Wichtiger als die Formel ist die Frage, woher die Quote kommt. Sie entsteht an einem Markt: einer konkreten Frage zu einem konkreten Ereignis – Sieg, Unentschieden, Niederlage, über oder unter einer Tormarke, Handicap, eine Halbzeit. Jeder dieser Märkte hat seine eigene Marge, und dieselbe Partie kann im 1X2-Markt teurer sein als im Tor-Markt. Ein Rechner ermittelt aus der Quotenzahl eine Auszahlung; ob die Zahl selbst gut war, muss der Wettende vorher entschieden haben, an einem anderen Ort, zu einem anderen Zeitpunkt.

Ein Quotenrechner zeigt das mögliche Ergebnis einer Wette, nicht ob der Einsatz zum Budget passt. Das klingt nach einer Selbstverständlichkeit und ist der häufigste Denkfehler: Wer den Gewinn vor sich sieht, hat das Geld meist schon ausgegeben, bevor das Spiel angepfiffen ist.

Wozu ein Rechner überhaupt gut ist

Am offensichtlichsten für den Reingewinn. Wer Einsatz und Quote eingibt, sieht sofort, was nach Abzug des Einsatzes übrig bleibt, und kann zwei Scheine vergleichen, ohne im Kopf zu multiplizieren. Das klingt nach wenig Arbeit, ist aber genau der Punkt, an dem die meisten Fehler entstehen: Wer die Kombiquote schätzt statt rechnet, unterschätzt sie fast immer.

Dann für die Rückrechnung. Wer weiss, welchen Betrag er gewinnen will, und die Quote kennt, kann den nötigen Einsatz ermitteln. Die Umkehrung ist ebenso nützlich: Wer einen festen Einsatz setzen will, sieht, dass eine Kombination mit vielen Voraussagen keine grössere Auszahlung verspricht, sondern nur eine kleinere Chance auf dieselbe oder eine höhere Auszahlung – je nach Zahl der Beine und Quote.

Und schliesslich für die Frage, ob eine Wette überhaupt zulässig ist. Ein Systemrechner akzeptiert zwanzig Auswahlen und rechnet sie durch. Ob der Schweizer Veranstalter diese Wette annimmt, entscheidet ein anderes Dokument.

Die Grenze des Werkzeugs

Ein Rechner ist eine Rechenmaschine ohne Urteilsvermögen. Er nimmt jede Quote an, auch eine, die es nie gab, und er addiert Beine, die sich gegenseitig ausschliessen. Er weiss nichts von Ausfällen, nichts von nachträglichen Quotenänderungen und nichts davon, dass eine Voraussage auf ein abgesagtes Spiel mit Quote 1.00 in die Kombination eingeht.

Er kennt auch nicht die Limiten des Veranstalters. Wer eine Systemwette für CHF 30’000 durchrechnet und den Rechner für eine Prognose hält, hat die Hausordnung nicht gelesen.

Grundlagen: was eine Wette aus Einsatz und Quote macht

Die Regel steht, jetzt kommt ihre Umgebung. Denn eine Quote ist keine Zahl im luftleeren Raum, sondern das Ergebnis eines Marktes, an dem mehrere mögliche Ausgänge so bepreist werden, dass der Veranstalter verdient.

Ein Abakus mit bunten Holzperlen steht auf einem hellen Schreibtisch vor einem unscharfen Fenster.
Ein Wettrechner berechnet Einzel-, Kombi- und Systemwetten mit 1 bis 20 Auswahlen.

Eine Formel, drei Wettformen

Bei der Einzelwette gilt die Grundregel unverändert: Reingewinn gleich Einsatz mal Quote minus eins. Die ganze Wette steht und fällt mit einem Ereignis, und der Rückfluss ist sofort bekannt. Wer auf diese Weise spielt, spielt am transparentesten, aber auch am langweiligsten – bis zu jenem Samstag, an dem die eine Voraussage hält.

Bei einer Kombinationswette werden die Einzelquoten multipliziert, der Einsatz gilt für die gesamte Wette, und gewonnen ist sie nur, wenn jedes einzelne Ereignis richtig getippt wurde. Drei Voraussagen zu 2.10, 1.95 und 1.80 ergeben eine Gesamtquote von rund 7.37, aus CHF 10 werden also rund CHF 73.70. Verlockend, bis man den zweiten Teil des Satzes ernst nimmt: Die Wahrscheinlichkeiten multiplizieren sich mit den Quoten. Jedes zusätzliche Bein ist ein zusätzliches Nein.

Bei einer Systemwette fasst der Veranstalter mehrere ähnliche Kombinationswetten zusammen und schreibt sie als «X aus Y» an. Jede dabei entstehende Kombination heisst Wettreihe, und jede Wettreihe wird einzeln gewertet. Genau darin liegt der Reiz und der Preis: Wer «3 aus 4» spielt, hat vier Wettreihen, bezahlt also vier Mal Einsatz, und kann auch dann etwas zurückbekommen, wenn eine Voraussage danebengeht.

Ein Rechner deckt alle drei Formen ab, die üblichen Werkzeuge rechnen Einzel-, Kombi- und Systemwetten mit 1 bis 20 Auswahlen. Wer mehr als drei Beine in eine Kombination packt, sollte die Auszahlung nicht mehr schätzen, sondern eingeben.

Wie man die Zahl liest

Dezimalquoten sind der Standard in der Schweiz: 1.90 bedeutet, dass aus jedem eingesetzten Franken im Gewinnfall 1.90 Franken werden, netto also 90 Rappen. Das ist die einzige Lesart, die ein Rechner braucht.

Bruchquoten und US-Quoten sind Umschreibungen derselben Sache, und die Umrechnung ist keine Hexerei. Eine Dezimalquote von 1.40 entspricht der Bruchquote 2/5 und der US-Quote −250; bei einer US-Quote mit Minuszeichen bedeutet −250, dass 250 Dollar oder Franken gesetzt werden müssen, um 100 Gewinn zu erzielen. Umgekehrt steht ein Pluszeichen für den Gewinn bei einem Einsatz von 100: Eine Dezimalquote von 5.50 entspricht der Bruchquote 9/2 und der US-Quote +450, das heisst bei einem Einsatz von 1 eine Auszahlung von 5.50 und einen Reingewinn von 4.50.

Für den Rechner ist das nur Eingabe. Für den Vergleich zweier Portale ist es mehr: Wer ein ausländisches Angebot in US-Quoten liest und die Zahl für kleiner hält, weil sie kleiner aussieht, hat schon verloren.

Rundung, Ausfall und der Moment, in dem der Schein lebt

Die wenigsten denken an die Nachkommastellen. Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote – bei Kombinationen mal der Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten – und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und anschliessend auf 5 Rappen genau abgerundet. Aus einer theoretischen Auszahlung von CHF 47.87 werden also CHF 47.85. Kein Betrag, über den man streitet, aber einer, den ein Rechner ohne diese Regel um zwei Rappen zu hoch anzeigt.

Dann der Ausfall. Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt – oder im Rahmen eines Turniers –, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Ein Kombischein, dessen erstes Bein ausfällt, behält also seine übrigen Beine und verliert an Gesamtquote. Wer live nachsetzt, sollte den zweiten Mechanismus kennen: Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.

Rechtslage: die Bewilligung entscheidet, nicht der Rechner

Hier endet die Arithmetik und beginnt die Hausordnung des Landes. Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, beaufsichtigt von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Nicht von der ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt – eine Verwechslung, die in Wettforen regelmässig auftaucht.

Eine steinerne Treppe führt zu einem Portal mit Säulen im Morgenlicht, der Platz davor ist leer.
Eine Dezimalquote von 1,40 entspricht der Bruchquote 2/5 und der US-Quote −250.

Eine Bewilligung braucht zwei Teile: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Swisslos, mit Sitz in Basel, betreibt Sporttip gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen; die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone. Eine Liste weiterer bewilligter Anbieter gibt es nicht, weil es keine gibt – die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains. Der Reingewinn fliesst in der Schweiz in gemeinnützige Zwecke in den Kantonen.

Zwei Veranstalter, zwei Gebiete

Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in Lausanne und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende.

Die Grenze verläuft nicht zwischen Sprachregionen, sondern zwischen Wohnsitzen. Für ein Online-Konto braucht es Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet der jeweiligen Veranstalterin, und in der Praxis heisst das: im eigenen. Wer in Zürich wohnt, kommt an Jouez Sport online nicht heran, und wer in Genf wohnt, nicht an Sporttip.

Was überhaupt gewettet werden darf

Der erlaubte Bewilligungsumfang ist eine geschlossene Liste: die Zusammenstellung der Gespa der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten in der Fassung vom 10.09.2026. Nur Sportwetten – Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Qualifikationsrunden nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettkampf oder das Podest entscheidet, und niemals Wetten auf Trainingsläufe. Die Liste weist weder Eckball- noch Kartenmärkte aus und keine Esport-Sektion. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.

Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, soweit der Veranstalter über eine entsprechende Bewilligung verfügt; eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte kennt das Gesetz nicht. Cash-Out dagegen ist nicht geregelt. Es ist eine Funktion jedes einzelnen Anbieters, kein Rechtsanspruch. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.

Zwischen den Zahlen und dem Konto: Limiten, Sperre, Steuer

Ein Rechner sagt nichts über die Person, die vor ihm sitzt. Genau dort setzt der Spielerschutz an, und er ist in der Schweiz nicht dem guten Willen der Anbieter überlassen.

Die Limiten gehören dem Spielenden

Bei Sporttip müssen Spielende vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Dass die Limite aus der eigenen Hand kommt, ist ungewohnt und richtig. Sie nützt nur, wenn sie tief genug gesetzt ist, und der Vergleich mit dem Budget eines Monats hilft mehr als jeder Prozentwert. Ein Betrag, den man beim Setzen nicht spürt, ist keine Limite, sondern eine Dekoration.

Was das für den Rechner bedeutet: Wer CHF 9’999 als Verlustlimite hinterlegt und CHF 500 pro Woche verliert, hätte die Limite auch bei CHF 2’000 nicht erreicht. Eine Limite wirkt nur, wenn der reale Verlust sie berühren kann.

Die Spielsperre kennt keine Ausnahme

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten wieder aufheben, unter Beteiligung einer Fachstelle; eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden.

Der Registereintrag ist der wirksame Teil davon. Er ist schweizweit, er gilt auch in Liechtenstein, und er wird nicht durch eine neue Registrierung bei einem anderen Anbieter umgangen. Gesperrte Personen und Minderjährige haben keinen Anspruch auf Einsätze und Gewinne.

Wie scharf die Kontrolle an der Front ist, zeigen die Testkäufe der Gespa aus dem Jahr 2025: An Verkaufsstellen wurde in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer den Jugendschutz für gelöst hält, hat diese Zahl nicht gesehen.

Ein Konto, ein Name, kein Bargeld im Umlauf

Ein Online-Konto setzt mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet und das Fehlen einer Spielsperre voraus; jede Person darf sich nur einmal registrieren, die Angaben werden aus dem hochgeladenen Ausweis gelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Auszahlungen gehen nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers. Kredite an Spielende sind nicht erlaubt.

Anonyme Auszahlungen und Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Sportwettmarkt nicht. Wer ein ausländisches Angebot wählt, weil es bequemere Wege kennt, wählt genau diesen Unterschied mit – und verliert im Gegenzug den Zugang zum Schweizer Sperrregister, die Aufsicht und den Rechtsweg.

Der Steuerfreibetrag, der die meisten nie berührt

Gewinne aus schweizerisch bewilligten Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerpflichtig. Auf Bundesebene liegt dieser Betrag ab dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, also «je nach Kanton». Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird.

Für den normalen Wettschein ist die ganze Passage Theorie: Ein typischer Wettender gewinnt weit unterhalb der Schwelle und zahlt auf den Gewinn weder Einkommens- noch Verrechnungssteuer. Eine Wettsteuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht. Wer dennoch unsicher ist, fragt einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.

Anders liegt der Fall bei ausländischen Anbietern. Deren Gewinne unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis etwa von Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Das ist die unangenehmste Nebenwirkung einer Entscheidung, die meist aus einem anderen Grund getroffen wird.

Wer den Anteil kennt, den ein Markt an alle Wettenden zurückzahlt, sieht zwei Dinge auf einmal: was eine Quote wert ist und was das Angebot in Summe kostet. Bei einem illustrativen Zwei-Weg-Markt zu 1.90 und 1.90 liegt die Auszahlungsquote bei rund 95,0 % und die Marge damit bei 5,0 %. Das ist eine Beispielrechnung, kein quotierter Preis irgendeines Anbieters, und sie zeigt die Grössenordnung, in der sich der Schweizer Markt nach den veröffentlichten Quoten bewegt. Je nach Anbieter, je nach Sportart und je nach Markt liegt die Marge spürbar tiefer oder höher, und bei einem einzelnen Markt mit ungleichen Quoten verschiebt sie sich ohnehin.

Die Quote, die niemand anzeigt: Marge und Erwartungswert

Zwei Zahlen beschreiben denselben Markt von zwei Seiten, und die Beziehung zwischen ihnen ist der nützlichste Satz dieses Themas. Der Quotenschlüssel oder die Auszahlungsquote eines Marktes ist der Anteil aller Einsätze, den dieser Markt zurückzahlt: eins geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten. Die Marge ist das Gegenstück, 100 % minus dieser Anteil.

Am illustrativen Beispiel zu 1.90 und 1.90: Die Kehrwerte sind je rund 0,526, die Summe liegt bei rund 1,053, die Auszahlungsquote damit bei etwa 95,0 %. Die Marge beträgt rund 5,0 % – und nur bei einem Markt mit Quoten, die weit auseinanderliegen und sich über mehrere Ausgänge verteilen, wäre der Wert ein anderer. Diese 5,0 % sind der Preis des Produkts, und sie fallen bei jedem Einsatz an, nicht erst bei einer Serie von Verlusten.

Was das für den Erwartungswert bedeutet, ist die unbequeme Hälfte. Ein Erwartungswert ist ein Durchschnitt über sehr viele Wetten, keine Vorhersage für einen Abend. Wer auf einem Markt mit rund 5,3 % Marge zehn Wetten zu CHF 10 platziert, setzt CHF 100 um; die statistische Erwartung dieser Umsätze vor jeder Wahl der Ausgänge liegt bei rund CHF 94.70 Rückfluss, also einem erwarteten Verlust von etwa CHF 5.30. Nicht pro Wette garantiert, nicht in dieser Reihenfolge, sondern im Mittel über viele. Ein Quotenrechner, der die Marge nicht kennt, macht aus dieser Zahl eine Auszahlungserwartung, die es nicht gibt.

Genau hier greift die Entscheidung, die kein Rechner abnimmt: Ein Markt mit kleinen Quoten von 1.10 bis 1.30 sieht harmlos aus und schleppt dieselbe Marge mit, während ein Markt mit einer Quote von 3.50 dieselbe Marge in einem grösseren Ausschlag verbirgt. Der Reingewinn ist in beiden Fällen ehrlich gerechnet. Nur die Streuung ist eine andere, und die ist es, die ein Konto über ein Jahr formt.

Rangliste und Vergleich: womit ein Rechner überhaupt geprüft wird

Ein Rechner ist ein Werkzeug, und ein Werkzeug wird daran gemessen, was es abdeckt und was es verschweigt. Vier Kriterien entscheiden.

Erstens die Wettformen. Ein Werkzeug, das nur Einzelwetten kennt, ist ein Taschenrechner mit Etikett. Die üblichen Rechner decken Einzel-, Kombi- und Systemwetten mit 1 bis 20 Auswahlen ab, und genau hier trennt sich ein ernsthaftes Werkzeug von einem Marketing-Gadget: Eine Systemwette in der Schreibweise «3 aus 5» erzeugt zehn Wettreihen, und wer das von Hand rechnet, rechnet langsam und falsch.

Zweitens die Quotenformate. Dezimal, Bruch, US – wer Angebote aus verschiedenen Ländern vergleicht, braucht die Umrechnung. Die drei Schreibweisen derselben Quote, wie oben an 1.40 und 5.50 gezeigt, sind die Probe: Ein Rechner, der bei einer Dezimalquote von 1.40 nicht 2/5 und −250 ausgibt, kennt die Formate nicht.

Drittens die Nachvollziehbarkeit. Ein Ergebnis ohne Zwischenschritt ist eine Behauptung. Wer bei einem Kombischein sehen will, welche Voraussage die Gesamtquote wie weit trägt, braucht die Einzelquoten auf dem Bildschirm, nicht nur das Produkt.

Viertens die ehrliche Grenze. Ein Werkzeug, das eine Wette durchrechnet, die nach der Liste der bewilligten Wettarten gar nicht platziert werden darf, rechnet ins Leere. Ein Hinweis darauf gehört zum Rechner, nicht in eine Fussnote.

Schweizer Limiten, die jede Berechnung einfangen

Die wichtigste Zahl steht nicht im Rechner, sondern in der Hausordnung. Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3 und für Multiples CHF 2; der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Gewinne sind gedeckelt: höchstens CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und höchstens CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Eine Kombiwette umfasst dort 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Diese Rahmen sind nicht beliebig gewählt. Ein Mindesteinsatz verhindert Scheine mit symbolischen Beträgen. Ein Höchsteinsatz und ein Gewinndeckel begrenzen, was ein einzelner Ausgang kosten kann. Wer eine «3 aus 10»-Systemwette durchrechnet, stösst bei Sporttip bei CHF 10’000 an oder bei Jouez Sport früher, je nach Veranstalter und Scheinart.

Brand Bewilligung in der Schweiz Veranstalterin oder gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne
22Bet keine Schweizer Bewilligung keine anerkannte Bewilligung; eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung
MyStake keine Schweizer Bewilligung keine anerkannte Bewilligung; eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung
Interwetten keine Schweizer Bewilligung keine anerkannte Bewilligung; eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung
IviBet keine Schweizer Bewilligung keine anerkannte Bewilligung; eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung
bet365 keine Schweizer Bewilligung keine anerkannte Bewilligung; eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung
BC.Game keine Schweizer Bewilligung keine anerkannte Bewilligung; eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung
Bruce Bet keine Schweizer Bewilligung keine anerkannte Bewilligung; eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung
GG.BET keine Schweizer Bewilligung keine anerkannte Bewilligung; eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung

Die Tabelle trennt zwei Dinge, die im Alltag gern zusammenfallen. Eine Bewilligung ist ein kantonal verliehener Titel mit örtlichem Geltungsbereich; eine ausländische Erlaubnis ist ein Vertrag zwischen einem Anbieter und einer fremden Behörde, aus dem für einen Spielenden in der Schweiz nichts folgt. Deshalb bleibt die zweite Spalte bei acht der zehn Zeilen leer – nicht, weil eine Angabe fehlt, sondern weil der Titel selbst hier keine Wirkung hat.

Zwei bewilligte Veranstalter, ein geteiltes Land

Der Vergleich der beiden Schweizer Angebote ist kürzer als jeder Vergleich mit einem ausländischen Portal und ungleich entscheidender, weil er die Wahlmöglichkeit bestimmt. Wer in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt, hat Sporttip; wer in der Westschweiz wohnt, hat Jouez Sport. Im jeweils anderen Gebiet gibt es kein Online-Konto, und das ist keine Bequemlichkeit, sondern eine Bewilligungsgrenze.

Unterschiedlich sind auch die Beträge. Sporttip erlaubt Einzel- und Kombiwetten bis CHF 1’000 und Systemwetten bis CHF 10’000; Jouez Sport deckelt Einzel- und Kombiwetten bei CHF 500 und begrenzt den Gesamteinsatz eines Multiple-Scheins auf CHF 7’500. Nur Jouez Sport nennt einen Höchstgewinn: CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette, CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Wer regelmässig grössere Beträge auf einen Ausgang setzt, stösst dort deutlich früher an.

Die Schweizer Veranstalter im Detail

Zwei Häuser, zwei Profile, und in beiden Fällen ein Angebot, das ohne die Bewilligung nicht existieren würde. Beide werden hier an denselben Kriterien gemessen wie die ausländischen Marken daneben – nur mit dem Unterschied, dass bei ihnen die Bewilligung tatsächlich greift.

Swisslos Sporttip: der Veranstalter mit dem grössten Vertragsgebiet

Sporttip ist das Sportwettenprodukt von Swisslos, der Interkantonalen Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel. Die Rechtsgrundlage ist die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen, daneben gelten die Veranstalterbewilligung und die Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz; beaufsichtigt wird das Ganze von der Gespa. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.

Die Limiten sind für den Alltag grosszügig und für Systemspieler eng: CHF 1 Mindesteinsatz, CHF 1’000 Höchsteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten, CHF 10’000 für eine Systemwette. Dass Swisslos die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern kann und eine Wette über der Limite gar nicht annimmt, ist der Satz, der in den Bedingungen am meisten Gewicht hat.

Sporttip begleitet die Wette über den Schein hinaus. Der Kombiboost gilt nur online – Prematch, Live und Systemwetten – und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn steigt mit der Zahl der Voraussagen, Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert – und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Die sperrige Kehrseite dieser Funktionen: Sie sind keine Geschenke, sondern Anreize mit Bedingungen, und die Bedingungen sind online zu finden und offline zu vergessen. Wer den Schein im Verkaufsstellenbereich ausfüllt, spielt an diesen Erhöhungen vorbei.

Eine Regel, die kein ausländischer Rechner kennt, betrifft Kombinationen aus derselben Veranstaltung. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden bei Sporttip nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Ein Quotenrechner multipliziert diese Beine anstandslos. Der Schweizer Veranstalter tut es nicht.

Dazu kommt der Cash-Out mit seiner eigenen Nüchternheit: Der Cash-Out-Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss ihn nicht für alle Wetten anbieten. Das ist der ehrlichste Satz im ganzen Funktionskatalog – ein Notausgang, der weniger kostet als der Verlust und weniger einbringt als der Gewinn, und dessen Preis sich mit jeder Spielminute bewegt.

Der Reingewinn wird aus Einsatz mal Quote errechnet und zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen abgerundet. Wettbar sind Personen ab 18 Jahren; wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Auch die Spielzeit ist definiert: die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit, wobei Verlängerung und Penaltyschiessen nur zählen, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind.

Die Bewilligung ist der Punkt, an dem dieses Angebot alles schlägt, was daneben steht, und der Kombiboost mit seiner Vier-Voraussagen-Hürde ist der Punkt, an dem es am ehrlichsten über sich selbst spricht: Ohne die Quote von je mindestens 1.50 zahlt er nichts.

Loterie Romande Jouez Sport: gedeckelte Gewinne, kleine Einsätze

Jouez Sport ist das Sportwettenprodukt der Loterie Romande, der Société de la Loterie de la Suisse Romande, mit Sitz an der Avenue de Provence 14 in Lausanne. Die Bewilligungslage ist dieselbe wie bei Sporttip – Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel unter dem Geldspielgesetz, Aufsicht durch die Gespa –, der Geltungsbereich nicht. Bedient werden die sechs Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Loterie Romande zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.

Die Einsätze sind niedriger angesetzt: online CHF 2 Mindesteinsatz, in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2, und höchstens CHF 500 für eine Einzel- oder Kombiwette. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.

Auf der Gegenseite stehen die Gewinndeckel, und sie sind die strengste Zahl im Schweizer Vergleich: höchstens CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette, höchstens CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombination muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Die Untergrenze von 1.10 ist die unterschätzte Regel. Sie schliesst die Kombination aus vielen kleinen Favoritenquoten aus, die in ausländischen Rechnern als «sichere Bank» mit einer Gesamtquote von 1.60 erscheint. Die Obergrenze von 100’000 macht aus der Gesamtquote ebenfalls eine Prüfgrösse: Wer zehn Voraussagen mit hohen Einzelquoten stapelt, kann sie rechnerisch überschreiten – und dann hilft kein Nachrechnen mehr, sondern nur noch das Kürzen des Scheins.

Wer mit kleinen Beträgen spielt und in der Westschweiz wohnt, findet hier die passendere Umgebung. Wer einen Treffer landen will, der über CHF 300’000 hinausgeht, wird in der Schweiz bei keinem Veranstalter fündig – und sollte das wissen, bevor er eine Systemwette mit zehn Beinen baut.

Die ausländischen Marken ohne Schweizer Bewilligung

Acht Namen, ein Bewilligungsstatus, und diesmal ist die Wiederholung keine Schwäche der Darstellung, sondern die Tatsache selbst. Keine dieser Marken hat eine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen hier Sportwetten veranstalten; eine ausländische Bewilligung – ob aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land – hat in der Schweiz keine Wirkung. Keine dieser Marken ist mit dem Schweizer Sperrregister verbunden, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und ihre Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und von Schweizer Telekom-Anbietern per DNS blockiert werden.

Wer Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung veranstaltet, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre oder eine Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Der Spielende wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden.

Dass die ersten beiden Namen der Liste früher anders standen, ist kein Zufall. Die Gespa nennt im Zusammenhang mit Domain-Hopping Interwetten und Bet-at-Home, und sie nennt bet365 als auf der Liste stehend. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt – die Sperrliste ist ein Werkzeug, das den Zugang verteuert und verlangsamt, nicht eines, das ihn schliesst.

22Bet: grosses Programm, kein Schweizer Titel

22Bet ist eine international breit aufgestellte Marke ohne Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Bewilligung hat hier keine Wirkung, eine Verbindung zum Schweizer Sperrregister besteht nicht, und ein Schweizer Rechtsweg bei Streitigkeiten fehlt. Die Domain kann auf der Sperrliste der Gespa landen.

Für einen Wettenden heisst das: Der Katalog ist breiter als der Schweizer, die Geografie der durchsetzbaren Rechte schmaler. Wer dort spielt, prüft vor dem ersten Einsatz in den eigenen Geschäftsbedingungen, was im Streitfall gilt und welche Limiten für ihn vorgesehen sind.

Der Titel fehlt, und kein noch so vollständiges Wettprogramm ersetzt ihn.

MyStake: Krypto-Zahlungswege und der Steuerfall daneben

MyStake gehört zur gleichen Gruppe: ohne Schweizer Bewilligung, ohne Anschluss an das hiesige Sperrregister, ohne Schweizer Rechtsweg, mit der Möglichkeit einer Aufnahme in die Sperrliste. Eine Bewilligung aus einem anderen Land hat in der Schweiz keine Kraft.

Dazu kommt ein Punkt, der selten bedacht wird. Bei einem Schweizer Veranstalter gehen Auszahlungen nur auf ein Konto im Namen des Kontoinhabers; bei ausländischen Anbietern ist die Steuerfrage eine andere, weil Gewinne aus ausländischen Grossspielen nach kantonaler Praxis – etwa der des Kantons Thurgau – vollständig steuerbares Einkommen sein können, unabhängig von der Höhe.

Ob das Angebot im Einzelfall günstiger ist, ist deshalb keine Rechnung über Quoten, sondern eine über den Wohnkanton.

Interwetten: der Name auf der Sperrliste

Interwetten ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, und diese Marke hat in der Schweiz eine Vorgeschichte: Die Gespa nennt sie im Zusammenhang mit Domain-Hopping, also dem Austausch blockierter Domains innert Stunden. Eine Schweizer Bewilligung hat das nicht geschaffen und wird es nicht.

Der praktische Wert dieses Umstands für einen Wettenden liegt nicht in der Moral, sondern in der Planbarkeit: Eine Marke, deren Domain wandert, ist keine Adresse, auf die man ein Konto über Jahre baut.

Wer trotzdem einen Vergleich anstellt, sollte die Limiten und die Bedingungen zur Auszahlung in den eigenen Geschäftsbedingungen nachlesen, bevor der erste Schein läuft.

IviBet: viel Markt, harte Kante bei der Erstattung

IviBet steht auf derselben Seite der Trennlinie: keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrlisten-Risiko. Eine Bewilligung aus einem anderen Land bleibt für Schweizer Verhältnisse wirkungslos.

Auf solchen Plattformen ist das Wettprogramm oft der Grund für die Anmeldung, und die Auszahlungsbedingungen sind der Grund für die erste Beschwerde. Wer dort Wetten platziert, sollte vorher die Regeln zur Wettgültigkeit lesen – bei Sporttip etwa kostet eine abgesagte und nicht innert 48 Stunden nachgeholte Begegnung die Einzelwette, während in der Kombination nur das eine Bein mit Quote 1.00 gewertet wird. Solche Regeln unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter, und keine davon ist selbstverständlich.

Das Wettprogramm ist kein Ersatz für einen Titel, und der Titel fehlt.

bet365: auf der Liste, die Schweizer Telekom-Anbieter bedienen

bet365 gehört zu den ausländischen Marken, die in der Schweiz keine Bewilligung haben. Die Gespa nennt sie als auf der Sperrliste stehend; blockierte Domains werden per DNS über Schweizer Telekom-Anbieter gesperrt und innert Stunden ersetzt. Eine Schweizer Bewilligung, ein Zugang zum Sperrregister oder ein Schweizer Rechtsweg bestehen nicht.

Das ist die unangenehmste Konstellation für einen Wettenden, der sich auf ein Produkt verlässt: Die Erreichbarkeit hängt an einer Liste, die viermal im Jahr anders aussieht.

Wer die Marke dennoch prüft, prüft am besten zuerst die Fragen, die ein Quotenrechner nicht stellt – Limiten, Auszahlungsweg, Vertragspartner des Kontos.

BC.Game: Krypto-DNA, keine Spur in der Schweiz

BC.Game ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Damit gilt, was für alle acht Namen in diesem Abschnitt gilt: keine Wirkung einer ausländischen Bewilligung, kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf die Gespa-Sperrliste kommen.

Wer über Krypto einzahlt, verliert zusätzlich den Bezug zum Schweizer Kontenschutz: Bei einem bewilligten Schweizer Veranstalter gehen Auszahlungen nur auf ein Konto im Namen des Kontoinhabers, und Kredite an Spielende sind verboten. Ist ein Guthaben ausserhalb dieses Rahmens geparkt, gibt es keine Stelle in der Schweiz, die es zurückholt.

Die Limiten, die bei einem Schweizer Veranstalter eine Woche vor dem Verlust stoppen, hat hier niemand gesetzt.

Bruce Bet: kleinere Marke, dieselbe Bewilligungslage

Bruce Bet gehört zur zweiten Reihe der ausländischen Anbieter und teilt deren Bewilligungsstatus vollständig: keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrlisten-Risiko. Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung.

Kleine Marken haben ein Muster, das man kennen sollte: Die eine Zahl, die auf dem Wettschein steht, ist gepflegt, und die Bedingungen dahinter sind selten gelesen. Der Rat ist unspektakulär und wirkt: Bevor mehr als ein Testeinsatz läuft, gehören Limiten, Mindestquote und Auszahlungsweg auf den Tisch.

Ohne Bewilligung bleibt es ein Ausflug, nicht ein Konto.

GG.BET: breite Abdeckung, dieselbe Sperrlisten-Gefahr

GG.BET ist die letzte Marke dieses Feldes und trägt keinen Schweizer Titel. Keine Schweizer Bewilligung, kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann blockiert werden. Nur Sports – Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind in der Schweiz ohnehin nicht erlaubt, und die Liste der bewilligten Wettarten ist hier geschlossen.

Das Bemerkenswerte an diesem ganzen Abschnitt ist, wie wenig sich die acht Porträts in der Bewilligungsfrage unterscheiden und wie sehr sie sich in allem unterscheiden, was ein Wettender tatsächlich spürt: Zahlungswege, Bearbeitungszeiten, Regelwerk bei Ausfällen, Limiten. Genau dort liegt die interessante Frage. Die Antwort auf sie steht nicht auf der Liste, sie steht in den Bedingungen.

Was der Rechner am Ende nicht beantwortet

Es gibt eine Sorte Wette, die kein Rechner zeigt, weil sie gar nicht in sein Feld passt: diejenige, die nicht hätte platziert werden sollen. Der Rechner multipliziert Quoten. Er weiss nicht, dass die Wette auf ein Ereignis läuft, das nicht in der Zusammenstellung der Gespa steht, und er weiss nicht, dass die Limite eines Schweizer Veranstalters bei CHF 10’000 liegt – oder weit darunter.

Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Für Gratisspielguthaben und Gratiskredite braucht der Veranstalter die vorgängige Zustimmung der Gespa. Bonusbeträge und Bonusbedingungen kommen ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters, und dort gehört die Prüfung hin: Wie hoch ist die Mindestquote, wie hoch der Mindestumsatz, bis wann gilt die Aktion, was passiert bei einem Cash-Out.

Die schärfste Formulierung dieses Themas ist eine Rechnung, die jeder selbst anstellt. Ein Rechner sagt, wie viel eine Wette zurückbringt. Ob der Einsatz zum Monatsbudget passt, sagt er nicht. Ob die Limite hoch genug gesetzt ist, um eine schlechte Woche zu bemerken. Ob die Spielsperre hinterlegt ist, bevor man sie braucht. Ob das Konto bei einem Anbieter liegt, dessen Titel in der Schweiz gilt. Wer diese fünf Fragen vor dem ersten Schein beantwortet, braucht den Rechner nur noch für die einfachste davon.

Ein Quotenrechner ist ein ehrliches Werkzeug, solange man ihn für das hält, was er ist: eine Prüfung der eingegebenen Zahl, nicht eine Prüfung der Entscheidung.

Häufige Fragen zum Quotenrechner

Wie wird der Reingewinn einer Sportwette aus Einsatz und Quote berechnet?

Der Reingewinn ergibt sich als Einsatz multipliziert mit der Quote minus eins. Bei einem Einsatz von CHF 20 auf eine Quote von 2.10 bleibt also ein Reingewinn von CHF 22. Der Rückfluss von CHF 42 ist nicht der Gewinn; die Differenz zum Einsatz ist es.

Wie unterscheiden sich Dezimal-, Bruch- und US-Quoten, und wie rechnet man sie um?

Es sind drei Schreibweisen derselben Quote. Eine Dezimalquote von 1.40 entspricht der Bruchquote 2/5 und der US-Quote −250; bei Minuszeichen müssen 250 Einheiten gesetzt werden, um 100 Gewinn zu erzielen. Eine Dezimalquote von 5.50 entspricht 9/2 und +450, also 4.50 Gewinn je 1 Einsatz.

Wie wird die Gesamtquote einer Kombiwette berechnet, und warum sinkt die Trefferchance mit jeder weiteren Voraussage?

Die Einzelquoten werden multipliziert, der Einsatz gilt für die gesamte Wette, und gewonnen ist sie nur, wenn jedes einzelne Ereignis richtig getippt wurde. Quoten multiplizieren sich, Wahrscheinlichkeiten ebenfalls – aber als Produkte kleiner Einser-Werte. Drei Beine zu je etwa 1.95 ergeben eine Gesamtquote nahe 7.4 und eine Trefferchance von rund zwei Prozent.

Was ist eine Systemwette, und wie viele Einzelwetten stecken etwa in einer Trixie?

Eine Systemwette fasst mehrere ähnliche Kombinationswetten zusammen und wird als «X aus Y» angegeben; jede entstehende Kombination heisst Wettreihe. Eine Trixie über drei Voraussagen enthält drei Zweier-Kombinationen und eine Dreier-Kombination, also vier Wettreihen – mit ebenso vielen Einsätzen, dafür mit Rückfluss möglich, wenn eine Voraussage fehlgeht.

Welche Mindest- und Höchsteinsätze gelten bei Sporttip und Jouez Sport?

Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000, für Systemwetten bei CHF 10’000. Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3 und für Multiples CHF 2, der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500.

Zeigt ein Quotenrechner die Marge des Anbieters, und was bedeutet sie für den Erwartungswert auf lange Sicht?

Ein üblicher Quotenrechner zeigt sie nicht. Die Marge ist 100 % minus der Auszahlungsquote eines Marktes; bei zwei Ausgängen zu je 1.90 liegt sie bei rund 5,3 %. Über viele Wetten kostet sie im Mittel etwa diesen Anteil des Umsatzes – eine statistische Erwartung, keine Vorhersage für einen einzelnen Abend.

Inhalt erstellt vom Team «seriosewetten»