Sportwetten Prognosen 2026 – vom Datenblatt zur Quote und zurück

Updated Oktober 2026
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Ein Notizbuch mit handschriftlichen Spalten und ein Kugelschreiber neben einem Taschenrechner, Licht einer Schreibtischlampe

Eine Prognose ist keine Vorhersage. Sie ist eine Rechnung, die sagt, was ein Ereignis wahrscheinlich kostet – mehr nicht. Wer das verwechselt, hält eine Quote für ein Angebot und ein Datenblatt für eine Garantie. Genau in dieser Verwechslung liegt der teuerste Satz, den ein Wettender auf seinen Wettschein schreiben kann: «Das ist sicher.»

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

In der Schweiz kommt eine zweite Eigenheit hinzu, die es so in fast keinem anderen Markt gibt. Sportwetten darf hier nur anbieten, wer eine eidgenössisch-interkantonale Bewilligung hält, und das sind genau zwei Veranstalter: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Jeder von ihnen darf sein Angebot nur im eigenen Vertragsgebiet anbieten. Das ist keine Marktlücke, die jemand später füllt. Es ist die Rechtslage.

Stand: Oktober 29, 2026, abgeglichen mit dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) und den veröffentlichten Bewilligungen der Gespa.

Was eine Sportwetten-Prognose überhaupt ist

Eine Prognose ist ein Satz mit zwei Teilen. Der erste Teil beschreibt ein Ereignis und schätzt, wie oft es in vergleichbaren Fällen eingetreten ist – aus Torverhältnissen, Formkurve, Aufstellungen, Verletzungen, Heimvorteil, Tabellensituation. Der zweite Teil vergleicht diese Schätzung mit einer Quote. Erst dieser Vergleich macht aus einer Meinung eine Entscheidung, denn eine gute Einschätzung auf eine schlecht bezahlte Quote ist ein schlechtes Geschäft.

Ein Laubengang mit Kopfsteinpflaster in der Dämmerung, einzelne Laternen leuchten warm unter den Bögen
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet.

Das ist die ganze Mechanik, und sie ist unspektakulär. Wer eine Prognose liest, liest eine Wahrscheinlichkeitsschätzung mit einer Begründung. Wer eine Prognose kauft, kauft die Begründung mit.

Statistik ist der Ausgangspunkt, nicht das Ergebnis

Zahlen erzählen selten, was sie zu erzählen scheinen. Ein Team mit fünf Siegen aus fünf Spielen kann dabei viermal gegen die schwächsten Gegner der Tabelle gewonnen haben. Die Zahlen stimmen, ihre Aussage nicht. Wer eine Prognose ernst nimmt, fragt deshalb nicht nur, wie viele Tore gefallen sind, sondern gegen wen, zu Hause oder auswärts, mit welcher Aufstellung und in welchem Rhythmus. Ein Tabellenplatz ist eine Momentaufnahme, keine Rangfolge der Stärke.

Dass die Statistik der Ausgangspunkt ist, heisst nicht, dass sie der Endpunkt wäre. Ein Fussballspiel hat 90 Minuten reguläre Spielzeit plus Nachspielzeit – und wer bei Sporttip auf das Ergebnis wettet, wettet genau darauf. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur mit, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder wenn sie selbst Gegenstand der Wette sind. Ein Tor in der 120. Minute einer Pokalpartie darf also nicht in eine Prognose hineingerechnet werden, die auf die reguläre Spielzeit zielt. Das ist keine Spitzfindigkeit, sondern der Punkt, an dem zwei völlig richtige Zahlen zu einem falschen Schluss führen.

Die Formkurve altert schneller als die Saison

Form ist ein kurzes Gedächtnis. Sie bildet die letzten Wochen ab, den Rhythmus und die Zuversicht einer Mannschaft, nicht ihre Qualität über ein halbes Jahr. Das verleitet zu zwei Fehlern in entgegengesetzte Richtungen. Die einen behalten ein Urteil aus dem September bis in den März, als hätte sich nichts verändert. Die anderen werfen ein halbes Jahr Arbeit weg, weil eine Mannschaft zweimal in einer englischen Woche verloren hat.

Die Wahrheit liegt beim Einzelnen. Eine Verletzung, die eine zentrale Position über Wochen entwertet, ist ein starkes Signal. Drei Spiele mit einem späten Gegentor sind Rauch. Prognosen, die auf Rauch gebaut werden, sehen plausibel aus und stehen auf nichts.

Wie aus Daten eine Quote wird und was am Ende davon ankommt

Eine Quote ist ein Preis. Sie sagt, wie viel der Veranstalter einem Wettenden für einen Einsatz zurückgibt, wenn die Wette gewinnt, und sie sagt damit auch, wie viel er selbst zurückbehält. Beides gehört zusammen, weil in jedem Franken, der auf einem Markt liegt, die Marge des Veranstalters schon eingerechnet ist.

Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Danach folgt eine kaufmännische Eigenheit, die viele nicht kennen: Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und anschliessend auf 5 Rappen genau abgerundet.

Ein Beispiel, das nichts über ein reales Ereignis aussagt: 30 Franken auf eine Quote von 2,10 ergeben 63 Franken; nach der Aufrundung auf zwei Nachkommastellen und der Abrundung auf 5 Rappen bleiben genau die 63 Franken übrig, weil die Zahl glatt aufgeht. Kritisch wird es bei krummen Beträgen: 17,50 Franken auf 1,90 ergeben 33,25 Franken. 33,25 liegt schon auf einem 5-Rappen-Raster, es wird also nichts abgeschnitten. Erst bei einem Einsatz von 17 Franken auf 1,93 – 32,81 Franken – greift die Abrundung und macht 32,80 daraus. Ein Rappen, ein halber Rappen, auf tausend Wetten eine Summe. Der Punkt ist nicht der eine Rappen. Der Punkt ist, dass die Stellschraube in den Regeln des Veranstalters liegt und nicht in der Prognose.

Die Marge, oder warum zwei Quoten von 1.90 kein faires Geschäft sind

Die Auszahlungsquote eines Marktes – im Wettgeschäft auch Quotenschlüssel genannt – lässt sich ausrechnen, sobald man alle Quoten dieses Marktes kennt. Sie beträgt 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten. Die Marge ist der Rest auf 100 %.

Für einen illustrativen Zwei-Wege-Markt, wie er in einem Tennisspiel oder in einem Handballspiel vorkommt, mit je einer Quote von 1.90 auf beide Seiten: Die Kehrwerte sind 1 geteilt durch 1,90, also zweimal rund 0,5263. Die Summe liegt bei etwa 1,0526, der Kehrwert daraus bei rund 0,95. Die Auszahlungsquote dieses Beispiels beträgt also ungefähr 95 %, die Marge bewegt sich in einem Korridor zwischen ca. 2 % und 8 % des Einsatzes. Das ist eine Beispielrechnung, kein notierter Preis, und die wirkliche Marge hängt davon ab, wie viele Ausgänge der Markt hat und wie der Veranstalter ihn stellt: Bei drei Ausgängen mit denselben Quoten fällt sie deutlich höher aus, bei einem schmalen Zweifach-Markt mit 1,95 auf beiden Seiten fällt sie deutlich niedriger aus – dort liegt die Auszahlungsquote bei etwa 97,5 %.

Zwei Zahlen, die zusammengehören: Auszahlungsquote und Marge ergeben zusammen 100 %. Wer also 95 % als Auszahlungsquote liest, liest denselben Markt wie jemand, der 5 % als Marge liest. Es ist kein Zufall, dass die zweite Zahl seltener gedruckt wird.

Was folgt daraus für einen einzelnen Schein? Nichts Dramatisches und nichts Harmloses. Auf einen einzelnen Fünffranken-Schein sind 25 Rappen Marge kein Thema. Über ein Jahr und ein paar hundert Wetten ist es der Grund, warum aus einer Serie guter Prognosen am Ende trotzdem ein Minus werden kann. Die Marge ist der Preis für die Teilnahme, und sie ist die einzige Grösse im ganzen Geschäft, die der Wettende nicht beeinflussen und nicht prognostizieren kann.

Aktuelle Prognosen zu lesen heisst, den Unterschied zwischen Information und Rauschen zu erkennen

Wer heute nach Sportwetten-Prognosen sucht, findet Listen, Bewertungen und Empfehlungen in einer Menge, die kein Mensch prüfen kann. Der nützliche Teil dieser Seiten ist nicht die Empfehlung. Es ist die Information, die ausdrücklich dabeisteht: Aufstellungsmeldungen, Sperren, Wetter, Reisestrapazen, ein Trainerwechsel, eine Statistik mit einer benannten Grundgesamtheit. Was fehlt, ist genauso aussagekräftig: Eine Prognose ohne Angabe, worauf sie beruht, ist eine Meinung mit einer Quote daneben.

Prognosen für heute: der Zeitdruck ist das Produkt

Für Prognosen, die heute Abend schon entschieden sind, ist der Wert einer Information eine Frage von Minuten. Eine Aufstellungsmeldung eine Stunde vor Anpfiff bewegt eine Quote mehr als eine Analyse von vorgestern. Wer live wettet, handelt deshalb in einem anderen Rhythmus. Bei Sporttip gilt eine Livewette unabhängig davon, ob das Ereignis überhaupt live übertragen wird – die Wette steht, auch wenn niemand zusieht. Und in spielentscheidenden Situationen, bei einem Elfmeter, einer Roten Karte, einem Videoschiedsrichter-Entscheid, kann Swisslos Wetten mit der Quote 1.00 werten. Ein Schein, der in solchen Sekunden abgeschickt wird, kann also zurückkommen, statt zu laufen. Der Zeitdruck, den Livewetten erzeugen, ist keine Nebenwirkung. Er ist die Verkaufsbotschaft.

Prognosen über eine Saison: Geduld statt Tempo

Über eine ganze Saison dreht sich das Verhältnis um. Niemand braucht eine Meldung von heute, wenn er im August eine Abschlusstabelle schätzt. Dafür zählen Dinge, die sich langsam entfalten: Kaderbreite, Belastung durch mehrere Wettbewerbe, Kontinuität auf der Trainerbank. Langfristwetten sind für geduldige Leser gemacht. Sie sind auch die Wetten, bei denen sich ein Cash-Out am ehesten anbietet – vorausgesetzt, der Veranstalter bietet ihn überhaupt an.

Wie Prognosen im Tabellenkeller aussehen

Der Kampf gegen den Abstieg und der Kampf um Europa sind die Märkte, in denen Prognosen am unzuverlässigsten sind, und das hat einen strukturellen Grund. Am Ende einer Saison spielen Mannschaften mit unterschiedlicher Dringlichkeit, mit Rotation und manchmal mit einem halben Auge woanders. Eine Statistik aus der Hinrunde beschreibt ein anderes Team als das, das im Mai aufläuft. Wer hier eine Prognose liest, liest fast immer über Motivation und fast nie über Qualität.

Warum Prognosen-Serien und «heisse Tipps» nichts beweisen

Eine Prognose kann nicht eintreten, sondern nur gut oder schlecht begründet sein. Eine Serie richtiger Ergebnisse beweist nichts, weil aus Tausenden abgegebenen Prognosen fast jede Serie zufällig entsteht und nur die richtigen hinterher erzählt werden. Der unbequeme Teil: Eine schlechte Prognose kann gewinnen und eine gute verlieren. Wer nach Ergebnissen statt nach Begründungen bewertet, lernt deshalb nichts – ausser, dass der Markt kurzfristig grausam effizient mit dem Zufall umgeht.

Was der Zufall mit einer guten Prognose macht

Nach jedem Spieltag gibt es zwei Sorten Kommentar. Die eine erklärt, warum die Prognose richtig war. Die andere erklärt, warum sie falsch war. Beide tun dasselbe: Sie behandeln ein einzelnes Ergebnis so, als hätte es die Schätzung davor widerlegt oder bestätigt.

Besonders klar wird das an einem Zwei-Wege-Markt mit je 1.90. Rechnerisch steckt darin ungefähr eine 95-prozentige Auszahlungsquote; auf die Favoritenseite umgerechnet entspricht das einer Eintrittswahrscheinlichkeit von etwa 53 %. Wer diese 53 % auf einen einzelnen Schein setzt, muss damit rechnen, dass er in knapp jedem zweiten Fall verliert. Diese zweite Zahl wird ständig vergessen, obwohl sie in der ersten schon steckt.

Auf tausend Wetten sieht der Leser dagegen etwas anderes: Die Abweichung schrumpft, und dann zeigt sich langsam, ob seine Einschätzungen besser waren als die des Marktes. Ein Spieltag ist ein Münzwurf. Ein Jahr ist eine Messung. Das ist der einzige Grund, warum Budgetdisziplin überhaupt eine Rolle spielt – wer nach zwanzig Wetten aufhört, misst nie, sondern würfelt nur häufiger.

Value-Wetten: der Wert steckt in der Differenz, nicht in der Mannschaft

Von einer Value-Wette spricht man, wenn die eigene Schätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit über der liegt, die in der Quote steckt. Die Mannschaft ist dabei egal. Eine Quote von 3.00 entspricht einer vom Anbieter eingepreisten Wahrscheinlichkeit von rund einem Drittel; wenn ein Leser nach der Arbeit an den Zahlen dauerhaft glaubt, das Ereignis trete häufiger als in einem Drittel aller Fälle ein, dann hat er für sich einen Wert gefunden. Ob die Mannschaft gross oder klein ist, ob die Quote blumig oder langweilig aussieht, spielt dabei keine Rolle.

Der Test für einen Wert lässt sich in einem Satz formulieren, und er ist unangenehm. Wer nicht sagen kann, warum die Quote eines anderen klugerweise zu hoch ist, hat keinen Wert gefunden, sondern eine Meinung, die mit der des Anbieters übereinstimmt – nur weniger sorgfältig begründet. Die Quote ist selbst eine Information. Sie sagt nicht, was passieren wird; sie sagt, was der Markt vorher glaubt, und dieser Glaube ist die Grenze, an der sich jede eigene Schätzung messen muss.

Wert ausserhalb des Spielfelds: Boosts und Boni als eigene Rechenaufgabe

Manche Angebote verschieben den Wert nicht durch ein besseres Urteil über ein Spiel, sondern durch einen Zuschlag. Der Kombiboost von Sporttip gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit je mindestens 1.50 Quote. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen – wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind.

Hier lohnt der zweite Blick, und er ist der ganze Punkt dieser Sektion. Um 100 % Boost zu erreichen, braucht es fünfzehn Voraussagen mit mindestens 1.50 Quote, jede mit einem eigenen Risiko. Der Zuschlag ist proportional gebaut und die Hürde exponentiell. Wer mit einem Fünf-Spiele-Schein auf 5 % zielt, spielt ein anderes Geschäft als jemand, der den vierfachen Zuschlag will und dafür die Trefferquote von fünfzehn Ereignissen auf einmal tragen muss. Die Multiplikation der Quoten ist eine Multiplikation der Wahrscheinlichkeiten – mathematisch unvermeidlich.

Quotenboosts wiederum gelten nur online, nur für Prematch-Einzelwetten auf eine einzige Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Und: Bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer also einen Boost gesetzt hat und dann vorzeitig aussteigt, verliert genau den Vorteil, wegen dem er die Wette platziert hat. Das ist eine nachvollziehbare Regel. Es ist auch eine, die einen Anbieter davor schützt, beides zu zahlen.

Sind Sportwetten in der Schweiz erlaubt

Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit dem 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e), beaufsichtigt von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Nicht von der ESBK – die prüft Casinos und sonst nichts.

Eine Bewilligung besteht aus zwei Teilen: der Veranstalterbewilligung und einer Bewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS). Beide mit demselben Zusatz, der die ganze Debatte entscheidet: Sie gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS).

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Wer die Gespaltenheit des Landes kennt, erkennt die Logik sofort: Die Romandie fährt mit ihrer eigenen Lotteriegesellschaft, die Deutschschweiz und das Tessin mit der anderen. Der Nettogewinn fliesst in gemeinnützige Zwecke in den Kantonen (Art. 125 BGS). Man kann das für einen Klub von Provinzfürsten halten. Man kann es auch für die ehrlichste Form halten, in der ein Glücksspielmarkt betrieben werden kann. Sicher ist: Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Wettanbieter, weil es keine gibt.

Was im bewilligten Angebot stehen darf – und was nicht

Die erlaubten Wetten sind keine offene Menge, sondern eine geschlossene Liste. Die Gespa führt die bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Fassung vom 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden stehen darauf nur, wenn sie genannt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie genannt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet – und auf Trainingsläufe wird gar nicht gewettet. Eckball- und Kartenmärkte sucht man vergeblich, ebenso einen Esport-Bereich; esports taucht in der Liste nicht auf.

Wetten sind auf Sportereignisse beschränkt. Wer das Wetter, eine Wahl oder eine Fernsehshow bequoten möchte, wird in der Schweiz nicht fündig. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt (Art. 25 Abs. 2 BGS). Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, soweit der Veranstalter eine entsprechend lautende Entscheidung hat; das BGS sieht keine statutarische Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte vor.

Cash-Out ist nicht reguliert. Er ist die Funktion eines Veranstalters und wird als solche beschrieben. Bei Sporttip gibt es ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiger Ausstieg ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.

Ein Kontingent von zwei: was das für den Wettenden bedeutet

Wer im Vertragsgebiet von Swisslos wohnt, kann dort ein Online-Konto eröffnen; das Gebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Zur Online-Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.

Das ist der Preis des Modells, und er wird selten offen ausgesprochen. Ein geschlossener Markt mit zwei Anbietern bedeutet weniger Auswahl und weniger Quotenwettbewerb. Er bedeutet aber auch, dass es in diesem Land keinen Anbieter gibt, der einer Aufsicht entzogen ist. Ob 18 Jahre, Wohnsitz oder Aufenthalt, eine Ausweiskontrolle und eine Adressprüfung – das ist die Eintrittskarte, und sie ist nicht übertragbar.

Ausländische Anbieter: was eine Bewilligung ausserhalb der Schweiz hier wert ist

Eine ausländische Bewilligung – aus Curaçao, Malta, Deutschland oder sonst woher – entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Das ist keine Formalie, sondern der Kern des Ganzen. Jene Anbieter, die im Vergleich am Ende dieser Seite als Referenz stehen, sind ohne Schweizer Bewilligung am Markt. Sie sind dort, weil ihnen Schweizer Spielende begegnen, und sie werden nach denselben Kriterien bewertet wie die beiden bewilligten Veranstalter.

Der Unterschied liegt in vier Punkten, und alle vier betreffen den Wettenden in derselben Richtung. Solche Anbieter sind nicht an das Sperrregister angeschlossen, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg und keine Schweizer Aufsicht. Das Sperrregister sammelt die unbefristeten Spielsperren und gilt über Anbieter hinweg; wer dort steht, steht nicht dort. Und: Die Gespa kann Domains ausländischer Anbieter auf die Sperrliste setzen, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS sperren (Art. 86–93 BGS; erste Liste vom 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025). Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt – das sogenannte Domain-Hopping, das die Gespa selbst dokumentiert.

Was der Wettende nicht vergessen darf: Es gibt in der Schweiz kein Werkzeug, das Banken oder Kartengesellschaften dazu verpflichtet, Zahlungen an nicht bewilligte Wettseiten zu blockieren. Wer glaubt, die Bank fange das auf, glaubt an etwas, das nicht existiert.

Der ehrliche Rahmen ist unbequem für beide Seiten. Ohne Schweizer Bewilligung gibt es keinen Schweizer Schutz, kein Sperrregister, keinen Rechtsweg – und ausländische Gewinne sind nach der Steuerpraxis der Kantone steuerbar; Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als volles Einkommen. Mit Bewilligung gibt es vollen Schweizer Schutz, aber nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzpflicht und eine Verifizierung. Nichts davon ist die bequeme Option.

Was Werbung darf – und was für Sie als Werbung zählt

Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für Glücksspiele, die in der Schweiz nicht erlaubt sind, ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse bis CHF 500’000 geahndet (Art. 131 BGS). Eine Sperrstunde für Werbung gibt es nicht.

Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); im Jahr 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Bonusbeträge und Bedingungen stammen ausschliesslich aus den eigenen Bedingungen eines Veranstalters. Das ist der Grund, warum diese Seite jede Werbefloskel stehen lässt, wo sie hingehört: in der Anzeige.

Limiten, Sperren und das Recht, das träge zu sein

Spielerschutz ist in der Schweiz keine freiwillige Geste, sondern eine Bringschuld des Veranstalters – mit dem entscheidenden Detail, dass die Zahl nicht vom Staat kommt. Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen (Art. 87 VGS). Die Zahl setzt der Spielende selbst.

Bei Sporttip müssen vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Das Gesetz gibt 24 Stunden vor; Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Einen staatlich festgelegten Einzahlungsdeckel gibt es in der Schweiz nicht.

Diese 72 Stunden sind die eleganteste Regel im ganzen Schweizer System. Nicht weil sie streng wäre, sondern weil sie die impulsive Erhöhung von der Entscheidung trennt und beide überlebt. Wer nach einer schlechten Nacht seine Limite verdoppeln will, muss dieselbe Absicht drei Tage später noch haben. Das ist eine Frage, die sich in drei Tagen oft selbst beantwortet.

Die Spielsperre und das Register, das über sie hinaus wirkt

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre kann frühestens nach drei Monaten wieder aufgehoben werden (Art. 84 VGS), unter Beteiligung einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS).

Der sperrige Teil ist derselbe wie überall: Wer gesperrt ist und trotzdem spielt, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS). Der Anspruch verschwindet vollständig.

Aufklärung ist keine Zierde. Die Gespa hat 2025 Testkäufe durchgeführt: An Verkaufsstellen wurde in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Fast jede zweite Kontrolle scheitert an der Altersprüfung. Wer den Verkaufsstellen gute Arbeit zuschreibt, weil dort ja jemand hinter dem Tresen steht, sollte diese Zahl kennen. Und die Zahlen der Testkäufe sagen nichts über Online-Konten – dort greift die Ausweisprüfung, und die lässt sich nicht übersehen.

Wetten als Prognose mit Budget: die einzige Grösse, die Sie kontrollieren

Wetten ist kein Einkommen, und der Grund ist rechnerisch, nicht moralisch. Der Erwartungswert eines wettenden Spielers ist negativ, solange seine Schätzung nicht dauerhaft besser ist als die des Marktes, ausgedrückt in der Quote. Wer das akzeptiert, kann trotzdem Spass daran haben. Wer es nicht akzeptiert, verliert Geld und sucht danach den Fehler bei der Prognose.

Bei Swisslos gibt es weitere Stellschrauben, die in dieselbe Richtung zeigen. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000, für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Regelungen wie diese ändern sich, und ein Wettender, der eine Wette sieht und nicht glaubt, was auf dem Schein steht, hat schlicht nicht die gültige Fassung vor sich.

Ein Budget, das man nicht fühlt: die Spielguthaben-Schranken

Spielguthaben auf dem Swisslos-Wallet lässt sich per Online-Zahlungsmöglichkeit oder per Einzahlungsschein kaufen, mit einem Mindestbetrag von CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Swisslos bietet dafür unter anderem PostFinance Pay an; die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt.

Das ist die Grenze, an der die meisten Wetten auf Personenschutz treffen. Ob man bei einem Anbieter oder an einem Verkaufsschalter spielt, in einem oder über zehn Konten: Wer seine Verlustlimite verdoppeln will, braucht zuerst drei Tage.

Auszahlungen folgen ihrem eigenen Rhythmus. Innerhalb von 365 Tagen zahlt Swisslos Spielguthaben zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus. Ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % anfallen; die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut. Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen. Auszahlungen und Guthaben gehen nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers (Art. 50 Abs. 2 VGS) – anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettangebot nicht, und Kredit an Spielende ebenfalls nicht (Art. 75 Abs. 1 BGS).

Warum Wetten kein Einkommen ist

Drei Dinge brechen den Gedanken an ein Einkommen aus Wetten: die Marge in jedem Markt, die Varianz auf kurzer Strecke und die Tatsache, dass nur der Anbieter strukturell auf der Seite der Marge steht. Wer aus einem Gewinn einen Plan macht, plant mit einer Zahl, die in der nächsten Woche nicht mehr existiert.

Und der Fiskus hilft nicht. Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn und werden nur darüber besteuert; der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Die kantonalen Freibeträge weichen ab – je nach Kanton, und keine einzelne kantonale Zahl darf hier für alle stehen. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Ein typischer Wettender gewinnt weit unterhalb dieser Schwelle: kein Anteil an der Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn. Das ist allgemeine Information. Wer die eigene Situation kennt, fragt Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung.

Was bei einer Prognose schiefgeht – und was zuerst

Man lernt mehr darüber, wie eine Prognose funktioniert, wenn man sieht, was passiert, wenn Zeug dazwischenkommt. Swisslos zahlt Wetten nicht aus, wenn das Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt wird. Die Wette ist dann ungültig; bei Einzelwetten wird der Einsatz zurückbezahlt, in einer Kombination erhält die Voraussage die Quote 1.00.

Dann die Frist, an der Gewinne verfallen. Sporttip-Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Wer eine Wette über längere Zeit liegen lässt, verliert sie nicht durch Pech, sondern durch Zeit. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben.

Bleibt der unangenehmste Fall, der keinen Regelverstoss voraussetzt. Fällt in einer Pokalpartie das entscheidende Tor in der Verlängerung, zählt es nicht in eine Wette auf die reguläre Spielzeit, und eine Prognose, die darauf gebaut war, ist nicht falsch geworden – sie hat nur eine andere Frage beantwortet. Genau so verhält es sich mit dem Video-Entscheid in einer Livewette und mit der Annullierung einer Kombination, deren Voraussagen voneinander abhängig sind. Das ist der eigentliche Grund, warum die Regeln eines Veranstalters zur Prognose gehören: Wo eine Wette endet, endet auch die Aussage einer Analyse.

Die zehn Anbieter im Vergleich

Ein Vergleich klingt nach einer Frage von Geschmack. Er ist eine Frage davon, was ein Anbieter überhaupt sein darf. In der Schweiz sind es zwei bewilligte Veranstalter und eine Gruppe ausländischer Marken ohne Schweizer Bewilligung. Diese zwei Gruppen gehören nicht in einen Topf. Wer sie mischt, erzählt die eine Geschichte, die in diesem Land nicht stimmt – dass ein ausländischer Anbieter in der Schweiz «auch legal» sei. Er ist es nicht.

Der folgende Überblick nennt zu jeder Marke den Bewilligungsstatus und die Bewilligung, über die berichtet wird. Kein Platz in dieser Gruppe ist ein Qualitätszeichen, und der Befund für die meisten Marken ist derselbe: keine Schweizer Bewilligung, und die angeführte Bewilligung entfaltet hier keine Wirkung.

Anbieter Bewilligung in der Schweiz Veranstalter oder berichtete Bewilligung
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel, unter Aufsicht der Gespa
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51) Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande, unter Aufsicht der Gespa
Betscore Keine Schweizer Bewilligung Berichtete Bewilligung nicht erstellt; ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Duelbits Keine Schweizer Bewilligung Berichtete Bewilligung nicht erstellt; ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Gamdom Keine Schweizer Bewilligung Berichtete Bewilligung nicht erstellt; ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)
X3Bet Keine Schweizer Bewilligung Berichtet: Tobique (Kanada); ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Sportuna Keine Schweizer Bewilligung Berichtete Bewilligung nicht erstellt; ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Rainbet Keine Schweizer Bewilligung Berichtete Bewilligung nicht erstellt; ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Fezbet Keine Schweizer Bewilligung Berichtete Bewilligung nicht erstellt; ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)
BDMBet Keine Schweizer Bewilligung Berichtete Bewilligung nicht erstellt; ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)

Was diese Tabelle nicht zeigt, ist der eigentliche Unterschied. Die beiden Bewilligungen sind kantonal-interkantonale Konstruktionen: Sie verpflichten den Veranstalter zu Verlustlimiten, zu einem Anschluss an ein Register, zu einer Alterskontrolle bei der Registrierung und zu einem Rechtsweg in der Schweiz. Eine Bewilligung in einem anderen Land verpflichtet niemanden hierzulande zu irgendetwas. Die Spalte daneben sagt, wem gegenüber sich ein Anbieter verantwortet. Das ist die entscheidende Information, und sie lässt sich nicht in eine Quote umrechnen.

Die bewilligten und die ausländischen Anbieter im Einzelnen

Bewertet wird, was nachprüfbar ist: Bewilligungsstatus, Teilnahmebedingungen, Limiten, Auszahlungswege.

Swisslos Sporttip: Bewilligung, Vertragsgebiet und ein Limitensystem mit Geschichte

Swisslos ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel. Sie veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); das Sportwettprodukt heisst Sporttip. Die Veranstalterbewilligung und die Spielbewilligung nach BGS unterstehen der Aufsicht der Gespa.

Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer ausserhalb wohnt, bekommt kein Online-Konto. Das ist nicht Arroganz, sondern die Grenze eines Modells.

Bemerkenswert ist, wie dicht die Regeln am Alltag sitzen. Ein Wettereignis, das abgesagt wird und nicht fristgerecht nachgeholt wird, macht die Wette ungültig. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung dürfen nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert werden; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die gesamte Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten, und Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Wetten lassen sich online über den Webauftritt von Swisslos oder über die Sporttip App für iOS und Android abgeben; in der App zusammengestellte Wetten können per QR-Code an einer Sporttip Verkaufsstelle gespielt werden. Der reguläre Markt ist damit auch jemandem zugänglich, der das Spiel lieber analog abschliesst.

Für den, der eine Prognose ernsthaft als Beschäftigung mit Zahlen betreibt, ist das das umfangreichste zugängliche Angebot des Landes – mit einer geschlossenen Liste von Sportarten und Wettarten als Preis dafür. Die Tabelle der Gespa bestimmt, was überhaupt bequotet wird; welche Märkte im Einzelnen gerade offen stehen, zeigt das Wettprogramm.

Loterie Romande Jouez Sport: sechs Kantone, ein hoher Gewinnrahmen

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.

Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Diese Zahlen verdienen einen Moment, weil sie zeigen, wie unterschiedlich zwei Anbieter in einem gemeinsamen Rechtsrahmen ihre Grenzen ziehen können. Eine Obergrenze von CHF 300’000 pro Wette mit einer Gesamtobergrenze von CHF 1’000’000 für ein einziges Multiple ist kein Schutzmechanismus, sondern ein Bekenntnis dazu, wo die Verantwortung des Hauses endet: bei der Zahlung. Wer eine Kombination aus zehn Voraussagen spielt, kann rechnerisch gegen eine Million Gewinn laufen und weiss zumindest vorher, an welcher Wand er steht. Die Untergrenze von 1.10 schliesst gleichzeitig die absurd kurzen Wetten aus, die eine Quote praktisch in eine Einzahlung verwandeln.

Für die Romandie ist das Angebot damit das nächstliegende und im Rahmen einer gewöhnlichen Prognose reichlich grosszügig. Ob die praktische Bedienung die andere ist – Konto, App, Wettprogramm –, prüft man in ihren eigenen Bedingungen. Der Gewinnrahmen ist ihre Zahl, und sie ist beachtlich.

Betscore: ohne Schweizer Bewilligung

Betscore gehört zur zweiten Gruppe. Es liegt keine Schweizer Bewilligung vor – Sportwetten dürfen in der Schweiz nur Swisslos und die Loterie Romande anbieten. Eine über die Marke berichtete Bewilligung ist nicht erstellt, und was nicht erstellt ist, entfaltet hier keine Wirkung (Art. 4 BGS). Die Marke ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, es besteht kein Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS gesperrt werden.

Wer solche Angebote nutzt, muss die Kontrolle selbst tragen: Hausregeln lesen statt Aufsicht erwarten, Auszahlungswege vorher prüfen, Streitfälle ohne Schweizer Instanz durchstehen. Wenn in diesem Abschnitt nichts über einen Faktor wie Limiten oder eine bestimmte Zahlungsmethode steht, sagt das nichts darüber aus, ob Betscore sie hat – die Angaben der Marke sind dafür die richtige Quelle.

Duelbits: ohne Schweizer Bewilligung, im Übrigen unbewertet

Duelbits liegt derselbe Befund vor: keine Schweizer Bewilligung, eine berichtete Bewilligung nicht erstellt (Art. 4 BGS), kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste und DNS-Sperre als mögliche Folge.

Bei Marken wie dieser ist eine Regel wichtiger als jede Bewertung: Was auf der eigenen Seite als Lizenz ausgewiesen wird, lässt sich hier nicht durchsetzen. Was Duelbits an Limiten, Auszahlungswegen oder Zusagen sonst zusichert, steht in seinen eigenen Bedingungen und nur dort.

Gamdom: ohne Schweizer Bewilligung, gleiche Bewertungsgrundlage

Auch für Gamdom gilt: keine Schweizer Bewilligung, berichtete Bewilligung nicht erstellt, keine Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS), keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche Sperrliste und DNS-Sperre.

Eine leere Stadiontribüne bei Sonnenaufgang aus der Ferne, lange Schatten fallen über die Sitzreihen
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.

Was hier über Gamdom fehlt, fehlt an derselben Stelle bei anderen Marken der Gruppe: Zürich prüft nicht mit. Wer ein Konto bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung eröffnet, verlässt den Schweizer Rechtsweg in dem Moment, in dem er den ersten Franken einzahlt.

X3Bet: berichtete Bewilligung ausserhalb der Schweiz

X3Bet unterscheidet sich in einem Detail von den übrigen Marken der Gruppe. Hier ist eine Bewilligung berichtet: Tobique in Kanada. Auch diese entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Im Übrigen liegt derselbe Befund vor: keine Schweizer Bewilligung, kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche Aufnahme in die Sperrliste mit DNS-Sperre.

Bemerkenswert ist der Unterschied zu den Marken ohne Angabe: Eine Bewilligung in einem anderen Land ist wenigstens eine nachprüfbare Angabe. Sie hilft nur niemandem in der Schweiz, weil die Aufsicht, an die man sich wenden könnte, hier nicht liegt.

Sportuna: ohne Schweizer Bewilligung

Sportuna zählt zur Gruppe ohne Bewilligung dieses Landes: keine Schweizer Bewilligung, eine berichtete Bewilligung nicht erstellt (Art. 4 BGS), nicht am Sperrregister beteiligt, ohne Schweizer Rechtsweg, mit Sperrliste und DNS-Sperre als möglicher Konsequenz.

Bei Anbietern ohne Schweizer Bewilligung fallen zwei Dinge in ein und dieselbe Zeile: die Bedingungen und der Umgang mit Streitfällen. Beides ist ohne eine hiesige Aufsicht nicht überprüfbar, und das ist die eigentliche Information über diese ganze Gruppe.

Rainbet: ohne Schweizer Bewilligung, mit harten Folgen für Streitfälle

Rainbet trägt gleichfalls keine Schweizer Bewilligung; eine berichtete Bewilligung ist nicht erstellt, sie hätte hier ohnehin keine Kraft (Art. 4 BGS), das Sperrregister kennt den Anbieter nicht, ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht, und die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt und per DNS gesperrt werden.

Was diese Marke von der Konkurrenz in dieser Gruppe nicht unterscheidet, ist die Rechtslage. Worin sie sich von den beiden bewilligten Veranstaltern unterscheidet, ist die Erreichbarkeit: Im Streitfall gibt es hier niemanden, der die Regeln durchsetzt.

Fezbet: ohne Schweizer Bewilligung

Fezbet steht in derselben Reihe: keine Schweizer Bewilligung, berichtete Bewilligung nicht erstellt, keine Wirkung der ausländischen Bewilligung (Art. 4 BGS), kein Sperrregisteranschluss, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche Sperrliste samt DNS-Sperre.

Wer eine Prognose bei einem solchen Anbieter platziert, platziert sie in einem Rahmen, den der Anbieter selbst definiert. Das ist der ganze Unterschied zu den beiden ersten Zeilen der Vergleichstabelle, und er ist grösser als jede Quotendifferenz.

BDMBet: ohne Schweizer Bewilligung am Rand des legalen Rahmens

BDMBet schliesst die Gruppe ab: keine Schweizer Bewilligung, eine berichtete Bewilligung nicht erstellt, keine Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS), ohne Anschluss an das Sperrregister, ohne Schweizer Rechtsweg, mit Sperrliste und DNS-Sperre als möglicher Folge.

Dass eine Marke ohne Schweizer Bewilligung ein Konto für Schweizer Spielende bereithält, ist beweisbar. Was nicht beweisbar ist, ist ein Anspruch gegen sie in der Schweiz. Genau dort endet die Vergleichbarkeit mit den ersten beiden Zeilen der Tabelle.

Häufige Fragen zu Sportwetten-Prognosen

Wie entsteht eine Sportwetten-Prognose?

Aus zwei Schritten. Erst wird eine Eintrittswahrscheinlichkeit geschätzt, aus Statistik und Form: Torverhältnisse, Aufstellungen, Verletzungen, Heimvorteil, Tabellensituation. Dann wird sie mit der Quote verglichen, die der Veranstalter anbietet. Erst dieser Vergleich macht aus einer Einschätzung eine Entscheidung, und nur wenn die eigene Schätzung über der im Preis steckenden liegt, ergibt die Wette überhaupt einen Sinn.

Warum ist ein Tipp nie sicher?

Weil eine Prognose eine Wahrscheinlichkeit schätzt, kein Ergebnis kennt. Im illustrativen Zwei-Wege-Markt mit je 1.90 impliziert die Quote von 1.90 eine Eintrittswahrscheinlichkeit von etwa 53 % – der Rest entfällt auf die andere Seite. Diese 53 % sind kein Versehen und keine versteckte Botschaft: Ein einzelnes Ereignis kann jederzeit auch gegen die besser begründete Seite ausgehen, ohne dass die Schätzung schlecht war.

Was ist eine Value-Wette, und wie erkennt man einen Wert?

Von Wert spricht man, wenn die eigene Schätzung über der liegt, die in der Quote steckt. Etwa bei Quote 3.00, was einer eingepreisten Wahrscheinlichkeit von rund einem Drittel entspricht: Wer höher schätzt, hat einen Wert. Der belastbare Test ist ein Satz, den man sich selbst beantworten muss: Warum sollte die Einschätzung des Marktes klugerweise zu tief sein?

Wie wird der mögliche Gewinn einer Kombination berechnet?

Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Gesamtquote, wobei die Gesamtquote das Produkt der Einzelquoten ist. Bei Swisslos wird der Betrag anschliessend zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Ein Einsatz von CHF 10 auf drei Quoten von 2.00, 1.80 und 1.50 ergibt eine Gesamtquote von 5.40 und damit einen Gewinnbetrag von CHF 54.

Welche Limiten sind vor der ersten Sporttip-Teilnahme zu setzen?

Vor der ersten Teilnahme müssen für 1, 7 und 30 Tage Verlustlimiten gesetzt werden. Die Oberlimite beträgt CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Wohin der Blick am Ende geht

Kein Ergebnis aus einer Prognose lässt sich garantieren, und niemand, der eine Sportwetten-Prognose schreibt, kann über die Quote hinaussehen. Was sich garantieren lässt, ist die Sorgfalt davor. Wer seine Zahlen prüft, die Quote als Preis behandelt und seine Grenzen selbst setzt, hat alles getan, was ein Wettender tun kann. Wer nach einem verlorenen Nachmittag seine Limite erhöhen will, sollte wissen, dass er dafür 72 Stunden Zeit hat. Und mit der Spielsperre gibt es einen Weg, der vor allem steht, was danach noch kommt – schweizweit, produktübergreifend und ohne Rückweg vor Fristablauf.

Wo professionelle Unterstützung gebraucht wird, gibt es sie. Die kantonale Beratung zu Spielsucht, die Gespa und die sozialen Einrichtungen der Kantone helfen unabhängig vom Konto, und die Spielsperre lässt sich dort ansprechen, wo sie eingetragen wird.

Inhalt erstellt vom Team «seriosewetten»